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Jakutien - Moskau, Transsib und der Kältepol in Jakutien
Ein Reisebericht von Helmut Sattler

Reisezeitraum: Februar bis März 2015

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Eine spektakuläre Reise sollte mich in drei Wochen zum kältesten ständig bewohnten Ort auf unserem Globus führen. Dabei legte ich rund 6000 km auf dem Landweg zurück und passierte 7 Zeitzonen.

Begonnen habe ich meinen Abenteuertrip in der bevölkerungsreichsten Stadt Europas. Auf der Anreise durfte ich bereits ein Gefühl für die Moskauer Metro entwickeln. Mit einem entsprechenden Plan im Reiseführer (lateinische und kyrillische Schriftzeichen) kommt man problemlos und schnell ans Ziel. Die Moskauer „Unterwelt“ lohnt aber auch zum Verweilen.



An einem Tag genießt man das Flair am Roten Platz in vollen Zügen. Stehen doch GUM, Basilius Kathedrale und natürlich der Kreml in unmittelbarer Nähe zueinander.




40 Stunden nach meiner Ankunft saß ich schon wieder auf gepackten Taschen. Mit der legendären Transsib wollte ich das größte Land unserer Erde durchqueren. 86 Stunden Zugfahrt lagen jetzt vor mir.




Was gehört auf jeden Fall ins Reisegepäck für so eine Zugfahrt? Ein kleiner Proviantvorrat sollte dabei sein. Das Essen im Speisewagen ist zwar okay, aber frisches Obst oder Schokolade sucht man dort vergeblich. Ein gutes Buch sollte auch zur Ausrüstung gehören. Auch wenn es auf der Fahrt etliche Haltepunkte zum Aussteigen gibt, würde es ohne Krimi irgendwann langweilig. Ganz wichtig ist aber eine zweite (!) Uhr. Da die Ankunfts- und Abfahrtzeiten auf der gesamten Strecke in Moskauer Zeit angegeben werden, käme man nach der 3. oder 4. Zeitumstellung garantiert durcheinander.





Pünktlich auf die Minute wird abgefahren uns auf den „Glockenschlag“ habe ich mein Ziel Irkutsk bei -18°C erreicht. Da ich bereits ab Omsk Temperaturen von -20°C erleben durfte, war das schon keine Umstellung mehr. Bei schönstem Winterwetter genoss ich das „Paris Sibiriens“ einen ganzen Tag. Lohnenswerte Ziele sind die Erlöserkirche und Gotteserscheinungskathedrale.



Sehenswert – wenn auch leider zum Teil im schlechten Zustand – sind auch die berühmten Holzhäuser der Stadt aus dem 15. Jahrhundert.



Ein nächtlicher Flug brachte mich in die Hauptstadt Jakutiens. In Jakutsk startete die eigentliche Reise. Hier traf ich auf meine 4 Mitreisenden, unseren Reiseleiter Matthias und Schenja. Letzteren zu beschreiben würde den Rahmen des Berichtes sprengen. Ihn muss man erlebt haben!
Um eines vorwegzunehmen: eine Reise durch den Osten Sibiriens wird immer eine Expedition mit vielen unbekannten Komponenten bleiben – egal wie oft sie durchgeführt wird. Klimatische Situationen vor Ort, auftretende Probleme am Fahrzeug oder behördliche Verzögerungen sorgen dafür, dass nicht jeder Reisetag so endet wie er am Morgen noch geplant war.
Wir „durften“ zwei Tage länger in Jakutsk verweilen, da die benötigten Papiere nicht eher fertiggestellt waren. Langweilig wurde uns trotzdem nicht. Gibt es rund um die Stadt doch einiges zu sehen und letzte Besorgung vor dem Verlassen der Zivilisation zu tätigen. Noch schnell eine Chapka besorgen und den Kauf von Filzstiefel (heißen übrigens Valenki) überlegen.



Mit freundlichen Jakuten kommt man vielleicht auch in Kontakt.



Ein Wort noch zur Kleiderwahl. Auf der Tour durch Jakutien erwartet den Besucher fast durchweg eine trockene Kälte bei nahezu Windstille. So lassen sich Temperaturen von durchschnittlich -40°C bis -50°C erstaunlich gut aushalten. Mit zwei kombinierbaren Fleecepullis und einer guten Winterjacke ist man bestens ausgestattet. Wichtig ist, dass sich zwischen den Kleidungsstücken ein Luftpolster bilden kann. Eine weit geschnittene Winterjacke hat auch den Vorteil, dass die Fotoausrüstung zwischen ihr und dem Körper transportiert werden kann. Akkus entleeren sich bei diesen Temperaturen ungeschützt sehr schnell und die Elektronik unserer Kameras reagiert auch manchmal ungewöhnlich.
Bei einer zusätzlichen Übernachtung in Jakutsk lernten wir durch die Herbergsbesitzer einiges über die Kultur des Schamanismus kennen.
Der Besuch des Permafrostinstituts und des Mammutmuseums ist ein Muss.



8 bis 10 Tage ist man nun mit Schenja und seinem liebevoll umgebauten Spezialfahrzeug unterwegs.



Praktisch und zweckmäßig gestaltet sich der Innenraum. Komfort ist Luxus und für diesen gibt es auf dieser Tour keinen Platz. Recht bald stellt sich aber eine gewisse Routine ein und die Enge wird nicht mehr als Hindernis wahrgenommen. Das Leben in der „Wohn-Schlaf-Küche“ wird unproblematisch.



Nah der – wohl für Jedermann – kältesten Nacht seines Lebens in Oimjakon wird man sprichwörtlich vom (jakutischen) Weihnachtsmann mit einem ganz persönlichen Geschenk überrascht.



Aber nicht nur die Urkunde lässt die Erinnerung an diese, garantiert einmalige, Reise wach. Wer sich für traumhafte Winterlandschaften in einer fast menschenleeren Umgebung begeistern und dabei das fotogene Licht der Wintersonne genießen kann, der wird garantiert auf seine Kosten kommen.

Ein paar Beispiele gefällig?







Jakutien - Moskau, Transsib und der Kältepol in Jakutien
Ein Reisebericht von Helmut Sattler

Reisezeitraum: Februar bis März 2015

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