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Wintertrekking auf dem Baikalsee 2.3. - 16.3.2007

Freitag, 2.3.
Flug (2 Std. 45 Min.) von Berlin-Schönefeld nach Moskau, hier 5 Std. Aufenthalt, +2 °C. In dieser Zeit müssen wir den Flughafen wechseln. Transfer von Scheremetjewo 2 zu 1 im Linienbus. Auf dem Inlandflughafen Massen über Massen. Es folgt der Flug nach Irkutsk 5,5 Std.: Luft im Flieger 24 °C warm und sehr trocken. Zeitverschiebung zu Deutschland 7 Std., Ankunft am Morgen.

Sonnabend, 3.3.
Gleich im Hotel frühstücken gegangen und bis 11 Uhr im Zimmer ausgeruht. Wir können vom Hotelfenster auf die Ankara sehen, die in der Morgenkälte dampft. Sie friert, unabhängig von der Lufttemperatur, nie zu. Es ist der einzige Abfluss des Baikalsees und an der Abflussstelle 3-5 °C warm. Das ist genau die Temperatur des Sees unter dem Eis.
Das Hotelzimmer ist mit 26 °C für unseren Geschmack total überheizt. Das Ventil ist mit Farbe für immer und ewig arretiert und die Fenster mit Klebestreifen versiegelt. Einer muss jetzt nachgeben und das sind die Schwachen, also die Klebestreifen. Die Temperatur regelt sich von nun an über das geöffnete Fenster und das bei einer Außentemperatur von – 22 °C.

Bis 18 Uhr Stadtrundgang, Jürgen und ich suchen und finden ein schickes Cafe, bestellen selbigen nebst einem Stück Torte. Das kleine Vergnügen kostet uns umgerechnet 10 €. Irkutsk ist im Allgemeinen ein teures Pflaster. Wir sehen sehr viel Pelz, sehr geschmackvoll und sehr teurer. Zum Abend gibt es für uns noch Hasenbrote von zu Hause.

Andrej unser Reiseleiter hat sich für den Abend bei jedem für etwa 30-45 Min. angekündigt, um unsere Ausrüstung für das Eistrekking zu begutachten. Als er ins Zimmer trat, wunderte er sich sehr über das geöffnete Fenster. Wir mussten ihn darüber aufklären, was für uns "Wohlfühltemperaturen" sind. Beim Zeigen und Begutachten der Ausrüstung haben wir bei seinen Kommentaren viel Spaß. Dies ist eigentlich eine nette Art, sich schnell kennen zu lernen.

Sonntag, 4.3.
Fahrt mit Jeep und Kleinbus Richtung Baikalsee über 200 km. Wir sind 9 Touristen und 3 "Führer" – Andrej mit Frau Tamara und Freund Pascha, dem Mann fürs Grobe und Fahrer. Das Thermometer zeigt -28 °C und löst Hustenreiz aus. Die vorbeiziehende Landschaft ist sehr schön, erst Wald, der hier ab einer bestimmten Größe Taiga heißt, dann Steppe. Fahrer Andrej erzählt viel von Land und Leuten. Mittagessen in einer kleinen Holzkneipe nebst -laden. Krautsalat, Borscht, Momo (gefüllte gekochte Teigtaschen, siehe Nepal). Wir besteigen einen Berg und können auf den Baikalsee mit seinem schönen Eis von oben sehen. Inzwischen erzählt Andrej über die Geschichte Burjatiens, gewürzt mit viel Humor. Am Schamanenfelsen nochmals ein Geschichtenstopp. Wunderschöner blauer Himmel und Sonne, gut für die Fotos.
Dann sind wir am Eis und die Fahrt zur Insel übers kleine Meer kann beginnen. Der Gedanke, dass wir jetzt über Wasser fahren ist schön und auch ein bisschen aufregend. Auf der Insel beziehen wir in der ökologischen Station (ein etwas hoch gefasster Begriff für mehrere Holzhäuser, die als "Hotel" dienen, einfach aber sehr nett) Quartier bei Nikita, einem ehemaligen Spitzensportler. Nach dem Abendessen wird noch beim Nachbarn ein Banjabesuch organisiert. Klasse! Zuerst die, die es gerne heiß mögen und dann die zweite Staffel der Weicheier und Warmduscher. Obwohl, eine warme Dusche habe ich so nicht gesehen. Fließendes Wasser gibt es hier nicht. Es wird täglich mit Tankwagen von einer Quelle hergebracht.

Montag, 5.3.
Am Morgen wieder schneidende Kälte, besonders durch den Wind. Spaziergang zum nahe gelegenen Schamanenfelsen, Frauen dürfen da nicht drauf! Er liegt im Wasser, jetzt Eis, und ist in jedem Prospekt von der Insel Olchon zu sehen. Ein Wahrzeichen des Baikalsees. 11 Uhr Abfahrt mit 2 grünen Minibussen, in denen das ganze Gepäck und die Schlitten sind. Wir fahren Richtung Süden der Insel und dann über durchsichtiges Eis zu einer buddhistischen Stupa. Der Gedanke, dass die Straße aus Eis besteht, ist schon etwas gruselig, aber man muss den Einheimischen vertrauen. Die Autos rattern über teils zu Eisbruch aufgeworfene Schollen.
Wir laufen bei Sonne und kaltem Wind den Hang hoch zur Stupa. Sonne und kalter Wind. Anschließend Fahrt zu einem malerisch gelegenen Bach. Auf seiner total vereisten Fläche laufen wir ohne Hilfsmittel wie Spikes oder Stöcke und bekommen so etwas Feeling für das Eistrekking. Die Landschaft ist wunderschön, auch im Winter. Über einen sehr steilen Berg geht es zu den Autos zurück. Es erwartet uns am Feuer ein Mittagessen aus noch handwarmen Omul und fertig geschmierten Schnitten. Omul ist der Baikalfisch und hier überall zu haben. Es ist alles sehr urig und schön. Die Autos bringen uns zum Ausgangspunkt der Trekkingtour durch den Wald und spucken uns und unser Gepäck und die Schlitten wieder aus. Jetzt heißt es Schlitten packen. Wir lernen schnell worauf es ankommt. Wichtig: Die Schnur muss extrem fest gezurrt sein, damit über "Stock und Stein" nichts verrutscht. Der klassische Schlitten ist in der Regel beladen mit dem persönlichen Rucksack, dem Zelt, einen "Fressbeutel" von Tamara und der voluminösen Isomatte oder auch zwei. Es geht los. Ein zugefrorener Bach auf einer größeren Strecke erschwert den Weg, bringt aber auch Spaß in die Gruppe, da es nirgendwo Halt gibt und wir immerzu im Gebüsch landen. Kurz vorm großen Meer beschließen wir, die Zelte im windstillen Wald aufzubauen.

Unser Helfer Pascha macht sich mit Säge und Axt sofort auf Holzsuche und bringt die Kochstelle zum Glühen. Tamara hat Borscht vorgekocht und eine Art Kraut-Ei-Salat gemacht, der noch nicht durchgefroren ist. Den Salat sollen wir zuerst essen, ehe er ganz einfriert. So wie er fangen langsam unsere Hände und Füße an einzufrieren. Das Thermometer arbeitet sich mittlerweile wieder auf -28 °C runter. Ein zweites Feuer neben der Kochstelle erhält uns am Leben. 1. Nacht in der Daune. Mein Komfortbereich geht bis -17°C für Männer. Aber der große Hit sind unsere neu gekauften Daunenbettschuhe, die kombiniert mit einem Paar dicken Wuschelsocken sogar meine sonst nie warm zu bekommenden Füße nun über einen längeren Zeitraum wärmen. Das Problem ist jetzt der Kopf. Jürgen setzt seine Wollmütze auf, die am Morgen etwas angefroren ist. Ich tauche kopfunter in den Schlafsack, was den Nachteil hat, dass die ausgeatmete Luft im Schlafsack verschwindet, dort gefriert und jeden Tag mehr wird. Jetzt kommt das Problem mit der Isomatte. Nach eingehender Beratung beim Trekkingausrüster, haben wir auf die Therm-a-Restmatte verzichtet und neue Matten gekauft. Beim Aufpusten wäre Luftfeuchtigkeit in die Matte gekommen, die dann gefrieren würde und das Schaummaterial zerbröselt hätte. So haben wir uns für die "Eierpappen"-Isomatte entschieden. Diese war zwar gut, hatte aber ihre Temperaturgrenze überschritten. Morgens stand Kondenswasser in den Vertiefungen, was dann schnell gefror und wir die kleinen Eiskugeln rausschütteln konnten - noch eine Gummimatte dazu und die Isolierung wäre perfekt gewesen.

Dienstag, 6.3.
Das Aufstehen kostet Überwindung. Der Schlafsack ist am Kragen von der Atemluft gefroren. Durch die Gruppendynamik geht es dann voran. Ich freue mich aufs Eis. Noch eine halbe Stunde durch den Wald und wir stehen am Seeufer, an dem sich das Packeis türmt. Alle holen Steigeisen oder Spikes raus bzw. lassen sich Schrauben in die Sohle drehen.
Diese Möglichkeit behalte ich mir vor, bis es nicht mehr anders geht. Ehe wir loslaufen vergeht viel Zeit. Der Anblick des Meeres, wie die Einheimischen sagen, das aufgeworfenen Eis am Rand ist für uns grandios und es wird viel fotografiert. Diesen Anblick muss man erst einmal verdauen. Atemberaubend. Die ersten unsicheren Schritte. Auch an den Schlitten muss man sich erst gewöhnen, er tänzelt so hinter uns her. Andrej mahnt nun zur Eile. Es ist fast Mittag 11 Uhr, noch kein Meter auf dem Eis ist geschafft und wir haben noch 20 km vor uns. Dann geht es los.
Die Gruppe zieht sich schnell auseinander. Erste Bekanntschaft mit den Eisstrukturen. Es ist überwältigend schön. Nach ein paar Stunden "Einlaufen" machen wir an einem riesengroßen tief blau schimmernden Eisschollenbruch Mittag. Tamara schüttet belegte Brote, die zu Eis gefroren und gebogen sind, auf eine Scholle, dazu Keks und Bonbons. Das ist ein schönes Foto. Meine Speicherkarte ist schon voll und eine neue im Rucksack zurzeit unerreichbar. Die Akkus vom Fotoapparat und die Stirnlampe trage ich ständig "am Mann". Es ist eine Wirtschaft beim Fotografieren: Jacke auf, Akku raus, Akku in den Fotoapparat, knips, Akku zurück, beim Reißverschluss zu ziehen neues Motiv entdeckt, Prozedur beginnt von vorn… Am ersten Tag trage ich den Fotoapparat auch unter der Daunenjacke, was sich aber nicht bewährt, da durch das Schwitzen der Apparat feucht wird und dann sofort gefriert. Dann geht erst mal nichts mehr.

Wir laufen bis abends spät und die letzten Kilometer fallen uns schwer. Doch das Pensum müssen wir schaffen, da es nur eine Möglichkeit zum Zelten gibt und der morgige Tag auch sehr lang wird. Die nächste mögliche Bucht ist dann uns (auf der ganzen Strecke an der Ostküste der Insel gibt es nur 4 oder 5). Zelte aufbauen, Schlafsack raus, Tassen und Essnapf fassen. Es geht schon etwas flotter. Ganz so kalt wie letzt Nacht wird es nicht. Tamara hat Lachseintopf mit Tomate vorbereitet. Es schmeckt lecker, aber sie beklagt sich, dass die Gruppe zu wenig isst.
- 22 °C.





Mittwoch, 7.3.
Leichtes Schneegrieseln nach dem Aufstehen. Mich fröstelt´s. Andrej kommt mir entgegen gesprungen und verkündet: "Heute ist es schön warm!". Mein Thermometer zeigt – 14 °C. Alles ist relativ. Laufen, laufen, Mittagessen siehe gestern, am Nachmittag ändern wir die Richtung. Nicht mehr parallel zur Küste, sondern Richtung Seemitte. Andrej peilt mit dem GPS die tiefste Stelle im See an. Das bedeutet etwa 6-7 km seewärts. Die Sonne ist weg und es sieht trübe aus. Ansonsten hat das Auge keinen Fixpunkt zum Festhalten. Crasheisfelder erschweren manchmal das Laufen. Wir raten Andrej festzulegen, wo die tiefste Stelle ist, wir wissen es sowieso nicht. Er läuft noch einen Haken und ist irgendwann zufrieden. Er hackt eine 1637 ins Eis - wir sind am Ziel, die tiefste Stelle ist hier! Hinter dem "Zeltplatz" ist ein Eisfeld für Tee"wasser" und intime Bedürfnisse. Nun geht es an den Zeltaufbau. Seit geraumer Zeit stürmt es etwas und die ausgepackten Zelte blähen sich wie ein Ballon. Wie bändigt und arretiert man diese Stoffmonster? Mit der Eisschraube wird das erste Loch gebohrt. Die Hände bleiben am kalten Metall kleben. Pascha hat aus mitgebrachten Holzbrettchen mit dem Beil Zeltheringe gehackt. Jetzt hat das Zelt einen Fixpunkt und die anderen 3 Ecken folgen. Das Eis ist total durchsichtig und hat die Farbe blau mit einem Stich ins türkis. Es ist ein erhebendes Gefühl hier zu sein.
Ein kleines Tunnelzelt dient als Mannschaftszelt, wobei das hintere Drittel noch zum Kochen benötigt wird. Das machen Pascha und Tamara. Die Gaskartusche ist zu kalt und will nicht so richtig, dann taut das Eis ewig nicht und für 12 Personen ist es viel zu eng. Wir sitzen in geduckter Haltung auf den Schlitten. Die müssen auch noch mit rein. Die Wodkaflasche kreist. Erich aus der Schweiz spendiert eine 1-kg-Packung Schokoladentäfelchen. Diese kleben später mit verschütteter Nudelsuppe mit Fisch, Teeblättern, Wodka und anderen Leckereien auf dem Eis fest. Es wird auch noch etwas gesungen. Der Hintern und das Kreuz schmerzen in der gebeugten Haltung. Doch alle sind in gelöster Stimmung und wir kriechen in unsere Schlafsäcke. Jetzt können wir uns ganz dem Geräusch des arbeitenden Eises hingeben.

Bongggg… sind die tiefen Töne, aber zirrrr-rrrrr an der Oberfläche jagt uns schon einen Schrecken ein.
- 18 °C

Donnerstag, 8.3.
Der Morgen auf dem Eis ist trotz Kälte wunderbar. Wir genießen die Exklusivität. Nach dem Frühstück laufen wir wieder Richtung Insel, also bis zur Felsnase, die ins Meer ragt und dann noch etwa 7 km. Aber heute war es schwieriges Gelände - uneben, Schneefelder, Crasheis. Wir kommen bei dem Gegenwind nicht so richtig vorwärts. Auch hinter dem Felsvorsprung geht eine kräftige Brise, die durch die Daune weht. Am Horizont ist eine Minisiedlung mit etwa 8-10 Holzhäuser auszumachen. Es ist eine Klimaforschungsstation. Aber der Weg zieht sich hin. Eine ganz lange Felswand mit dicken hohen Eiszapfen erfreut mein Fotoherz. In der Siedlung hat Andrej eine Hütte mit 2 mal 3 Betten organisiert. Der Ofen ist schön warm. Wir teilen uns in Männer- und Frauenraum, manche müssen auf dem Fußboden schlafen. Aber es ist wie immer: Je enger, desto gemütlicher. Alle Schlafsäcke werden zum Trocknen über die Trennwand gehangen. Sie sind teilweise sehr nass. Es ist schön, gemeinsam zu kochen. Stühle sind auch nicht für alle da. Aber es tut gut, im Trocknen zu schlafen und dem Schlafsack eine Chance zu geben.

Freitag, 9.3.
Letzter Eistrekkingtag. Es geht zur Nordspitze. Viel verschiedenes Eis mit sehr interessanten Lufteinschlüssen. Alles wird fotografiert: Felsformationen mit Rieseneiszapfen, Felssteine mit unendlich dickem Eispanzer, dann dünnes Bruch-Eis, das aussieht wie ein Glasscherbenfeld, dann wieder dicke azurblaue Eisschollen, dann spiegelglattes Eis zum Laufen mit den typischen 50-70 cm nach unten reichenden Bruchkanten, auch mal ein eingefrorener Fisch - alles fordert die Aufmerksamkeit. Man schaut ständig nach unten und ist auch nach Tagen noch fasziniert und begeistert.
Wir laufen um die Nordspitze rum und auf dem Eis liegt jetzt eine geschlossene Schneedecke. Das Laufen fällt schwer und ist anstrengend. Das schöne Eis ist unter der Schneeschicht verschwunden. Auch von der Sonne ist nichts mehr zu sehen. Es streckt sich. Endlich da. Wir klettern noch auf das Felsplateau und haben eine tolle Aussicht. Die Felsen sind mit korallenrote Flechten bedeckt. Hier oben wollten wir zelten. Doch ein günstiger Umstand bescherte uns statt morgen Vormittag schon heute Abend einen Fahrer aufs Eis. Mit ihm geht es beim Sonnenuntergang zu Nikita und die superschöne, stark beeindruckende Eistour ist beendet.

Uns erwartete ein auf 28 °C hochgeheiztes Zimmer, welches dank des guten Steinofens nicht abzukühlen ging. Den nächsten Abend war es immer noch 24 °C warm.

Samstag, 10.3.
Besuch des kleinen, aber mit viel Liebe zusammen gestellten Heimatmuseums. Ortsbegehung, Konsum, Banja und allgemeine Entspannung. Jürgen Tischtennis. Am späten Nachmittag entdecke ich gerade noch rechtzeitig den Heizer, der bei uns Heizverbot hatte und dabei war, den Ofen wieder heimlich mit Holz voll zu knallen. Jürgen hatte auch versucht ihn zu verjagen, aber wenn er zu ihm mnogo (viel) sagt und glaubt, dass das wenig heißt, muss er sich nicht wundern.

Sonntag, 11.3.
Transfer nach Irkutsk. Zwischenstopp an den Felszeichnungen 2500 J. n. C. Relativ gut erhalten. Mittagessen wie auf der Hinfahrt in der gemütlichen Holzkneipe. In Irkutsk im Hotel nur die Sachen getauscht, Abendessen gewesen, individueller Einkauf.
21 Uhr Abfahrt in der Transsib Schlafwagen nach Ulan Ude.

Montag, 12.3.
Morgens einchecken im angenehm temperierten Hotel. Auch das Zimmer war von angenehmer Größe, dafür ist das Frühstück sehr elend. Ab 10 Uhr Stadtrundgang: Außer der Kirche, den alten Holzhäusern und der Fußgängerzone gibt es keine Sehenswürdigkeiten. Das Theater ist ein imposanter Bau, aber hinfällig und es wurde gerade restauriert. Die meisten von uns haben an einer Balettveranstaltung in einem anderen Gebäude teilgenommen. Mittag und Abendessen im Theatercafe, dem besten Haus am Platz.



Dienstag, 13.3.
Fahrt zum buddhistischen Kloster, einer kleinen Stadt, in der 25 Mönche wohnen. Strahlende Sonne und Ruhe. Auch in uns. Bei der Weiterfahrt eine kleine Bergbesteigung mit wunderbarer Aussicht über Burjatien. Bis zur Mongolei sind es nur etwa 200 km. Am Nachmittag treffen wir im Dorf der Altgläubigen ein. Für dieses Treffen haben wir im Bus Lieder geübt, die möglichst alle mitsingen können. Mit mäßigem Erfolg, es war ein Gaudi. Ich z. B. kannte nur die "Moorsoldaten". Die Frauen im Dorf hatten viel Essen vorbereitet und wir hatten großen Hunger, das passte schon. Sie haben uns viel vorgesungen, während wir uns den Magen vollgeschlagen haben: Krautsuppe, Pilzpastete, Piroggen mit Leber, Ei und Kraut, selbstgemachter Quark, saure Sahne, Beerenmarmelade, Möhrensalat, Kartoffelbrei mit Hackfleischklöschen, Wodka, Hefekuchen mit Beerenmarmelade - lecker.
Dann wurde uns gezeigt, wie man eine Braut zurecht macht. Der anschließende Spaziergang durch das Dorf tat uns gut. Nach der Rückkehr nochmals gegessen und dann waren wir dran mit Singen. Wir konnten uns auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen mit "Schneeflöckchen Weißröckchen" und "Jetzt fahr´n wir übern See, übern See …" Zufrieden quartierten wir uns in der Transsib
über Nacht nach Irkutsk ein.

Mittwoch, 14.3.
Fahrt nach Listwjanka, das ist der Ort an dem der Baikalsee als Fluss Ankara abfließt. Kurz vorher Besuch des Holzdorfmuseums. Alte originale Häuser hier wieder aufgebaut. Alle genießen die Ruhe und die Sonne. Wir waren ganz entspannt und träge. Mittagessen in Listwjanka. Tamara und Andrej schenken uns eine CD mit den Liedern der Altgläubigen. Zweiter Museumsbesuch, diesmal ein Naturkundemuseum.

Donnerstag, 15.3.
Rückflug siehe Ankunft



Marlies H.


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