Länder A B
Länder C J
Länder K M
Länder N P
Länder Q S
Länder T Z

KAUKASUS – Bergparadies Kaukasus 2005
Standortwanderungen im Dombai-Tal und Baksan-Tal

Ein Reisebericht von Tanja Simrod
August 2005

1. Tag
Der Flug ging wie gewöhnlich über Moskau. Im Flughafen Scheremetjewo-2 musste das Gepäck abgeholt und zum anderen Flughafen mit dem Transfer-Bus transportiert werden. Die Flughäfen in Moskau sind sehr modern, alles ist gut in Russisch und Englisch ausgeschildert und man kommt relativ schnell durch alle notwendigen Prozeduren. Der Flug von Moskau nach Mineralnje Vody dauerte ca. 2,5 Stunden.
Übrigens wird im nächsten Jahr schulz aktiv reisen diese Tour mit einem Direktflug von München nach Minvody anbieten. Dabei erspart man den ganzen „Umsteige-Stress“.

Unsere erste Station ist die kleine, aber bekannte Kurstadt Pjatigorsk.


Das Institut für Kurwesen.


Wasserfall "Dedy" ("Großväter")


2. Tag
Wir starten um 10:00 Uhr zum Ort Dombai.
Mindestens zweimal werden wir an den Polizei-Kontrollposten angehalten (wie alle andere Autos auch). Da sich der Fahrer aber sehr gut auf Russisch mit der Polizei verständigen konnte, dauerten die Kontrollen nicht lange. Das Knistern der Rubel-Scheine tat wirklich Wunder! Während der gesamten Reise kommt man fast jeden Tag an Kontrollposten vorbei. Wenn man alle notwendigen Dokumente und Passierscheine hat, kommt man auch gut durch.

Um ca. 14:00 Uhr halten wir in einem Restaurant im Dorf Ordschonikidse zum Mittagessen. Hier werden die leckersten Hitschiny im ganzen Kaukasus serviert! Hitschiny ist ein Nationalgericht: frischgebackenes Fladenbrot mit verschiedenen Füllungen: Hackfleisch, Kartoffeln, Käse oder Spinat.



"Reger Verkehr" Karatschaever, Angehöriger einer kaukasischen Volksgruppe, unterwegs mit dem altertümlichen Verkehrsmittel


Nach ca. 5 Stunden Fahrt sind wir in unserem Hotel angekommen.
Das Hotel ist sehr gemütlich. Die Zimmer sind relativ groß und mit Du/WC, Kühlschrank, TV und Telefon ausgestattet.


Hotel "Snezinka"


Der Ort Dombai


3. Tag
Gleich vorweg: Das Programm wurde wetterbedingt flexibel gestaltet, d.h. wenn für eine Wanderung klare Sicht besonders wichtig war, hat man dafür einen sonnigen Tag genutzt. Kein Grund zur Beunruhigung: Das gesamte Programm haben wir trotz kurzfristiger Umstellungen komplett absolviert.

Die erste Wanderung führte zum Alibek-Gletscher, dem größten in dieser Region. Bis zum Alpinlager Alibek (ca. 6 km) ging es auf einem breiten Weg durch den Wald, der dann in einen engen, aber gut ausgetretenen Pfad überging (ca. 3 km). Immer wieder blieben wir stehen, um die schöne Landschaft zu bewundern.


Unsere Reisegruppe


In der Ferne zeigt sich der Alibek-Gletscher.



Fast immer begleitete uns das Tosen wilder Gebirgsflüsse, die manchmal auf verschiedenen Brückenarten überquert werden mußten.



Nach ca. 4 Stunden Wanderung sind wir am Steinbock-See angekommen. Steinböcke steigen hier zum See herab, um ihren Durst zu löschen. Natürlich nur wenn keine Menschen da sind (schade!).


Steinbock-See


Nach einer Mittagspause geht es zurück, zunächst auf dem Gletscher entlang.
Das war sehr spannend, besonders für die, die zum ersten Mal auf einem Gletscher waren!


   
Aufstieg zum Gletscher.  Erkundung der Gletscherspalten.  


Dann ging es zurück auf demselben Weg bis zum Hotel.

4. Tag
Vormittags Fahrt in die Ortschaft Teberda (ca. 20 Min.), wo wir das Naturkundemuseum besuchen und einiges zur Flora und Fauna des Nationalparks kennen lernen. Nicht weit entfernt befindet sich ein Tiergehege mit Wisenten, Bären, Wölfen, Füchsen etc.


Wisentgehege


Nachmittags starten wir unsere leichte Wanderung zu den Dzamagat-Narsanquellen (5 km, ca. 2 Stunden). Zum Startpunkt waren wir mit dem kleinen Bus hingebracht.


Eisenhaltige Narsan-Quelle


Unterwegs hatten wir eine sehr interessante Begegnung mit fünf örtlichen Ökologen, die gerade Feierabend hatten und uns freundlich einluden. Die Schorpa (Lammbrühe) hat hervorragend geschmeckt und der Wodka für bessere Verdauung gesorgt.


Auf die Völkerfreundschaft!


Der Karatschaever Albert kann Flöte und 2-3 weitere Musikinstrumente spielen


5. Tag
Wanderung zum Aussichtspunkt des Berges Semjenov-Baschi. Wir gingen ca. 4,5 Stunden durch sehr schönen, ursprünglichen Wald, danach durch Alpinwiesen bis ca. 2600 m Höhe. Das sich eröffnende Panorama war prächtig: sattgrüne Berghänge, glitzerndes Weiß der Gipfel, Wasserfälle und Flüsse.



   
Bunte Alpinwiesen   Kaukasisches Rododendron  

6. Tag
Auf den 3012 m hohen Mussa Atschitara ging es zuerst mit Kabinenlift, dann mit dem Sessellift und zu Fuß ca. 400 Hm (1 Stunde) weiter.


Sessellift


Auf dem Panorama-Punkt von Mussa-Atschitara.


Auf dem Gipfel


7. Tag
Heute stehen die Tschu-Tschchur-Wasserfälle auf dem Programm.
Um 10:00 Uhr starteten wir vom Hotel aus. Unser Weg führte immer dem Fluss Dombai-Ölgen entlang und vorbei an der „Russischen Wiese“. Und immer wieder bunte Farben, herrliche Klänge und Gerüche der Natur.



Die Strecke von 4 km ohne Steigung, überwanden wir leicht in zwei Stunden bis zu den rauschenden Wasserfällen.



Einige von uns, die noch hinter die Wasserfälle steigen wollten, wurden mit herrlichen Ausblicken belohnt.


Mittagspause hinter den Tschu-Tschchur-Wasserfällen.


An einem Grenzposten.


8. Tag
Vom Hotel aus gehen wir am Fluss Amanaus entlang. Das Tal des Flusses gilt als Zentrum der Dombai-Region. Wir bewunderten wieder die zahlreiche Pflanzenwelt und genossen die herrliche Ruhe. In ca. zwei Stunden erreichten wir den Zielpunkt unserer Wanderung – die Teufelsmühle. So heißt eine enge Schlucht, wo der eingeklemmte Fluss Amanaus schäumt.


   
Teufelsmühle    

Es sprudelt, spritzt und rauscht überall.




9. Tag.
Heute nehmen wir Abschied von Dombai.


Der immer fröhliche Onkel Wanja, der Hotelwärter, verabschiedet sich.


Fahrt zum Baksan-Tal über Pjatigorsk, wo wir eine Mittagspause in einem Selbstbedienungs-Café einlegen. Danach besuchten wir einen Markt und kauften etwas Obst und ein paar Geschenke für Zuhause ein. Besonders beliebt waren handgestrickte Strümpfe aus Schafswolle (traditionell, praktisch und relativ preiswert).

Gegen 18:30 Uhr trafen wir im Hotel im Baksan-Tal (Kabardino-Balkarische Republik, Elbrus-Region) ein.


Das neue Hotel "Balkaria".


10. Tag
Heute wollen wir den Berg Tscheget (3440 m) bezwingen. Wir gingen ca. 40 min. zum Fuße des Berges. Wir fahren mit dem Sessellift bis ca. 2750 m und steigen anschließend zu Fuß bis 3200 m (ca. 1 Stunde) zu einem Aussichtspunkt. Links zeigt sich der majestätische Elbrus (5642 m) in voller Pracht und rechts der Dongus-Orun.
Ab und zu hören wir Steine fallen: die Berge leben.


   
Elbrus-Gipfel   Dongus-Orun  

Nachdem wir uns ausgeruht haben, machten wir uns auf den Rückweg, mit einem Abstecher zum See Dongus-Orun. Dieser hat eine sehr interessante Farbenmischung, die durch zwei unterschiedliche Zuflüsse entstehen. Wir brauchten noch ca. 1,5 Stunden, um an den Fuß des Tscheget zu gelangen.


See Dongus-Orun


11. Tag
Unser heutiges Ziel ist der schöne, ca. 25 m hohe Wasserfall „Die Mädchenzöpfe“. Wenn man gemütlich - ohne Eile - gehen will, muss man für den Hinweg ca. 2,5 Stunden und für den Rückweg ca. 1 Stunde einplanen. Wir genießen die Sonne, die reine Bergluft und bewundern die bunte Pflanzenwelt.
Sehr attraktiv sind die Basalt-Felsformationen, im Russischen „Basalt-Bürsten“ genannt.


Basalt-Felsen


   
Wasserfall „Mädchenzöpfe“   Abkühlung im Wasserfall  

12. Tag
Wir fahren mit dem Bus zum Startpunkt unserer Wanderung – dem Alplager Schchelda (ca. 20 Minuten) und gehen dann zu Fuß zum Ort „Das Lächeln von Schchelda“ (ca. 2 Stunden). Der Name kommt von dem gleichnamigen, nahe gelegenen Gebirgszug. Von diesem Punkt sieht man auch den Schchelda-Gletscher. Einige von uns haben die Ruhe genutzt und die Natur bei einer kleinen Rast bewundert. Die aktiveren Teilnehmer unter uns sind zur ca. 50 m dicken Gletscherzunge weiter gewandert (ca. 30 Minuten), was ein sehr aufregendes Erlebnis war.


In der Ferne die mit der Moräne bedeckte Zunge des Schchelda-Gletschers.


Unterwegs trafen wir auf ein paar sehr neugierige Wiesel. Ein vernünftiges Foto zu machen war fast unmöglich – im Bruchteil einer Sekunde sind die Tiere aufgetaucht und dann blitzschnell wieder verschwunden, dann tauchten sie wieder auf einem ganz anderen Platz auf ... Nur mit einer List, einer „Käsestraße“ und voller Konzentration, ist es endlich gelungen, einen Schnappschuss zu machen!



Abendessen im Hotel-Restaurant


13. Tag
Der ersehnte Tag ist gekommen! Heute geht es auf den Elbrus, (zwar nicht auf den Gipfel, aber trotzdem ...) bis fast 4000 m Höhe! Auf den höchsten Berg Europas! Wir lassen Wissenschaftler diesbezüglich streiten, für uns war er der Höchste!
Mit dem Kabinenlift ging es erst bis 3500 m und dann weiter mit dem Sessellift bis zu den „Botschkis“ (Tonnen), den Bergsteiger-Unterkünften.


Die Tonnen


Nur drei „potenzielle Bergsteiger“, erst eben Bekehrte, haben sich entschieden, noch weiter über die Schneefelder zu gehen bis zu den ehemaligen „Prijut 11“ (ca. 4060 m), einer abgebrannten Bergsteiger-Hütte. Trotz plötzlich eingetretenen Kopfschmerzen haben wir es geschafft! Sogar Edda, die älteste von uns, hat die Strecke problemlos überwunden – Hauptsache gute Akklimatisierung vorher, keine Hektik und ausreichend trinken. Wir waren richtig stolz auf uns! Nur der Elbrus versteckte sich hinter Wolken.


Abgebrannter Prijut 11


Unten konnten wir den Kaukasus-Hauptkamm erblicken.



Als wir schon wieder fast unten an den Botschkis waren, hat sich der Elbrus noch mal gezeigt - und von uns verabschiedet.


Der Elbrus sagt uns "Auf Wiedersehen!"


Die Tour ist hervorragend für einen „Tapetenwechsel“ geeignet.
Die Kaukasische Region scheint über eine sonderbare Energie zu verfügen, die einen buchstäblich durchdringt. Sogar nach längeren Wanderungen, als man körperlich ziemlich erschöpft war, hat man doch ein glückseliges Gefühl und große Lebensfreude.


Startseite | Impressum | Kontakt