Länder A B
Länder C J
Länder K M
Länder N P
Länder Q S
Länder T Z

"Sonniges Winterwochenende im Riesengebirge"
oder
"Schneegekühlter kaukasischer Wodka in der Heimat des Bieres"
10. – 12. Dezember 2004

Der Schneefan betrachtet das Riesengebirge als eine sichere Heimat des Schnees mindestens von November bis Anfang April. Ende November hüllten sich die tief frisch verschneiten Bergrücken in dichten Nebel und die Heimat des vollbärtigen Berggeistes Rübezahl zeigte sich in einer schon hochwinterlichen Stimmung. Auf manchen Hochflächen meinte man sich irgendwo auf´s grönländische Inlandeis oder die Antarktis versetzt. Das Gebirge Krkonose zeigte seine zauberhaft-mystische und leicht bedrohliche Seite. Man war froh nach der hereingebrochenen Dunkelheit die Bergbaude überhaupt nur leicht durchgefroren erreicht zu haben. Ach, welch köstliche Übertreibung! Es sind eben diese kleinen Abenteuer im Leben unserer zivilisationsverseuchten Generationen.

Zu den "Ski und Wintererlebnissen" im Riesengebirge waren nun neben einigen Freunden auch fast alle schulz aktiv reisen Mitarbeiter im höchsten tschechischen Gebirge unterwegs. Die Nutzung der Pistenraupe für den Gepäcktransport zur Martinsbaude wurde nicht in Erwägung gezogen, so dass der Vortrupp und die nach Einbruch der Dunkelheit eintreffende Gruppe alle ihren Rucksack selbst hinauf in die nach den Aufstiegsmühen umso gemütlicher wirkende Baude "buckelten".
Die ersten stiegen in strahlendem Sonnenschein auf und bei den anderen funkelten dann die Sterne überm Schnee, der sich in den vergangenen zwei Wochen zu einer gut tragenden Firnkruste verwandelt hatte. Jene machte den nicht so Geübten das Skilanglaufen doch etwas schwieriger in meist wilden Langlaufspuren.

Die sich noch ans Aufgehen machende Sonne tauchte am nächsten Morgen den von einzelnen Fichten und Latschen durchsetzten Hang des Berges Vysoke Kolo (Hohes Rad) in zartes rötliches Licht. Ach, so ein Sonnenaufgang aus dem Fenster der Baude hat doch auch etwas Gemütliches. Doch der am Sonntagmorgen vom Gipfel des Hohen Rades beobachtete wird viel länger in der Erinnerung eingebrannt bleiben. Beidseitig des Kammes breitete sich ein dichtes Wolkenmeer aus.

Mit den Langlaufski oder Schneeschuhen unter den Füßen zogen wir an beiden Tagen in entgegen gesetzte Richtungen über den Kamm. Am Samstag in Richtung der steilen und felsigen Schneegruben im Westen, durch welche polnische Bergsteiger aufstiegen. Über der Wolkendecke war deutlich im Westen der dunkle langgezogene Kamm des Erzgebirges zu sehen, welches von hier mindestens 150 Kilometer Luftlinie entfernt ist! Natürlich haben einige „Skihochtouristen“ aus Richtung des Krusne Hory ins Krkonose gelugt! An der unter der Schneedecke liegenden Elbquelle zogen wir dürstend Richtung Vosecka Bouda weiter in Vorfreude auf ein Pilsner. Nach einer welligen Abfahrt stehen wir vor der Baude mit Blick ins Mummeltal von Harrachov. Ein nettes Schild an der Baude verkündete den nächsten Pilsausschank am 24. Dezember! Es war noch niemand ernsthaft am Verdursten, so erreichten wir ohne dehydrationsbedingte Ausfälle die Vrbatova Bouda auf dem südlichen Parallelkamm. Mit Sonnenuntergang waren dann alle wieder in der Martinsbaude und es wurde sich in der Sauna versucht aufzuwärmen. Den Rest Wärme brachte dann der schneegekühlte Wodka.

Am Sonntag ging es dann zur Spindler Baude in Richtung Schneekoppe. Das wirklich einmalig schöne sonnige Winterwetter machte uns nun doch einige Sorgen. Ja, wie sollen wir das kommende Woche denn wieder in den nebligen Niederungen aushalten?
Rezept: Zehn Sekunden die Augen schließen, die warme Sonne und auch mal den eisigen Wind auf dem Gesicht vorstellen und tief in sich hinein lächeln!

Ein Bericht von Olaf Schau ;-))


Tschechien - Krkonose Dezember 2004

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Startseite | Impressum | Kontakt