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Fotos copyright by schulz aktiv reisen Text Nadia Abdel Fattah
Ksarburg Guermessa, Basiscamp dieser Tour, ist neben Chenini und Douirat das am wenigsten bekannte und von Touristenmassen verschonte berberische Bergdorf westlich von Tataouine. Hoch oben gelegen, mit zahlreichen Ghorfas (Zimmer) auf Nord- und Südseite, diente die Ksarburg gleich mehreren Zwecken: einerseits war man von oben gut vor Angreifern und Eindringlingen geschützt, andererseits boten die teils in den Berg gebauten Wohnungen Schutz vor der erbarmungslosen Hitze und einen guten Speicherplatz zum Lagern von Vorräten. Türen aus Palmenholz, Räume mit Kuppeldecken, verschachtelte Innenhöfe und raffinierte Zisternensysteme bezeugen den Einfallsreichtum der Berber. Obwohl die Berber schon seit fast 3000 Jahren in Nordafrika leben, ist sehr wenig über ihre Geschichte bekannt. Als erfolgreiche Krieger schafften sie es über Jahrhunderte, Angriffe der Phönizier, Griechen, Römer, Byzantiner und Türken abzuwehren. Arabische Eindringlinge waren erfolgreicher und gewannen seit etwa dem 7. Jhr. nach und nach die Oberhand in der Region. Zeugnisse dieser kriegerischen Geschichte sind berberische Befestigungen, die bis zu 4-Etagen hoch an strategischen Punkten mit schwierigem Zugang gebaut wurden. Das Rätselraten um die Geschichte und Bedeutung dieser Berberfestungen, teils freistehend, teils in den Fels gebaut und oft mit mysteriösen Schriftzeichen versehen, ist bis heute kaum erforscht; deshalb auch die verschiedenen kursierenden Bezeichnungen für diese Anlagen: Schachtwohnungen, Höhlenwohnungen, Speicher- oder Ksarburgen. Unsere Reise bietet eine gute Gelegenheit, dieser so wenig erforschten Historie nachzugehen und vielleicht manches Unbekanntes an das Licht der Öffentlichkeit zu bringen.
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