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Auf den Spuren der Inka

"Auf den Spuren der Inka"
22.03. – 12.04.2008

Reisebericht von Gertrud und Hans-Jochen Rößler, Dresden


1. Tag Flug nach LIMA

5.30 Uhr mit Taxi zum Flughafen Klotzsche. Flug nach Frankfurt (diese langen Gänge dort!) und weiter nach CARRACAS und LIMA. Lissy - eine Deutsche - erwartete uns. Fahrt zum Hotel. Nur noch schlafen!


2. Tag LIMA-PARACAS

6.45 Uhr mussten wir am Busbahnhof sein. Der Linienbus war ein Luxusreisebus mit Klimaanlage, Toilette, Imbiss - für 5 Deutsche! Die Fahrt führte uns durch große Wüstenabschnitte und immer wieder mit herrlichem Blick zur Küste. Manchmal sahen wir auf dem puren Sand Hütten, die nur Schilfmatten als Wände und ein ebensolches Dach hatten. Mitunter waren nur die Claims abgesteckt und später, wenn etwas Geld da ist, beginnt der Hüttenbau. Kein Strom und das Wassertankauto kommt einmal in der Woche! Wenn dann die “Siedlung“ eine Weile steht, werden Wasserleitung und Strom beantragt. Erst danach wird man etwas Grün sehen können, es muss ja alles bewässert werden. Die Bewohner verdienen ihr Geld als Tagelöhner. Unterwegs sahen wir ab und zu morgens eine große Anzahl von Männern jeglichen Alters, die an Sammelstellen auf Arbeit warteten.
Wir sollten auf der Panamerikana bis PARACAS fahren, aber in PISCO ging der Bus kaputt. Der Wechsel in einen Kleinbus verlief zügig und reibungslos. Wie die das bloß hinbekommen haben? Viele Erdbebenschäden vom August des Vorjahres konnten wir noch sehen, ganz oder teilweise eingestürzte Häuser, viele Risse in den Wänden. Ob hier auch das von uns gespendetes Geld sinnvoll verwendet wurde? Von der Kirche am Hauptplatz stand nur noch der Turm, der sonntägliche Gottesdienst fand unter freiem Himmel hinter den Ruinen des Kirchenschiffes statt. Gegen Mittag waren wir bereits in PARACAS. Das Hotel befand sich zu unserer Freude gleich am Meer. Mittagessen konnten wir in einer der vielen Gaststätten an der Promenade. Anschließend Badeausflug zu der unter Naturschutz stehenden PARACAS-Halbinsel, mit Schlagbaum und Eintritt. Dort wurden wegen der Trockenheit - es regnet nie - verblüffend gut erhaltene zwei- bis dreitausend Jahre alte Mumien gefunden, die in wunderbar gewebte große bunte Tücher gewickelt waren. Beim Schwimmen mit Pelikanen und Schrammen über einen versteckten Felsen mit Seeigeln rammte ich mir mehrere Stacheln in meinen Oberschenkel, nahm das aber nicht so ernst. Der Wirt des kleinen Kaffees bestand aber darauf, sich das anzusehen. Er holte seinen Arzneikasten und operierte mir mit großer Erfahrung und sehr behutsam die Spitzen heraus. Mit Sicherheit war ich nicht seine erste Patientin.


3. Tag PARACAS-NASCA

Wir teilten mit vielen Mücken das Hotelzimmer. Nach dem Frühstück räumten wir das Zimmer, das Gepäck wurde eingestellt. Von einer Indiofrau kauften wir Halsketten.


Händlerin 

Die „Perlen“ (bohnenförmige Kerne) sind die Samen vom Huayruro-Baum aus dem Dschungel. Sie sollen Glück bringen und wenn sie im Portemonnaie stecken, hat man immer Geld. Na, das war doch etwas für uns! Ich hängte mir die Kette gleich um und behielt sie bis zum ersten Duschen wieder zu Hause in Dresden am Hals. Es muss doch etwas dran sein, uns war das Glück wirklich hold. Am Strand beobachteten wir noch eine Pelikanfütterung: Bei jeder neuen Touristengruppe holte der Mann aus seinem Beutel paar neue Fische und hielt anschließend die Mütze auf! Dann stiegen wir aufs Boot zur Fahrt zu den BALLESTAS-Inseln - mit Rettungsweste und Kopfbedeckung (wie gut, denn einige bekamen Vogelkleckse ab). Das Wasser war türkisblau und auf den Inseln spektakelten Unmengen von Vögeln: Inka-Seeschwalben, Guanovögel (Guanodünger), Kormorane, Möwen und noch Dutzende andere. Auch zahlreiche Robben und ein paar Humboldt-Pinguine konnten wir sehen. Es war beeindruckend.


Robben  

Anschließend ging es mit anderen Touristen per Bus weiter nach NASCA. Kleiner Halt in ICA: Pisco-Kelterei besichtigen und verschiedene Piscosorten kosten. Das Rezept für “Pisco sour“ steht im Reiseführer. Danach Weiterfahrt auf der Panamerikana bis zur Oase HUACACHIN. Mittagessen im klimatisierten Lokal, sehr wohltuend bei über 30° im Schatten am heißesten Ort Perus. Weiter auf der Panamerikana bis zum Aussichtsturm nahe NASCA, von dem man einen ersten Blick auf die berühmten Geoglyphen werfen kann.


Panamericana 

Nachdem wir hochgestiegen waren, sahen wir zwei der von Maria Reiche erforschten Linien: Die Hände und ein Stück vom Baum! Sonnenuntergang über der Pampa. Weiterfahrt nach NASCA. Hier wohnten wir vielleicht im selben Hotel, in das vor 30 Jahren Maria Reiche auf Lebenszeit einziehen durfte: Spanischer Stil, im Innenhof Arkaden, Blumen, Rasen, ein Schwimm-becken. Begrüßungsessen ein paar Häuser weiter mit Indiomusik und zum Schluss einem “Pisco sour“.


4. Tag NASCA-PUERTO INCA

Frühstück im hübschen Hof des Hotels. Nebenan im Touristenbüro trafen wir auf einen Angestellten, der ein ehemaliger Schüler von Maria Reiche war. Wir Deutschen sagen, Maria Reiche hat die Nascalinien erforscht, die Peruaner dagegen, sie hat die Nascalinien gerettet. Der Mann bemühte sich, damit wir das Maria Reiche Museum besuchen können, das sich in SAN JOSE befindet (25 km zurück auf der Panamerikana). Hier also, in so einer primitiven Hütte hat sie über 20 Jahre während ihrer Pampaaufenthalte gewohnt! Nun per Jeep zum Flugplatz, nach kurzer Wartezeit starteten wir mit noch zwei anderen Touristen im Kleinflugzeug bei herrlicher Sicht über die Geoglyphen.


Geoglyphen 

Zurück in NASCA wurden wir an die nächste Reiseleiterin - Marcia, eine Peruanerin – “weitergereicht“. Dann rascher Aufbruch nach PUERTO INCA. Unterwegs sahen wir die höchste Düne der Welt, wo vor ein paar Jahren die Weltmeisterschaften im Sandsurfen stattfanden. Weiter ging es durch Wüste und durch Oasen und vorbei an Olivenplantagen, die noch aus Kolonialzeiten stammten. Wir standen am Rand des großen Grabenrisses, wo zwei Erdplatten zusammenstoßen. Die Straße war stellenweise vom Sand zugeweht, ein Pflug schob sie immer wieder frei. Über eine Sandpiste ging es letztendlich ans Meer zu einer ruhigen, hübschen Ferienanlage.


5. Tag PUERTO INCA-AREQUIPA

Besuch der alten Inkaruinen und Vorratsräume in unmittelbarer Nachbarschaft der Ferienanlage. Marcias Erläuterungen brachten uns das Leben in der Inkazeit näher: Vorrätelagerung in Colcas (Erdlöchern), Gräbergruben, Bauweise der Mauern (Sand und zerstoßene Muscheln), System der Nachrichtenübermittlung (Inkaläufer).
Zurück zur Panamerikana und durch hunderte von Kurven hoch in die Ausläufer der Anden. Immer wieder sehr fruchtbare Täler mit üppigen Feldern und vielen Kühen. Es war bereits dunkel, als wir in AREQUIPA ankamen. Das Hotel war ein großes, altehrwürdiges spanisches Herrenhaus, liebevoll ausgestattet und mit herrlich bunten Höfen.
Es erinnerte etwas an eine komfortable Klosterzelle. Bummel zur Plaza de Armas, schön illuminiert.


Hinterhof des spanischen Herrenhauses 
Plaza de Armas 

Ein Teil der Bäume war in Entenform, Vogelform, ... geschnitten. Kleines Abendbrot unter den Arkaden. Oft wurden wir von Indiofrauen zum Kauf von Pullovern, Ponchos und andren Dingen animiert.


6. Tag AREQUIPA-CHIWAY

Zeitiges aufstehen, leckeres Frühstücksbuffet im malerischen Hof. Danach mit Gepäck zum Auto und anschließend Besichtigung des Dominikanerkloster Santa Catalina (Nonnenkloster, eine eigene kleine Stadt in der Stadt) mit einer sehr ausführlichen Führung über die vielen Details des Klosterleben. Nur Töchter der spanischen Reichen kamen dorthin, jährlich musste eine ganze Menge Geld entrichtet werden. Jede Nonne hatte ein eigenes Haus mit eigener Küche, ganz anders also, als man sich ein Kloster vorstellt. Die einheimischen Indiofrauen waren nur als Dienerinnen angestellt.
Laufen zur Kathedrale (mit Besichtigung) am Hauptplatz, der auch am Tage gut aussieht. Anschließend ging es an das andere Ende des Platzes zur Jesuitenkirche mit prachtvoll ausgemalter Sakristei: Viele Motive aus Dschungel und Indioleben. Draußen Demonstration von Bergbauern und Tagelöhnern, weil sie keine Rentenansprüche haben.
Wir fuhren weiter, hielten noch einmal oberhalb der Stadt an. Hier hat man normalerweise einen tollen Blick auf die Vulkane, aber sie steckten leider in den Wolken. Wir kauften Cocabonbons und bewunderten die Maracujablüten. Bald waren wir auf dem Altiplano und sahen die ersten Lamas, Alpacas und Vicunas.


Lama 

Am Abzweig nach CHIWAY Rast mit Lunchpaket und Cocatee mit Pfefferminze (schmeckte sehr gut) in so einer Art Gaststätte mit Textilverkauf. Große Lamaherden und vereinzelt einfache Gehöfte bei unserer Weiterfahrt. Wir kletterten auf eine Höhe von 4910m. Keine Probleme! Dann ging es lange, lange hinunter ins Colcatal. CHIWAY ist ein uriges, kleines Städtchen mit recht großem Markt (sehr indigen), dem wir etwas später einen Besuch abstatteten. Die Frauen sind so was von fleißig: Hinter ihren Ständen stehen die Nähmaschinen und sie besticken die Stoffe für ihre Taschen und Täschchen und das alles ohne Vorzeichnungen. Abendbrot in Gaststätte mit Folkloremusik.


7. Tag CHIWAY-CRUZ DEL CONDOR

Zeitiges Aufstehen. Fahrt durch mehrere Bergdörfer über beim Erdbeben teilweise abgerutschte Straßen und vorbei an Feldern mit Kartoffeln, Getreide und Amarand (sehr energiereiche Getreideart aus der Inkazeit). Heute Vormittag wollen wir Kondore beobachten. Wir waren sehr zeitig da und bald stiegen tatsächlich die ersten dieser großen Vögel auf, so gut wie ohne Flügelschläge.


Fliegender Kondor 

Die dortige Population beträgt 35 Vögel, wie sahen sie fast alle. Anschließend liefen wir am Rand der Colcaschlucht ca. zwei Stunden zurück zum vorausgefahren Jeep. Wir erhielten viele Erklärungen zur Schlucht und zu den Tieren und Pflanzen und zu den Speichern und Grabhöhlen, die in einer hohen Wand weit oben zu sehen waren. Wie die meisten anderen auch waren sie von Grabräubern geplündert worden. Am Nachmittag Fahrt zum Thermalbad, nur paar km weit. Als wir in das Freibecken steigen wollten, fing es an zu blitzen und zu donnern und zu regnen! Es war das einzige Mal in den drei Wochen! Also leider ab ins Innenbecken mit den entsprechenden Düften. Bis zum Abendessen wieder Bummel über den Markt.


8. Tag CHIWAY-PUNO

Fahrt zum Pass und Halt auf 4910 m Höhe. Wir machten einige Fotos und jeder baute ein Steinmännchen und äußerte einen Wunsch. Es ist eine alte Tradition und es müssen mindestens drei Steine übereinander gesetzt werden, je einer für die Schlange (Unterwelt), den Puma (Erde) und den Kondor (Himmel).


Steinmännchen 

Abwechslungsreiche Weiterfahrt: Lamaherden, Seen, Wüstenteilstücke. Immer wieder sahen wir Indiofrauen mit ihren voll gepackten farbigen Tragetüchern mit gestickten Pullovern, gewebten Decken, Ponchos und vielen kleinen Souvenirs.


Indiofrau 

In der Nähe von SILLUSTANI stieg unsere neue Reiseleiterin Soledad zu, sehr indigenaussehend. Fahrt auf die Halbinsel und Erklärung der Grabtürme. Hier wurden wir auch erstmalig auf die niedlichen Figuren hingewiesen, die nach Fertigstellung eines Hauses als Glücksbringer auf dem Dach angebracht werden. Meistens ist es ein Stierpaar, mitunter kommt noch ein Kreuz, manchmal auch ein Topf dazu.
In PUNO empfing uns als erstes ein Riesenjesusstandbild ähnlich wie in Rio. Fahrt zum Hotel und anschließend Bummel zum Markt. Kaffeetrinken in einem Kommunenbistro, sehr hübsch eingerichtet und mit einem geschmackvoll gestalteten Hof. Abendbrot in Restaurant mit Pizzabackofen.


9.Tag LAGO TITICACA

Wir mussten zeitig am Hafen sein, hatten ein 40-Personen-Schiff allein für uns. Zuerst steuerten wir – genau wie alle anderen Boote - die schwimmenden Inseln an. Es hatte wohl jeder Touristen-Kapitän seine “eigene“ kleine Insel. Liebevoller Empfang von den sechs dort lebenden Familien, die uns ihre Produkte vorstellten. Wir “mussten“ einfach etwas kaufen: Keramik, ein Deckchen und eine Riesensuppenkelle. Anschließend ließen wir uns mit einem kleinen Schilfboot zur Nachbarinsel bringen, war toll.


Schilfboot 

Dort war auch die Schule. Wir wurden wieder von unserem Schiff übernommen und es ging weiter zur Insel der strickenden Männer, TAQUILE. Herrlicher Rundblick, da die Insel steil aus dem Wasser steigt. Auf dem Hauptplatz fand gerade das wöchentliche Meeting der sechs Bürgermeister statt. Noch weiter oben war dann unser Mittagessen-Restaurant: sehr hübsch und das Essen war ganz prima. Abstieg zum Hafen, 536 Stufen. Gemütliche Rückfahrt nach PUNO mit sonnen, ein bisschen schlafen und fotografieren der verschneiten Kordilleren. Abendessen wieder im selben Restaurant wie gestern.


10.Tag PUNO-CUSCO

8 Uhr fuhr unser Zug, also wieder entsprechend zeitig aufstehen. Herzliche Verabschiedung von Soledad. Wir wurden von elegant gekleideten Bahnangestellten empfangen: Schicke Uniformen, weiße Hemden und perfekt sitzende Mäntel. Personengebundene Fahrkarten und Passkontrolle! Später stellten wir fest, dass alle Mitreisenden Ausländer waren. Der Zug bestand nur aus einem Wagen 1. Klasse, einem Salonwagen mit runden Tischchen und frei verschiebbaren schweren Sesseln vor großen Panoramafenstern, einem Cateringwagen und noch zwei oder drei anderen. An den Wänden nostalgische Leuchten und Fotos vom Bau und der Inbetriebnahme der Bahnstrecke. Längere Zeit fuhren wir am See entlang und sahen immer wieder Schilfboote in verschiedenen Größen. Unterwegs viele Lamaherden, immer mal Gehöfte, kleine Ortschaften. Das Mittagessen entsprach garantiert dem eines 5 Sterne-Hotels. Es ging immer höher ins Gebirge hinauf, auf dem Pass (4338 m) ein 10 Minuten Halt: entweder Pullover einkaufen oder fotografieren!


Fahrt ins Gebirge 

Nach dem Pass wurde es grüner und die Dörfer wirkten wohlhabender, weniger Herden, mehr Landwirtschaft. Im Dämmern fuhren wir in CUSCO ein und wurden von Alexandra erwartet. Fahrt in ein kleines altes spanisches Familienhotel. Wir kippten unsere Rucksäcke aus und siehe da, es reichte noch fürs Abendbrot. Anschließend ein Bummel zur Kathedrale und zur Hauptstraße. Ohne es zu wissen liefen wir an Inkamauern und am berühmten Sonnentempel vorbei.


11.Tag CUSCO

Etwas dürftiges Frühstück, die Marmelade verdünnt. Ich konnte an die Margarine nicht mehr ran und habe zum Glück noch etwas Butter. Pünktlicher Aufbruch zur Stadtbesichtigung. Zuerst zum Sonnentempel mit vielen interessanten Erklärungen.


Sonnentempel 

Anschließend Besichtigung der Kathedrale mit mehreren Seitenaltären und dem Abendmahlbild mit dem gebratenen Meerschweinchen in der Tischmitte. Durch die Gasse mit dem berühmten, fugenlos in die Mauer eingesetzten 12-eckigem Stein zum Künstlerviertel, wo junge Leute selbst hergestellten Schmuck auslegten und verkauften. Sehr preiswertes Mittagessen im Gasthaus “Heidi“, das von einem Schwaben geführt wird. Anschließend Bummel durch Geschäfte. Abends Treff mit Alexandra zum Abendessen in hübscher Gaststätte: verschieden gefüllte Pasteten und Dips und eine Flasche Rotwein.


12. Tag INKARUINEN um CUSCO

Heute ist Wandertag. Gleich nach dem Frühstück steiler Aufstieg durch schmale Gassen mit nachgebildeten Inkamauern nach SAQSAYWAMAN, der Festung. Wir bestaunten das präzise Bearbeiten und Aufeinanderfügen der Steine, es geht wirklich nichts in die Spalten. Sogar Steine mit mehreren Ecken passten exakt.


Schmale Gassen 
Präzise gearbeitete Mauer 

Begeistert waren wir von den blühenden Wiesen: Frühlingsiris in großer Zahl, Andenmargeritten und andere, traumhaft. Ein Glück, dass wir im März reisten, zwei Monate später ist alles verdorrt. Wir liefen auf der Höhe nach Q’ENGO, der Pachamama-Altar (Mutter Erde) war schon erstaunlich. Das nächste Ziel unserer sehr schönen Wanderung (ähnlich wie auf La Palma) war die ehemalige Karawanserei PUCA-PUCARA. Dort saßen wieder viele Indiofrauen mit Auslagen ihrer Arbeiten. Picknick in den Ruinen. Von da war es zum Inkabad nicht mehr weit: TAMBOMACHAY ist eine sehr schöne Anlage mit symmetrischem Brunnen. Vielleicht war es aber auch nur ein Rastplatz für die Inkaläufer. Von dort aus ging es zurück, wir stiegen aber eher in die Stadt ab.


13. Tag CUSCO-PISAQ-URUBAMBA

Eine weitere Ruine erwartete uns im URUBAMBA-Tal. Wir hatten einen herrlichen Blick auf Terrassenfelder und die sogenannten “fliegenden“ Stufen, über die man von Terrasse zu Terrasse steigen kann. Die Anlage war in mehreren Ebenen angelegt und nur durch einen Tunnelzugang erreichbar. Wieder ein Observatorium, wunderbar passend gehauene Steine und ein ganz ausgeklügeltes Bewässerungssystem. Bei der Weiterfahrt hielten wir an einem Maisbier(Chicha)-Ausschank an, erkenntlich an einer roten Plastetüte, die an einem Stock vor dem Haus hängt. Wir kosteten vorsichtig vom Bier, hielten uns aber dann mehr an die Erdbeervariante, die uns besser schmeckte Die Indios dagegen trinken oft 10 große Gläser und mehr. Weiter geht es durch das URUBAMBA-Tal nach PISAQ. Auf der Fahrt erklärte uns Alexandra viel über die Pflanzen aus der Inkazeit. Am Straßenrand wachsen Pfeffersträucher. Kurzer Halt an einer Pastetenbäckerei, sehr billig das Stück, schmeckte hervorragend. Noch ein bisschen Einkaufen (Keramik, lose Perlen, Holzlöffel) und weiter zur gewaltigen Anlage OLLANTAYTAMBO. Die Liebe eines Offiziers zu einer Prinzessin verbot der Inka und sperrte das Mädchen weg. Als er 10 Jahre später starb und der Nachfolger davon nichts wusste, gab es doch noch ein Happyend.
In kleinem Städtchen URUBAMBA bogen wir in ein Seitental ab. Der Weg wurde immer schlechter und holpriger, Alexandra war unsicher und fragte einige Male nach unserem Quartier für die nächsten Nächte. Der Name war abgeleitet von den Vorratslagern der Inkas oben in der Felswand. Dann fuhren wir in das große Grundstück, sehr urig. Alles im Bungalowstil errichtet, eingemauerte Glasflaschen, rohe Stämme vom Eukalyptusbäumen, rechte Winkel musste man suchen, Hochbett, Kamin, gemauerte Betten und Regale, Hundertwasser-Flair. Der Aufenthaltsraum war im ähnlichen Stil gestaltet. Callo - unser nächster Reiseleiter, ein Chilene - erklärte uns die kommenden Tage und wir schlugen uns mit Englisch so einigermaßen durch. Bald in die Betten und endlich mal kein Kampf mit Laken und Decken, sondern eine richtige bezogene Zudecke.


14. Tag Wanderung nach MORAY und MARAS

Zum Frühstück (sehr gut) gab es eine Überraschung: Callo erklärte uns, dass eine in der Nähe wohnende Deutsche (verheiratet mit einem Peruaner) uns auf der Wanderung begleiten würde. Conny stieg dann unterwegs zu und wir fuhren diesmal auf der anderen Seite des URUBAMBA-Tales hinauf nach MORAY. Wir liefen ein Stück und standen plötzlich vor einem riesigen “Trichter“, in dem ringförmige Terrassenfelder angelegt waren. Mehrere Männer waren dabei, diese wieder in Ordnung zu bringen. Die unteren drei Ringe waren bereits mit Kartoffeln bestellt. Es sind Versuche, die alten Anbaumethoden der Inkazeit zu ergründen und wiederzubeleben. Wir konnten bis ganz hinunter steigen, auf fliegenden Stufen von Terrasse zu Terrasse, gigantischer Blick nach oben. Unten auf einem kleinen Plateau finden jährlich Veranstaltungen von Folkloregruppen statt.
Anschließend wanderten wir durch trockene Felder, kleine Schluchten, über staubige Wege nach MARAS zu den Salzterrassen. Unterwegs viele Erläuterungen, was wie wogegen hilft. Conny und Callo pflückten ab und zu eine Handvoll “Grünes“ ab und versorgten so ihre Hausapotheke. Ein paar Mal kamen uns Frauen mit Eseln entgegen, denen man große Chichakrüge an die Seite geschnallt hatten - Bier war für die Männer auf den Feldern.


Männer bei der Feldarbeit 

Unser Jeep stand inzwischen auf dem Dorfplatz von MARAS und das Mittagessen wurde uns unter den Dächern der an dem Tage unbenutzten Marktstände serviert: Drei Gänge! Und keiner der Dorfbewohner fand das außergewöhnlich! Danach Abstieg zur Schlucht, recht gemächlich. Ein salzhaltiger Bach wird über ein spitzenmäßiges Verteilungssystem in die Becken geleitet, den Rest erledigt die Sonne. Und das seit Hunderten von Jahren! Schöner Abstieg zur Straße, wo der Jeep uns erwartete. Rasch noch Semmeln, Käse und Tomaten für das Abendbrot einkaufen und zurück zu unserem “Hundertwasser“-Hotel.


Wasserbecken zur Salzgewinnung 

15. Tag Wanderung in die Berge und zu den Ruine

Conny begleitete uns wieder, weil es gestern mit uns so schön war. Mit dem Jeep fuhren wir auf der immer unbefestigter werdenden Straße bis zu deren Ende. Nun liefen wir auf alten Inkapfaden stetig bergan, ca. 600 Höhenmeter. Wir durchschritten alle Vegetationszonen vom Dschungel mit üppiger Pflanzenwelt bis zur Baumgrenze. Im oberen Teil des Tales krochen wir in den ziemlich zugewachsenen Ruinen des Prinzessinnenpalastes herum. So soll MACHU PICCHU bei seiner Wiederentdeckung auch ausgesehen haben. Dann war es bis zum Dorf nicht mehr weit. Alles sah noch so aus wie in der Inkazeit: Die Häuser aus einfach aufgeschichteten Feldsteinen bestanden nur aus einem kleinen Raum mit offener Kochstelle, an einer Seite zwei Betten mit einem Tisch dazwischen, die andere Seite der Küchenteil, Kochstelle, paar Regale mit Küchenutensilien, an den freien Stellen an den Wänden einige Sitzgelegenheiten und kein Fenster. Auf dem Fußboden wuselten 15 Meerschweinchen herum, die Festtagsbraten. Es ist uns nicht klar, wie man unter diesen Umständen so ein appetitliches und schmackhaftes Mittagessen zubereiten kann. Serviert wurde auf dem Hof: Salat, Reis mit Hühnchen, Pudding. Zurück liefen wir den gleichen Weg, trafen nur paar Kinder, die sich um ihre Ziegen kümmerten, indem sie die Zweige der Bäumchen zum Abfressen herunter bogen. In welcher Zeit werden wohl die Inkaläufer unsere Strecke geschafft haben? Im „Dorfkonsum“ kauften wir noch Tomaten, die wir zu den Resten von gestern essen wollen.
Nach dem Abendessen saßen wir noch beim Rotwein, später kamen Callo und seine Lebensgefährtin Leonie (aus Berlin) dazu. Es wurde ein sehr interessanter Abend, wir erfuhren viel über ”über das Gästehaus”, Leonies Arbeit als Heilpraktikerin und Hebamme und Perus Bürokratie gegenüber den Immigranten.


16. Tag Botanische Wanderung durch Terrassenfeld

Zuerst - Conny war wieder mit von der Partie - fuhren wir talabwärts zu einem Amarandfeld. Dieses uralte schon Vorinkagetreide hat ganz kleine Körner, so wie bunte Streusel für Plätzchen. Es waren riesige Rispen, beeindruckend. Viele Länder versuchten den Anbau, weil es so ein Powergetreide ist, aber es wächst nirgends sonst. Die Spanier hatten es einstmals verboten und nur in ganz hohen Lagen bauten es die Bauern heimlich an. Die Forscher fanden auch Samen als Grabbeigaben und versuchten damit den gelungenen Wiederanbau.
Wir fuhren ein Stück zurück und liefen dann durch Terrassenfelder parallel der Straße zurück nach URUBAMBA. Callo erklärte uns wieder Unmengen von Pflanzen und wogegen sie helfen, den Bau der Terrassen, die Bewässerung. Unser Mittagessen erneut malerisch: Eine Tischdecke auf einer Wiese im Schatten unter einem Baum: Nudelsalat, Gebäck als Nachtisch und natürlich wieder Cocatee. Wie in Paradies. Am Friedhof (Erdbestattungen und Etagengräber) wartete der Jeep auf uns. Fahrt zur Markthalle: Weintrauben, Tomaten, Avocado, Gurke einkaufen. Kofferpacken, bisschen lesen, Abendbrot.


17. Tag URUBAMBA-AGUAS CALIENTE

Nach einem weiteren Superfrühstück sahen wir uns Leonies Behandlungs- und Geburtsräume an. Pünktlich um 11 Uhr war Alexandra da und holte uns ab. Kurz nach 12 fuhr unser Zug, wieder ein reiner Touristenzug. Die Fahrt war ganz anders als von PUNO nach CUSCO. Das URUBAMBA-Tal ist recht eng, aber nach der halben Strecke begannen die “Wimpern des Urwaldes“, es wurde grüner und exotischer. Nach der Ankunft bezogen wir unser Hotel, das Zimmer erinnerte sehr an Tibet: Die Gardinen, die Wandgestaltung, die Tagesdecken. Nach dem anschließenden Mittagessen bummelten wir talabwärts bis zum Beginn der Stufen nach MACHU PICCHU. Zurück ging es dann über den Markt zum Hotel. Vor dem Hotelzimmer war tüchtiger Krach, Kinder tobten bis nach 22 Uhr eine Treppe hoch und runter und dann kam noch eine Folkgruppe. Da half nur noch Ohropax!


18. Tag Besichtigung von MACHU PICCHU und zurück

Wir mussten früh schon das Zimmer räumen, da wir den ganzen Tag unterwegs waren (das Gepäck stellten wir im Hotel ein). Der Bustransport auf die hoch im Gebirge liegende Ruinenstadt war super organisiert. Am Anfang war ein Teil der Anlage in Wolken, doch sie verzogen sich und es wurde immer prächtiger.


Machu Picchu 

Alexandra führte uns zuerst in die Oberstadt: Sonnentempel, Priestertempel, der Platz, an dem die Sonne angebunden ist (das Allerheiligste), zum Gärtchen mit Orchideen, Observatorium. Die Wichtigkeit der Gebäude erkennt man daran, mit welcher Sorgfalt die Steine bearbeitet wurden. In der Unterstadt Wohnhäuser, mitunter zweigeschossige Speicher, Brunnen, ein Kultplatz mit einem halb eingegrabenen Inkakreuz.


Wohnhäuser in der Unterstadt 
Kultplatz in Machu Picchu 

Wir wanderten noch zum Sonnentor, dem weit vor der Stadt gelegenem Eintrittstor von MACHU PICCHU und gleichzeitig Endpunkt des Inkatrails. Nach unserer Rückfahrt nach AGUAS CALIENTE hatten wir noch Zeit und gingen zum “Glücklichen Indianer“ essen. Der Gepäcktransfer vom Hotel zum Bahnhof klappte nicht und Alexandra legte einen Blitzstart hin, so schnell konnten wir gar nicht schalten. Aber bei Abfahrt des Zuges saßen wir samt Gepäck frohgelaunt auf unseren Plätzen, natürlich wieder nach vorangegangener Passkontrolle. Draußen war es inzwischen finster und zeitweise fuhren wir wie in einem Schlafwagen. An der Endhaltestelle stand schon unser Jeep. Wir fuhren aus dem URUBAMBA-Tal heraus und hatten einen phantastischen Blick auf das “illuminierte“ Tal. Unterwegs erhielten wie eine Lektion Astronomie: Alexandra zeigte uns das Kreuz des Südens und außerdem “die Augen des Lamas“ und “die Füße des Zentauers“. Am nächsten Tag brachten wir das prompt durcheinander! Übernachtung war im selben Hotel wie ein paar Tage zuvor, dort hatten daher auch unsere Beutel mit den Mitbringseln gelassen. Wir richteten uns in gewohnter Weise ein und gingen gleich schlafen.


19. Tag CUSCO

Alexandra, pünktlich wie immer, holte uns ab und es ging ins Inkamuseum. Nun bekamen wir mit entsprechender Anschauung den letzten Schliff über die Epochen und die dazugehörenden Keramiken, die Lebensweise und Traditionen bis hin zu den ersten Jahren der spanischen Herrschaft. Mittagessen wieder im HEIDI. Nun brauchten wir noch Blumen, denn zum Abendbrot stand der Besuch einer typischen Familie aus CUSCO im Programm. Zurück im Hotel mussten endgültig Koffer und Rucksäcke gepackt werden. Am Abend fuhren wir mit Alexandra zu Antonia und Carlos: es gab Amarandsuppe, Hühnchen mit Gemüse und Reis, Machatopudding. Der Besuch bei Privatpersonen war für uns ungewöhnlich, aber doch recht nett.


20. Tag CUSCO-LIMA per Flugzeug

Ganz zeitig aufstehen, wie mussten 6.30 am Flughafen sein. Im Lima empfing uns Ernesto. Es ging gleich mit dem Jeep auf Stadtrundfahrt, alles recht hopp- hopp. Für die Plaza de Armas bekamen wir 10 Minuten, anschließend Besuch des Franziskanerklosters. Jede Kachel wurde aus Spanien herangeschafft! In den Gewölben liegen Massen von Gebeinen, früher war dort der unterirdische Friedhof. Zum Abschluss dann das Goldmuseum. Ein Privatmann sammelte das alles in den sechziger Jahren, als sich noch niemand so recht für Perus Geschichte interessierte. Der Sammler war auch ein Waffennarr und könnte mit seinen Ausstellungsstücken, ca. 20000 Waffen, eine ganze Armee ausrüsten. Die Goldfunde stammen aus verschiedenen Epochen und sind so zahlreich, dass Wanderausstellungen um die Welt reisen können, ohne dass diese Exponate vermisst werden. Dann fuhren wir mit einigen Empfehlungen für Mittagessen und Einkäufe in dasselbe Hotel wie bei unserer Ankunft. Mittagessen waren wir in einem Lokal einer Broilerkette. Anschließend schlenderten wir in den empfohlenen Supermarkt, dort werden wir auf dem Rückweg unser Abendbrot kaufen. Bummel durch paar Geschäfte und ein etwas längerer “Marsch“ zum Strand, wo wir einen schöner Sonnenuntergang beobachten konnten. Abendbrot im Hotelzimmer.


21.+22. Tag Rückflug LIMA-CARACAS-FRANKFURT-DRES

Alles verlief planmäßig, pünktliche Ankunft in Dresden.


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