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Eine Sommer-Trekking-Tour
Reisebericht von Bernd Spring

INTRO
Sibirien ist groß. Und wenn Du in einem Weltatlas blätterst, fällt das gar nicht so sehr auf, denn hier musst Du erstmal auf das Kleingedruckte achten: die Maßstabs-Angabe.
Ein länglich-blauer Fleck inmitten der (ost)sibirischen Weiten trägt den Namen Baikalsee (Bild 01). Für die Einwohner Sibiriens ist er aber ein "Meer", und wer ihn einmal in Natura gesehen hat, kann das verstehen. Der Baikal ist mit seiner tiefsten Stelle von 1637 m und mit einer Länge von 636 km der größte Süßwasserspeicher der Welt. Von Dezember bis April ist der Baikal zugefroren und sogar von Autos befahrbar.
Meine Reise fand im warmen Juli, bei sommerlichen Luft- (22 - 30 Grad) und erträglichen Wassertemperaturen (um die 14-16 Grad), statt.


Bild 01


TOUR TAGEBUCH

19. Juli
In Irkutsk erwartete mich André, der früher in Sibirien als Deutschlehrer gearbeitet hat, bevor er zum Tourismus-Geschäft wechselte. Tourismus wird in Sibirien noch sehr klein geschrieben, alles bewegt sich im familiären Rahmen. Unsere Gruppe besteht aus 8 Leuten, und bei einem ersten gemeinsamen Essen lernten wir uns näher kennen. Trotz Müdigkeit machten wir eine kurze Stadtbesichtigung zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten: die Erlöserkirche mit ihrer berühmten Fassadenmalerei, historische Holzhäuser (Bild 02), das Regierungsgebäude, das Verwaltungsgebäude der Transsibirischen Eisenbahn / Ost (Bild 03), die Markthalle, die Denkmäler von Lenin (Bild 04), Gagarin, Zar Alexanders III, und noch so einiges mehr. Abends wurden im Hotel unsere Trekking-Rucksäcke auf ihre Tour-Fähigkeit gecheckt und nach einem deftigen Essen, sibirischem Bier und dem obligatorischen Wodka ging es frühzeitig ins Bett.


19. Juli   
Bild 02   Bild 03  
 
Bild 04    

20. Juli
Nach einer längeren Fahrt (Bild 05) inkl. Reifenpanne landeten wir mit unseren beiden Jeeps am oberen Ende einer Schlucht, die uns nach 30 min Fußmarsch in eine abgelegene Bucht (Bild 06) des Baikalsees führte. André und ich gingen schwimmen - oh war das kalt! -, anschließend bauten wir die Zelte auf, errichteten die Feuerstelle für´s Abendessen (Bild 07). Dann wanderten wir auf einen nahe gelegenen Hügel mit traumhafter Aussicht (Bild 08). André zeigte uns (Bild 09), dass man alten, verwitterten Harz als Kaugummi verwenden kann. Schmeckte sehr, naja, interessant. Vom Ostufer her zog ein Unwetter auf. Wir kamen noch rechtzeitig ins Lager zurück und aßen eine Gemüsesuppe (Bild 10). Dank Andrea war ich nicht der einzige Vegetarier in der Gruppe. Uns zuliebe wurde die fleischige Beilage erst beigefügt, nachdem wir unseren Anteil abgeschöpft hatten. André: "In Sibirien ist ein Mann, der kein Fleisch ist, schon etwas sehr sehr merkwürdiges". Nieselregen setzte ein und verdünnte unsere Wodkagläser. Es wurde ein sehr familiärer und entspannter Abend. Einer von vielen, die noch folgen sollten.


20. Juli    
Bild 05  Bild 06 
Bild 07  Bild 08 
Bild 09  Bild 10 

21. Juli
Oh, tut das weh, wenn man die Bett- bzw. Schlafsackwärme im Baikal abwäscht (Bild 11). Die Kälte fühlte sich an wie kleine Nadelstiche. Aber schon nach wenigen Sekunden lässt der Schmerz nach und zurückbleibt ein klarer Kopf und ein gut durchbluteter Körper. Die Schlacht am Frühstücksbuffet (Bild 12) kann beginnen: warmer Haferschleim (Kascha), Nüsse, Zwieback, Rosinen, Schokolade, schwarzer Tee mit selbst gepflückten Johannisbeerblüten.
Die Wolken hingen sehr tief, es regnete immer wieder, die Temperatur ging in den Keller. Wir fuhren durch die Taiga zur Fähre, die uns auf die Insel Olchon bringen sollte. Das Fährschiff (Bild 13) war dem Ansturm der vielen Autos nicht gewachsen, vor uns hatte sich schon eine lange Warteschlange gebildet. Wir vertrieben die Zeit mit frischen Piroggen (Bild 14), frisch aufgebrühtem schwarzen Tee (Bild 15) Dosenbier und Wodka (Bild 16). Dann beschlossen wir, die Autos hier zu lassen und uns am anderen Ufer um eine neue Fahrmöglichkeit umzusehen. Unser Reiseleiter André (Bild 17) scheint am Baikal so bekannt wie ein bunter Hund zu sein, hat überall seine Connections. Gut für uns. So kamen wir zügig nach Chuschir (Bild 18), dem größten Dorf auf der Insel Olchon. Untergebracht wurden wir in einem Privathaus, wo wir gegen Mitternacht erstmals mit dem Luxus einer Banja (russische Dampfsauna) Bekanntschaft machten.


21. Juli    
Bild 11  Bild 12  
Bild 13   Bild 14  
Bild 15  Bild 16 
Bild 17  Bild 18 

22. Juli
Am nächsten Morgen war der Sommer zurückgekehrt und wir sahen uns eines der berühmtesten Wahrzeichen des Baikals an: den Schamanenfelsen (Bild 19) bei Chuschir. Er wird als Sitz der Götter verehrt und gefürchtet. Früher umwickelten Reiter sogar die Hufe ihrer Pferde, bevor sie in die Nähe des Felsen kamen, damit sie nicht den Zorn der Götter auf sich ziehen.
In einem alten Bus eines Fischers (Bild 20) ging es weiter in das Inland der Insel (Bild 21). Wir machten Halt an einer sonnigen Wiese und an einem kleinen See, dessen schlammiger Untergrund heilsame Kräfte haben soll. Jedenfalls stank das Zeug fürchterlich. Danach ging es schnurstracks weiter auf einen Aussichtshügel, wo André mit seinen geografischen Kenntnissen auftrumpfte.
Die folgende Nacht sollten wir in einer Bucht (Bild 22) verbringen, die sehr nah an der tiefsten Stelle des Baikals ist. Es war wie im Paradies. Dieser Ausblick, der Strand (Bild 23), in dessen Sand sich tausende Schmetterlinge tummelten (Bild 24), war ein Traum! Ich sprang in den Baikal (Bild 25) und schwamm eine größere Strecke, bis ich aus Angst vor der Tiefe unter mir wieder umdrehte. Auf der anschließenden Abendwanderung (Bild 26) bekamen wir erstmals Süßwasser-Robben zu Gesicht, die es nur am Baikal gibt. Abends aßen wir Rhabarber-Kompott und öffneten einige Flaschen Wodka. Es wurde ein schöner, langer Abend.


22. Juli   
Bild 19  Bild 20 
Bild 21  Bild 22 
Bild 23  Bild 24 
Bild 25  Bild 26 

23. Juli, Mittag
Ich sitze in einem kleinen Dorf in der Nähe des Fährhafens, zurück auf dem sibirischen Festland. Die Straßen sind staubig, Kühe laufen auf der Fahrbahn (Bild 27), ich trinke Tomatensaft und lausche dem Song von Moby, der aus der Holzhütte hinter mir dröhnt. Wir besorgen uns in kleinen Lebensmittel-Läden (Bild 28) das Notwendigste für die kommenden Tage: Brot, Haferflocken, Instant-Kartoffelpüree, Käse, Gemüse, diverse Dosen... und Wodka.


23. Juli, Mittag    
Bild 27  Bild 28 

23. Juli, Nacht
Unser heutiges Lager haben wir an einer wunderschönen Bucht (Bild 29), ca. 200 Meter über dem Meeres- äh, Baikalspiegel, aufgeschlagen. Die Wiesen sind herrlich, die Steppe dahinter (Bild 30) nahezu unendlich. Auf einem Felsen, 50 m von den Zelten entfernt, habe ich einige Schlangen (Bild 31) entdeckt. André meint, wenn alle sehen, wie ich die Felsen rauf und runter springe, könnte es in Zukunft mehr Vegetarier in Sibirien geben.
Dank dem hohen Wellengang war es heute nicht leicht, in den Baikal hinein zu schwimmen, ohne sich an den Steinen zu verletzen. Noch schwieriger war es, wieder raus zu kommen.


23. Juli, Nacht    
Bild 29  Bild 30 
 
Bild 31   

24. Juli
Gestern hatte ich den ersten Wodka-Rausch meines Lebens. Ich schwankte und fiel direkt in den Teetopf. Zum Glück war er nicht mehr allzu heiss. Die Nacht verbrachte ich im Freien an einen Felsen gekuschelt, weil ich die Enge des Zeltes nicht ertragen konnte. Griesbrei, Kekse und eine Schmerztablette zum Frühstück peppelten mich glücklicherweise wieder auf. Am Rande der Steppe besichtigten wir mehrere tausend Jahre alte Stein-Zeichnungen (Bild 32). Anschließend fuhren wir in ein Dorf ans Ende der Welt (Bild 33). Die Straßen sind ungeteert und mit riesigen Wasserpfützen gefüllt, Hunde und Kühe laufen überall frei umher. Es gibt eine letzte Pause (Bild 34), dann werden die Rucksäcke geschultert und die Trekking-Tour kann beginnen (Bild 35). André verabschiedete sich von uns, nun übernahm Ilja und sein Kollege Nadim das Ruder. Nach einigen Stunden erreichten wir unser Tagesziel (Bild 36). Ich lausche den Wellen, gehe spazieren, finde die Ruhe (Bild 37), die ich mir gewünscht habe. Der Baikal hat eine magische Anziehungskraft, es ist "anders" und schwer zu beschreiben. Der Horizont ist so weit weg, diese Farben habe ich noch nie gesehen. Ich fülle meine Feldflasche mit frischem Baikalwasser und genieße jeden Schluck. Es muss nicht immer Wodka sein. Heute nicht.


24. Juli    
Bild 32  Bild 33 
Bild 34  Bild 35 
Bild 36  Bild 37 

25. Juli
Vom Blick auf den Baikal (Bild 38) und den Wanderungen in den angrenzenden Wald (Bild 39) kann ich einfach nicht genug bekommen. Aufgrund der Lage unserer Bucht fand heute morgen gegen 5 h der Sonnenaufgang leider außerhalb meiner Sicht statt. Also schlief ich wieder weiter bis 8, packte dann mein Handtuch, ging zum Strand und schwamm soweit hinaus, wie ich mich traute. Nach dem Frühstück (3 Teller Kascha mit Nüssen) ging es auf die härteste Etappe, die ich mir vorstellen konnte. 6 Stunden reine Gehzeit mit einem Rucksack von gut über 20 kg (Bild 40). Wir kletterten über Felsen (Bild 41), wateten durch Bäche (Bild 42), schlugen uns auf kaum erkennbaren Jägerpfaden durch Wiesen (Bild 43) und Wald. Ilja, unser örtlich erfahrener Trekkingführer (Bild 44), klärte uns auf: "Hier im Wald gibt es Bären. Aber der Wind bläst heute so, dass die Bären uns vor einer unfreiwilligen Begegnung bereits riechen und deshalb besteht keine Gefahr. Auf einer früheren Tour mussten wir uns laut singend durch den Wald bewegen, um sie zu verscheuchen. Wenn Du auf einen Bären triffst, dann kannst Du eigentlich nur noch beten. Falsch wäre es, wegzurennen, dann setzt sein Beuteinstinkt ein. Besser wäre es, laut schreiend auf ihn los zu rennen... aber auch das ist keine Überlebensgarantie". Wer läuft schon einem hungrigen Bär freiwillig in die Arme?
Die Schönheit Sibiriens muss man sich erarbeiten, das bekamen wir auf dieser Tour zu spüren. Aber es rentiert sich! An diesem Tag waren wir bis 20 h unterwegs. Dann mussten noch die Zelte aufgebaut, das Holz gesägt (Bild 45), die Feuerstelle gerichtet werden. Wir spannten die Wäscheleinen für die verschwitzten Klamotten und begannen zu kochen. Heute gab es Käsenudeln und die obligatorischen, während der Tour gepflügten Pilze. Von den Fischern, die in der Bucht nebenan ihr Lager hatten, gab es rohen, kalt geräucherten Omul (Bild 46), ich blieb lieber bei der flüssigen Nahrung. Wodka.


25. Juli    
Bild 38  Bild 39 
Bild 40  Bild 41 
Bild 42  Bild 43 
Bild 44  Bild 45 
 
Bild 46   

26. Juli
Die ersten Krankheitsfälle in Form von Durchfall und Erbrechen traten in der Gruppe auf. Lag es am Fisch? An der ungewohnten Ernährung? Mir ging es glücklicherweise gut und ich freute mich schon auf die bevorstehende Tour, die über große Felsplatten ging (Bild 47). Nadim schleppte ständig 2 Rucksäcke gleichzeitig, um die Kranken zu schonen. Ein Tier von einem Mann. Nach 2 Stunden erreichten wir eine Jagdhütte (Bild 48), der ein wunderschöner Strand vorgelagert war. Ich nutzte jede freie Minute, um in den Baikal zu springen. Wir tranken Tee und ich aß Unmengen von Brot, Käse, Schokolade, Algen (Bild 49) und Halva. Dann ging es weiter durch den Wald und auf einen Berg hinauf. Ich kann nicht oft genug sagen, wie schön und facettenreich die sibirischen Wälder sind!
Weitere 2 Stunden später erreichten wir unser Ziel, eine sehr schöne Bucht (Bild 50), in der auch Fischer aus Nachbardörfern ihr Lager aufgeschlagen hatten. Wir kochten Kartoffelbrei und aßen dazu die obligatorischen Pilze. So langsam kehrt auf angenehmste Weise eine Routine ein, an die man sich gewöhnen könnte...


26. Juli    
Bild 47  Bild 48 
Bild 49  Bild 50 

27. Juli
Ruhetag. Baden, faulenzen, lesen, schlafen... naja, ich konnte es mir dann doch nicht ganz verkneifen und nach den leckeren Frühstückspfannkuchen verdrückte ich mich mit etwas Proviant im Rucksack in den Wäldern (Bild 52), bestieg einen Hügel, wollte abseits der Truppe die Landschaft auf mich wirken lassen. Wie Ilja mir geraten hat, habe ich immer etwas Lärm gemacht, um eine Bärenkonfrontation zu vermeiden. Es wurde ein schöner, entspannter Ausflug bei um die 30 Grad und einem strahlend blauem Himmel. Ein riesiger Fichtenwald auf der einen, der unendlich scheinende Baikal auf der anderen Seite (Bild 53). Ob der Abstand zum nächsten Bären geringer ist als der zu einem Menschen? Ich glaube ich geh mal lieber wieder zurück...
Abends aßen wir Nadims leckere Linsensuppe und konnten noch einige Kartons mit Bierdosen von einem Schiff abkaufen, das sonst nur die hier angesiedelten Fischer versorgte. Eine willkommene Abwechslung zum Wodka!


27. Juli    
Bild 52  Bild 53 

28. Juli
Haferbrei zum Frühstück - oh, ich liebe dieses Zeug! Frisch gestärkt brachen wir auf und klotzten ordentlich Höhenmeter. Mittendrin gab es eine Rast beim Förster der Region, wurden mit Omul (Bild 54) und Kwas versorgt. Seltsam gewachsene Bäume gibt´s hier auch (Bild 55). Weitere 3 Stunden später erreichten wir das nächste Försterhaus, in dessen Nähe wir auch unsere Zelte aufschlugen (Bild 56). Die Strände sind einfach ein Traum. Wir peitschten uns in der Banja aus (dadurch schwitzt man noch intensiver), sprangen nackt in den Baikal, nippten nach jedem Saunagang am Bier. Entspannung pur. Ilja kochte zusammen mit der Tochter des Försters eine Linsensuppe, und kam in fröhlicher Wodkastimmung zu uns zurück. Wir ließen uns gerne anstecken und so ging es nahtlos in einen geselliger Absturzabend am Lagerfeuer (Bild 57) über.


28. Juli    
Bild 54  Bild 55 
Bild 56  Bild 57 

29. Juli
Zum Frühstück gab es Resteverwertung: Buchweizengrütze mit Salz und Käse oder Buchweizengrütze süß. Ich aß beides und freute mich über die gesunde Vollwertkost, von der ein Ernährungsapostel á la Dr. Bruker begeistert wäre. Das letzte Stück der Trekkingtour war ein anspruchsvoller Bergtrail, 2 Stunden querfeldein, bis wir auf einen breiten Weg stießen, der uns zu unserem Ziel, einen kleiner Hafen (Bild 58), brachte. Ende der Trekking-Tour, die Zivilisation hatte uns wieder.
Nach einer dreistündigen Schiffsfahrt erreichten wir den Hafenort Listwjanka (Bild 59), der übrigens jedes Jahr im Februar das Ziel des Baikal-Marathons ist (die Strecke führt geradlinig über den zu dieser Jahreszeit gefrorenen Baikal). Hier versteht man den Baikal als die größte Quelle der Welt, weil in Listwjanka die Angara (Bild 60) als einzigster Abfluss aus dem Baikal entspringt. Wir kamen nach längerer Zeit wieder in Berührung mit Luxusartikeln wie Toiletten, Betten (Bild 61), Küche mit Gasherd, Dusche mit warmen Wasser, etc.


29. Juli    
Bild 58  Bild 59 
Bild 60  Bild 61 

30. Juli
Wir bestiegen einen Aussichtshügel mit Blick auf die Mündung der Angara, und besichtigten das Naturkunde-Museum, in dem zwei jämmerlich dreinblickende Robben in einem viel zu kleinen Basin ihr Leben fristeten. Nachmittags schlenderten wir durch den Ort (Bild 62) und abends besuchten wir einen Live-Club. Es war eine relaxte Veranstaltung mit etwa 20 Zuschauern. Zwei Sängerinnen traten nacheinander auf, die sich auf der Akkustischen selbst begleiteten. Die klassische Singer/Songwriter-Schule, die Suzanne Vegas aus dem Osten oder so. Etwas langweilig vielleicht, aber charismatisch und sehr entspannt.


30. Juli  
Bild 62 

31. Juli
In einem Kleinbus ging es zurück Richtung Irkutsk. Wir sahen uns noch mal in der Innenstadt (Bild 63) und in der Markthalle um, kauften die obligatorischen Mitbringsel, ich unternahm noch flugs einen Solo-Ausflug zum Bahnhof, um die transsibirische Eisenbahn (Bild 64) in Natura sehen zu können. Den Abend verbrachten wir in der Hotel-Bar bei einem (oder waren es mehr?) Glas Wodka.


31. Juli    
Bild 63  Bild 63 

1. August
Gegen halb fünf Uhr morgens klingelt der Wecker, wie unmenschlich. Schnell die Sachen zusammenpacken, frühstücken, ab zum Flughafen, Verabschiedung von Ilja, ab Richtung Moskau, München, Heimat.

OUTRO
Die Zeit, die man benötigt, um vom internationalen zum nationalen Flughafen (oder umgekehrt) in Moskau umzusteigen, sollte mit ca. 3 Stunden veranschlagt werden.
Für die Einreise nach Russland benötigen deutsche Staatsbürger ein Visum, das zuvor beim Konsulat beantragt werden muss. Das kann unter Umständen etwas länger dauern.
Um in Sibirien mobil zu sein, um einen intensiven Einblick in Natur und Geschichte zu erhalten, ist es empfehlenswert, Flug und (eine grob abgesteckte) Organisation über eine Agentur zu buchen, die mit einheimischen Reiseführern zusammen arbeitet. Besonders wichtig ist das, wenn man des Russischen nicht mächtig ist (so wie in meinem Fall). Ich hatte meine Reise über www.schulz-aktiv-reisen.de gebucht und landete in Sibirien bei Menschen, die Spaß daran hatten, mir Land und Leute näher zu bringen.
Das Essen in russischen Inlandsfliegern ist eine Katastrophe.
Nicht alle Russen sind Fremden gegenüber stets freundlich und gut gelaunt. ich habe Verkäuferinnen erlebt, die mir nichts verkaufen wollten, und Busfahrer, die bereits wieder losfuhren, als ich während des Ausstiegs noch einen Fuß im Bus hatte. Leute, die sich keine Mühe gaben, zu verstehen, was ich mit Händen und Füßen versuchte, mitzuteilen. Behörden, die extrem misstrauisch sind und Dir das Gefühl geben, nichts für Dich tun zu wollen. Das war aber im Großen und Ganzen die Ausnahme der Regel. Ausländer erleben das in Deutschland auch jeden Tag.
Nur wer der russischen Sprache mächtig ist, kann den Leuten wirklich näher kommen. Deswegen habe ich mich allein auf die Natur, die einmalige Landschaft der Baikal-Gegend fixiert bzw. fixieren müssen... und schon das allein war ein großartiges Erlebnis!


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