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Reisebericht von Gundolf Schmidt zu seiner Tour entlang der Donau ...

... während der er u.a. die Tour "Einzigartiges Donaudelta"
(>> Zur Reisebeschreibung ) unternahm.

Reisezeit: September/Oktober 2014


21.9.2014 - Eine schöne Einstimmung

Donaumuseum in Tulcea  Markt in Tulcea 

Tulcea ist auch der Ausgangspunkt meiner zweiten Reise, denn hier traf ich auf meine Reisegruppe, bestehend aus sieben mutigen Paddlern aus ganz Deutschland zusammen. Die Stadt hat nicht nur eine Uferpromenade, eine Einkaufsstraße, einen Bauernmarkt zu bieten , auch einige schöne Museen locken. Am Anfang unserer Reise stand das Kennenlernen des Donaudeltas auf dem Programm. Und wo kann man das besser als im Donau Delta Museum. In schönen offenen Schauanlagen sah ich, was in freier Wildbahn wahrscheinlich schwer zu sehen sein wird. Pelikane und andere Delta Tiere ganz nah. Schön war die passende Geräuschkulisse dazu. Es gab aber nicht nur tote Tiere zu bestaunen, in vielen Aquarien schwammen auch lebendige Fische. Wels und Zander waren mir bisher nur von der Speisekarte bekannt. Vom Stör hatte ich natürlich schon viel gehört, aber hier schwamm er leibhaftig vor mir herum. Näher werde ich diesem König der Donau sicherlich nicht kommen.


24.9.2014 - Der Donau ganz nah

Als Amateur unterwegs  Der Donau ganz nah 

Nun endlich war es soweit, meine erste Tour mit dem Kanu durch das Donau Delta startet. Mit einem zweiten Mann geht es am Morgen in die Tiefe des Gewirrs an Wasserarmen. Dank eines Reiseführers war aber die Orientierung kein Problem, ohne Reiseführer wäre es aber eins. Denn das Durcheinander der vielen Wasserarme wird doch bald unübersichtlich. Immer wieder kommen links oder rechts neue Arme oder fängt ein kleiner oder großer See an. Aber mit Guide konnte ich mich ganz der Natur widmen, zwischen mir und der Donau lag genau ein Zentimeter Plastik. Mit vielen Paddelschlägen kam die Natur immer näher. Schwäne, Kormorane, Reiher, Ibisse, Pelikane, sogar Adler waren zu bewundern. Natürlich nicht in Großaufnahme, sondern nur sekundenlang aber live und in Farbe. Der Wind zauberte kleine und große Wellen, so dass die Fahrt nie langweilig wurde. Bald kam auch noch die Sonne heraus und es wurde eine richtig gute Kanu-Tour. Immerhin 20 Kilometer . So wünsche ich mir die Begegnung mit dem Delta.


25.9. 2014 - Im Vogelrausch

Pelikan!  Vogelbeobachtung im Delta 

Der dritte Tag im Donau Delta führte auf die Nordseite des Sulina Kanals. Hier hatte die alte Donau ihren ursprünglichen Verlauf. Recht breit und sehr schön anzusehen. Unser Ziel waren aber einige Seen, immer auf der Suche nach Vögeln. Und gleich der erste See war ein Volltreffer. Schon von Weitem hörte ich das typische Vogelstimmendurcheinander. Und wenn es zum Orkan anschwoll, dann wusste man, jetzt war man da. Was für ein Anblick. Tausende Gänse und andere Vögel waren vor unserem Auge und unserer Linse. Aber, so einfach war es auf gar keinen Fall, Vögel zu beobachten und gar zu fotografieren. Aber es entstand ein Jagdtrieb, der einem immer näher an die Beute heran treiben lies. Und wenn es der liebe Gott wollte, so kam man auch zu einem guten Fotoschuss. Ich hatte mit einem Pelikan Glück. Er blieb lange genug in Pose. Aber irgendwann war der ganze Pulk aufgescheucht und suchte das Weite. Und das war es dann auch mit der ganzen Vogelherrlichkeit. „Vogelbeobachtung ist wie eine Lotterie“, so unser Reiseleiter. Man wusste nie, was einen erwartete.


27.9.2014 - Am Ende Europas

Am Rande Europas in Periprava  Pause. 

Der heutige Tag wurde von einer Exkursion an das Ende Europas geprägt. Mit Hilfe eines Rangers gelangte ich in einen abgesperrten Wald. Tatsächlich war der komplette Wald eingezäunt, warum das Ganze. Hunderte, wenn nicht Tausende halbwilde (Bio) Rinder und Pferde bevölkern das Delta und fressen natürlich alles, was ihnen vor die Schnauze kommt. Der Letea Wald soll sich natürlich regenerieren, das geht selbstverständlich nur ohne Rinder und Pferde. Umgeknickte Bäume und Sandwüste bestimmen den Wald. Weiter ging es an die Außengrenze Europas nach Periprava. Hier ist Europa bis auf Weiteres zu Ende. Einige Häuser, ein Fährschiff, Kneipe und Kirche bestimmen das Erscheinungsbild. Die russisch orthodoxe Kirche von innen zu sehen, war schon die holperige Herfahrt wert. Ikonen und eine schöne Ikonostase. Das Dorf Letea wiederum wird bestimmt durch zwei lange sandige Dorfstraßen, an der sich schöne Häuser mit Abrisshäusern abwechseln. Für einen Besuch recht romantisch, so mein Gedanke, aber hier wohnen, möchte ich wohl nicht.


29.9.2014 - Zu Besuch im Schwarzen Meer

Bad im Schwarzen Meer  Die Donau am Kilometer "minus 7"  

Die Sonne schien, der Wind pfiff nicht und so ging es zu Fuß ans Schwarze Meer. Die gepflasterte Straße führte fast bis an den Strand. Die letzten einhundert Meter warteten feinster Sand auf Touristen, die tatsächlich auch kamen. Ein Mutiger traute sich auch ins Wasser. Der Mutige war ich selber. Nicht zu kalt, nicht zu viele Wellen, es war ein gutes kurzes Bad im Schwarzen Meer.

Dieses war aber nicht die einzige Begegnung mit dem Schwarzen Meer am heutigen Tag. Eine Motorbootexkursion stand noch auf dem Plan. Auf den letzten sieben Kilometer fuhr ich nun die Donau mit dem Boot. Ganz gemütlich ging es anfangs zum Kilometer Null, am alten Leuchtturm vorbei, immer weiter hinaus. Ein Stopp auf dem Damm zeigte sehr schön wie neues Land entstand. Die Wellen spülten unablässig schwarze Erde an den Strand und vergrößern dadurch andauernd das Land. Dem neuen Leuchtturm kamen wir immer näher, das Meer wurde auf beiden Seiten immer sichtbarer und der Wellengang wurde höher. Am wirklichen Ende der Donau zeigte das Schwarze Meer seine ganze Kraft. Richtig starker Wellengang ließ das Schiff auf den Wellen tanzen. Adrenalin pur. Nun war ich wirklich am Ende der Donau, der Anfang des Schwarzen Meeres war erreicht.


30.9.2014 - Sulina: Verborgene Sehenswürdigkeiten

Auf der Suche nach Streicheleinheiten   Ursprünglich ...  

Heute stand eine Stadtbesichtigung auf dem Plan. Sulina gehört sicherlich nicht zu den einhundert schönsten Städten, die man als Tourist gesehen haben muss. Aber, das ist die Arroganz des westlichen Touristen, denn auf dem zweiten Blick ergeben sich einige sehr sehenswerte Dinge , in dieser Stadt, die so am Rande Europas liegt, eine gepflasterte Straße ihr eigen nennt.Aber acht verschiedene Religionen samt Kirchen zeugten von einer unwahrscheinlichen Toleranz der Menschen und einer unwiderstehlichen Anziehungskraft des einst größten Hafens des Schwarzen Meeres. Anschauen konnte ich mir die griechisch-orthodoxe Kirche mit ihren schönen Ikonen. Der internationale Friedhof glänzt wirklich mit der Vielzahl von Gräbern vieler Nationen, die ihre Angehörigen hier begraben haben. Der Alte Leuchtturm samt Museum beherbergt die Geschichte der Donau. Hier wurde der Anfang der heutigen Gegenwart und der nächsten Zukunft der Donau gelegt. Nicht nur geografisch ist hier der Kilometer Null. Hier ist auch das Sehnsuchtsziel jeden Radlers auf dem Donau Radweges. Immer und überall präsent waren die vierbeinigen besten Freunde des Menschen.


1.10.2014 - Suche nach d. Paradies Sfântu Gheorghe

Tierparadies Donaudelta  Ordentliches Rumänien 

Der letzte Weg im Donau Delta führte mich nach Sfantu George. Ein kleines verlassenes Dorf, habe ich gedacht, weit gefehlt. Schon das Anlegen im modernen Hafen war eine Augenweide. Meine Pension hatte höchsten Standard. Ist das das Urlaubsparadies? Wifi und fließendes warmes Wasser, rumänisches Essen von einer Menükarte. Das Leben als Tourist kann nicht besser sein.

Alles passte, ein frisches Bier auf der sonnen umfluteten Terrasse ließen die Stimmung in den Himmel schießen. Ein Spaziergang durch den Ort zeigte einen sehr aufgeräumten, fast makellosen Ort mit alten traditionellen und schönen neuen Häusern. Irgendwie alles im Einklang. Selbst eine leere Verkaufszeile störte wenig. Das Schwarze Meer war bald erreicht und hier schlug das Sehnsuchtsherz gleich wieder schneller, beim Anblick der Weite des Meeres. Aber nun ist das Reiseziel Donau endgültig geschafft. Vor mir floss sie sanft aber bestimmt in das Schwarze Meer.


2.10.2014 - Abschied vom Donaudelta

Abschied vom Delta   Lebendiges Land  

Nun geht es doch zu Ende, das Abenteuer Donaudelta. Zwölf Tage sind doch schneller umgegangen als gedacht. Vier Stationen im Donaudelta zeigten den Fluss von den verschiedensten Verkehrsmitteln und unterschiedlichsten Perspektiven aus. Alle hatten ihr Gutes. Beim Paddelboot war man näher am Wasser dran, beim Motorboot ließen sich auch Wellen bezwingen und mit der Fähre konnten auch 100 Kilometer überwinden werden. Die Reise hatte gehalten was versprochen worden war, sie war abwechslungsreich und entschleunigend. Die Fähre von Sfantu Gheorge nach Tulcea namens Maramures dampfte gleichmäßig der Sonne voraus immer Richtung Endpunkt. Selbst ein Pelikan war zur Abschiedstour gekommen. Unterwegs wurde noch einmal Donauleben live erlebbar. Melonen flogen im hohen Bogen an Bord. Irgendwann leuchtete Tulcea wieder am Berg. Endgültig ist die Donaureise noch nicht zu Ende, denn es geht ja noch zurück. Aber das ist schon wieder eine neue Geschichte.


5.10.2014 - noch nicht wach geküsst: Constanta

Chef von Constanta   Wartet auf den Prinzen  

Heute war ich zu einem Kurzbesuch in Constanta gewesen. Diese Stadt ist schon eine andere Hausnummer als Tulcea. Nach dem die kilometerlangen Wohnblöcke zu Ende waren, kam endlich die kleine Altstadt zum Vorschein. Recht bald erkannte ich, hier hat sich noch nicht viel getan. Auch hier wird zuerst ordentlich gepflastert, aber die Gegensätze zwischen ruinös und glamourös sind auf wenigen Metern immer wieder zu erleben. Constanta hat immer noch keine durchgehende schöne Bebauung der Innenstadt hin bekommen. Die Anzahl der Bars und Cafés hat aber zugenommen. Gemütlich lässt es ich schon sitzen. Die Mehrzahl der Touristen schwärmt natürlich nur in diesem kleinen Bereich aus, verlässt man die Hauptstraße .so gelangt man schnell in die Schmuddelecken, die es immer noch zu Hauf gibt. Leider hat sich auch an der Situation des Casinos nichts verändert, im Gegenteil, Fenster und Türen sind schon eingeschlagen. Schade, schade.


7.10.2014 - Tulcea Liebe auf den dritten Blick

Freundliches Land   Religion in Tulcea ... eine farbenfrohe Sache. 

Keine Angst ich bin nicht fremd gegangen, fast ein Monat war Tulcea mein Heimathafen gewesen und ich fühlte mich von mal zu mal besser. Tagtäglich gefielen mir die Stadt und ihre Bewohner besser. Immer wieder bin ich in Tulcea unterwegs in einer Mischung aus Shopping und Sightseeingtour gewesen. Ich dachte nach einem Tag ist alles angesehen und eingekauft, weit gefehlt. Jeden Tag weitete ich meine Streifzüge aus und entdeckte immer wieder Neues. In den Geschäften gab es selbstverständlich auch chinesische Waren, aber o Wunder Made in Turkey überwog. Für mich das reinste Schlaraffenland. Und so kaufte ich und kaufte ich und kaufte ich immer wieder und fand immer wieder was Schönes. Nebenbei besuchte ich auch die verbleibenden Museen der Stadt. Das Volkskundemuseum war in einer halben Stunde mit seinen wenigen Exponaten erledigt. Aber, was für eine Überraschung bot das Kunstmuseum mit einer Ausstellung mit Bildern von Eugeniu Barau, übrigens ein Künstler mit Wohnsitz Tulcea. In seinen bildgewaltigen Kunstwerken verarbeitet er Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Rumäniens. Immer wieder tauchen allegorische Figuren auf, wahnwitzig interessante Konstellationen. Ich war stundenlang in der Galerie unterwegs gewesen und genoss das unerwartete Kunsterlebnis. Immer tiefer tauchte ich in das Alltagsleben einer fremden Stadt ein, ich hatte sogar den Mut für Kosmetik und Massage.


Tulcea ... hält eine ganze "Fuhre" an Bildern und Impressionen bereit! 

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