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Venezuela – Auyan-Tepui-Trekking 2009

Tierbeobachtungen, Tafelbergtrekking mit Flussexkursionen, Los Roques
Reisebericht und Bilder von Yvonne und Dirk Großmann

Reisedatum: 20.11.-13.12.2009

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Los Llanos (Hato Cedral)

Schon auf der Anfahrt zum Camp fallen die zahlreichen Capybaras (Wasserschweine) auf. Diese größten Nagetiere der Erde sind mit ihren Schwimmhäuten zwischen den Zehen hervorragend an den sumpfigen Lebensraum angepasst. 
Im Camp fühlen sich Leguane wohl. Sie laufen überall herum und fallen auch schon einmal in den Swimmingpool oder vom Baum in die Mülltonne. 
Abends laufen keine Geckos an den Hauswänden hinauf und hinunter, sondern kleine Frösche. 
Auf einer Exkursion wird findet der Führer eine rund zwei Meter lange Anakonda in einem Tümpel. 
Wohin man blickt – Kaimane. 
Auf einer Bootsexkursion wird ein Kaiman mit Fleisch angefüttert. Über einen Meter springt er danach aus dem Wasser. 
Normalerweise ist der Hoatzin äußerst selten, aber hier kommt er durchaus zahlreich vor. 
Ein Fischreiher nimmt im Flug einen Fisch von der Wasseroberfläche auf. 
Abends spiegelt sich der Himmel in der Sumpflandschaft der Llanos. 

Tafelbergtrekking

Die erste Trekkingtour geht von dem Missionsdorf Karamata auf den Temun-Tepui, einen benachbarten kleineren Tafelberg. Im Dschungel, durch den der Weg führt, gibt es unangenehme Bewohner, wie diese Vierundzwanzigstundenameise. Ihr Biss soll starke Schmerzen und Fieber verursachen, die 24 Stunden anhalten. 

Auf dem Tafelberg erwartet uns eine interessante Flora, wie mannshohe Bärlappe und diese skurrilen Blüten. 
Auf dem Temun-Tepui wandern wir zu einem Wasserfall, von dem aus man eine herrliche Aussicht über die Gran Sabana und die umliegenden Tafelberge genießt. 
Nach dem Abstieg vom Temun Tepui fahren wir mit einem Boot zum Camp Kamadak. Von dort machen wir am nächsten Tag eine Wanderung durch den Regenwald zum Kamadak-Wasserfall. 
Auf der Rückfahrt mit dem Boot halten wir bei der Familie des Bootsführers. Abgesehen von dem Geld, das er über den Tourismus verdient, lebt die Familie recht abgeschieden und pflanzt alles Lebensnotwendige selbst an. Auch Baumwolle wird selbst angebaut und verarbeitet.  
Unser nächstes Camp ist in Kavac. Idyllisch liegt es direkt am Fuß des Auyan-Tepui. 

Von hier wandern wir zunächst zu einem Wasserfall. 

Die Hauptattraktion ist jedoch die Wasserschlucht, durch die man zu einer Höhle mit einem weiteren Wasserfall schwimmt. 
Am nächsten Tag beginnt die siebentägige Trekkingtour auf den Auyan-Tepui. Wir starteten auf ca. 400m Höhe, sodass wir einen Höhenunterschied von 2000m überwinden müssen. Der Aufstieg gliedert sich auf drei steile Anstiege, für jeden Tag einer, zwischen denen jeweils eine relativ flache Stufe liegt. Schon auf der ersten Stufe wachsen eigenartige Pflanzen wie dieser Sonnentau. 
Die Camps unterwegs liegen in der Nähe eines Flusses, der sowohl zum Waschen als auch als Trinkwasser benutzt wird. 
Am dritten Tag kommen wir zur Steilwand und in den Nebel. Hier führt ein schmaler, felsiger Pfad hinauf. 
An schwierigen Stellen ist der Weg mit Seilen gesichert. Auch Roeland, unser Reiseleiter, und unsere indianischen Begleiter leisten Hilfestellung. 
Dann ist es geschafft und der Gipfelrand erreicht. 
Oben erwartet uns ein Steinplateau mit interessanten Felsformationen. 
In den Vertiefungen des Felsens sammelt sich Wasser.  
Wo sich etwas Erde gebildet hat, wächst eine seltsame Vegetation. 
Obwohl die Steinformationen teilweise wie künstlich aufgeschichtet aussehen, so sind sie doch durch natürliche Erosion entstanden. 
Am auffälligsten sind die unterschiedlichen, z. T. sehr prächtigen, Orchideen. 
Der Rand des Gipfelplateaus liegt rund 300 Meter höher als seine Mitte. Zum Camp müssen wir wieder ein ganzes Stück hinabsteigen. 
Das Camp auf dem Gipfel heißt „El Oso“, der Bär, und ist nach dieser Steinformation benannt. 
Das Gipfelplateau ist von tiefen Schluchten durchzogen, die umgangen oder durchklettert werden müssen. Dadurch kommt man dort oben nur sehr langsam voran. 
Dort oben gibt es auch Bäche und Flüsse. 
Aber das Auffälligste sind die Felsformationen. 
Auf den Felsen, auf denen sich noch nicht genug Erde für höhere Pflanzen gebildet hat, wachsen die verschiedensten Flechten. 
Vom Gipfelcamp zum Fluss ist es eine hübsche Wanderung, aber umso erfrischender ist dann das Bad. 
Unterhalb der Badestelle fließt der Fluss durch eine Schlucht weiter. 
Die schmalen Blattröhren sind fleischfressende Bromelien, die sich entwicklungsgeschichtlich schon vor sehr langer Zeit von den anderen Bromelien abgespalten haben und nur auf den venezolanischen Tafelbergen vorkommen. 
Die Innenseite dieser Bromelien ist sehr glatt. Ameisen oder andere Insekten rutschen in das Innere ab und werden dort in der Flüssigkeit verdaut. 
Auch der Rückweg führt wieder über Felsen und Schluchten. 
Der flache Fluss stellt kein Hindernis dar. 
Aber diese Felswand müssen wir auch noch hinauf. 
Der Anblick der herrlichen Felsformationen entschädigt für die Anstrengungen. 
Spätestens jetzt wissen wir, warum laut Reisebeschreibung Trittsicherheit und Schwindelfreiheit empfohlen sind. 
Auch die Kannenpflanzen mit den hübschen glockenförmigen Blüten fangen mit ihren glatten, trichterförmigen Blattrosetten Insekten.  
Die Überwindung der Felsspalten ist manchmal nicht ganz einfach, zumal es darunter einige Meter abwärts geht. 
An der höchsten Stelle des Gipfelplateaurandes auf einer Höhe von 2400m steht eine Büste von Simon Bolívar, die in den 50er Jahren hinaufgebracht wurde. 
Noch ein letzter Blick über das Gipfelplateau, dann beginnt der Abstieg. 
Da sich an dieser Seite des Tafelberges die Wolken stauen, liegt der Gipfelrand fast immer im Nebel, während oben die Sonne scheint. 
Die Stelle am Gipfelrand, über die der übliche Weg hinauf bzw. hinunterführt, heißt nach Simon Bolívar „El Libertador“, der Befreier. 
Ohne den Nebel hätte man sicher eine weite Aussicht, aber auch so ist es sehr beeindruckend. 
Durch eine Schlucht führt der Pfad die Steilwand wieder hinab. 
Die Vegetation ändert sich. Von der recht kleinwüchsigen Gipfelflora geht sie in Büsche und Farne, darunter auch Baumfarne, über.  
Der größte Teil der Steilwand ist steil und ohne Wege. Unser Pfad ist der einzige offiziell bekannte Weg auf den Auyan-Tepui. 
Vom Camp El Peñon auf ca. 1850m Höhe sieht die Steilwand noch unnahbarer aus. 
Vom Camp aus hat man eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Tafelberge… 
…und nach oben auf die Steilwand des Auyan-Tepui. 

Weiter geht es durch dichten Regenwald mit vielen interessanten Pflanzen wie dieser „Affentreppe“, einer skurril wachsenden Lianenart. 
Auch von ganz unten ist der Auyan-Tepui beeindruckend. Unser nächstes Camp ist in Uruyén.  
Vom Camp in Uruyén wandern wir zu einer weiteren Wasserschlucht. 
An deren Ende erwartet uns eine Höhle mit einem großen Wasserfall. 
Das Wasser fällt über den rötlichen Fels in die Höhle und bildet einen Vorhang aus feinen Wassertröpfchen. 
In den Spalten im Felsen am Rand der Schlucht sitzen einige prächtige Vogelspinnen.  

Danach wandern wir noch zu einem anderen Wasserfall. 

Auf dem Rückflug in einem Kleinflugzeug von Uruyén nach Ciudad Bolívar haben wir noch einmal einen schönen Ausblick über die Gran Sabana mit ihren Tafelbergen. 
Überall auf Los Roques, den Koralleninseln in der Karibik, sind Pelikane gegenwärtig. In den überaus fischreichen Gewässern finden sie jede Menge zu fressen. 
Auf Gran Roque, der Hauptinsel des Archipels, gibt es felsige Hügel. Auf dem höchsten stehen die Reste eines alten Leuchtturms. 
Von den Hügeln aus hat man eine herrliche Aussicht über die Insel und das türkisblaue Meer bis hin zu den Nachbarinseln. 
Auf dem felsigen Boden wachsen verschiedene Kakteenarten. 
Der Strand von Gran Roque wird von zahlreichen Pelikanen bevölkert, die dort nach kleinen Fischen jagen. 
Von Gran Roque aus werden Ausflüge zu den anderen Inseln des Archipels angeboten. Punta de Cocos, die Nachbarinsel von Cayo de Agua, hat einen kleinen Leuchtturm. 

Vom Flugzeug aus sieht man die volle Schönheit der Inselwelt. 

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