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MAROKKO

Kein Tagebuch - doch meine Geschichten aus neun ganzen und zwei halben Tagen Wandern im Hohen Atlas, Juni 2007 – von Martina Valentien


Ewig unvergessen  

Gut ein halbes Jahr ist vergangen seit wir in Marokko waren, genauer im Hohen Atlas.

Wir, das sind: Beate und Rainer, Sabine und Peter, zwei Ehepaare aus Ostdeutschland, meine Schwester Viola und ich, Martina, zwei Schwabenmädel aus den südlicheren Gefilden Deutschlands.
Zum Wir gehört jedoch auch der zweite Teil unserer Gruppe, unsere marokkanischen Begleiter, die unser Leben dort nicht allein erleichtert, sondern wesentlich bereichert und erheiternd gestaltet haben:
Abdellah, unser jugendlich-kompetenter Bergführer et très charmant, …


Abdellah – unser Bergführer  

… Khali Moh, der Koch - er war bereits in Mekka und genießt darob hohes Ansehen - ferner Lahssen, Maultiertreiber und sowohl Experte bei der Hefeteigzubereitung als auch köstlicher Salat-Arrangements und der deliziösen Orangenscheiben mit Zimt, der zurückhaltende und sehr warmherzige Adi, ebenfalls Maultiertreiber und Mohammad, Maultiertreiber und unser Ältester, stets mit einer blauen Wollmütze mit aufgenähtem Shell-Emblem bekleidet.

Meine Schwester und ich verfolgten den Stand des Shell-Emblems wie den Lauf der Gestirne. Denn dieses Logo war immer irgendwo anzutreffen, nur nicht an der vermeintlich richtigen Stelle. Zudem änderte es überraschend schnell seinen Stand; ein wunderbares Sinnbild für den unbekümmerten Umgang mit den Gegebenheiten des Lebens und völlig unbeleckt von der bei uns so kultivierten Label-Mania. Letztendlich hat es seinen Kopf umrundet und wir waren es zufrieden.
Ja, Mohammad ist ein ungemein froher Mensch und, obwohl er nur die einheimischen Sprachen spricht – ich bin mir nicht mal sicher, ob er fließend arabisch kann – er bekommt mit seinen flinken Augen alles mit, stets bereit zu Hilfestellung, Scherz und Lachen.


Unsere lieben Freunde und Helfer: Adi, Lahssen, Khali Moh und Mohammad  

Der Hohe Atlas ist ein durchaus unwirtliches Gebirge, was die Wanderwege angeht, zumindest nach mitteleuropäischem oder gar schwäbischem Albvereins-Maßstab. Bist du das erste Mal dort in Nordafrika oder Marokko, dann findest du dich nicht zurecht, du brauchst einen Führer. Mit viel marokkanischer Erfahrung oder als eingefleischter „Expeditionistler“, sicher, irgendwie würde es eventuell dann schon mal gehen – mit dem Gehen. Ich habe mich das des Öfteren gefragt, zumal ich, zusammen mit meiner Schwester, bei uns, in Italien, Frankreich oder Kreta durchaus so einiges auf eigene Faust durchwandere. Doch dort – ich glaube, auch wenn ich es könnte, ich wollte es nicht. Das Zusammensein mit den Marokkanern ist so schön gewesen, so voller Zuvorkommen, Herzlichkeit, Esprit und Witz, etwas sehr Wesentliches hätten wir alle ohne sie einfach nicht erlebt.

Zu Beginn vollzog sich die Annäherung eher schüchtern, bei der Verabschiedung in der Kurve an der Pass-Straße, standen uns allen aber mehr oder weniger die Tränen in den Augen.
Die Satteltaschen der Maultiere hatten an Umfang merklich abgenommen und nach dem Abschied hieß es für unsere Freunde dann den mehrtägigen Ritt in ihr Heimat-Tal aufzunehmen. Unser Führer Abdellah und der Koch allerdings fuhren mit uns nach Marrakesch zurück. Letzterer hatte sich noch in Windeseile und, von uns völlig unbemerkt, sein „Stadthäs“ angezogen. Ins Hochdeutsche übersetzt: er hatte sich stadtfein gemacht. Eigentlich hätte ich gedacht, dass sie froh sind, uns verwöhnten Touristen los zu sein, doch dem war nicht so.

Ja, es ist mir ein ausgesprochenes Anliegen diesen Menschen sehr herzlich zu danken. Sie haben uns umsorgt mit leckerem Essen – einige von uns Wandertouristen mutierten geradezu zu Food-Fotografen (wahrscheinlich war das ein zusätzliches Kursangebot des Veranstalters, das ich mal wieder nicht mitbekommen habe) – sie haben unser Gepäck befördert, ständig das Gemeinschaftszelt auf und ab gebaut, uns nachts bewacht und mit ihrer Fröhlichkeit und bescheidener Würde sehr viel gegeben – auch zum Nachdenken.
Wir waren bei ihnen aufgehoben wie in Mutters Küche, herrlich!
Besonders gemütlich war es immer abends, wenn wir schon in den Zelten lagen und unsere Begleiter im großen Gemeinschaftszelt noch ein wenig plauderten und lachten. Dass man nichts verstand machte es noch heimeliger. Aber bald verzogen auch sie sich auf ihre diversen Schlafplätze, ob im Zelt oder unter einem Maultiersattel – dann war es still bis auf: siehe weiter unten!


Festliches Couscous, von Khali Moh meisterlich-liebevoll zubereitet 

Nun gut, mehr als ein halbes Jahr ist seitdem vergangen. Oftmals bin ich im Geiste die einzelnen Wandertage durchgegangen, bin die Berge rauf und wieder runter geklettert oder geholpert, denn eines ist klar zu stellen: es gibt dort nur Steine auf den Wegen, die Wege sind Pfade oder gar nur Steine, teils keine Spur erkennbar. Die letzten paar Kilometer zur besagten Pass-Straße, da war es ein etwas besserer Wirtschaftsweg, nicht geteert doch durchaus so, dass man zu zweit nebeneinander einhergehen konnte ohne den Blick ununterbrochen auf den Boden heften zu müssen. Damals eine willkommene Erholung, im Nachhinein langweilig.
Natürlich haben auch wir immer mal wieder den Steine-Koller bekommen, namentlich an jenem Tag gegen Ende der Tour, als es doch glattweg sechs Pässe zu überwinden galt – oder waren es doch nur fünf? Es waren keine großen Höhenunterschiede, doch das Rauf und Runter nahm einfach kein Ende, eine endlose „Geröllhalde“.
Also, absolut schwindelfrei braucht man nicht zu sein, um diese Wanderung zu machen. Kritische Stellen in Hinblick auf ausgesetzt, überhängend und so, gab es nicht, aber ausdauernd und trittsicher, das ist wohl gefragt und der Anspruch an Kondition und Konzentration nicht zu unterschätzen. Zumal die Geröllpfade teils auch sehr steil sein können.
Und wer die Krone dieser Wanderung besteigt, den M’Goun, der umso mehr, als es doch Geröllfelder zu queren gilt, die Trittsicherheit unbedingt erfordern. Wäre das aber alles nicht so gewesen, wie mühsam es auch immer war, es wäre dennoch einfach lange nicht so schön gewesen.

Zwischendrin hatte es fast etwas von Alltag und Arbeit an sich, diese ewige Geröll-Lauferei. Und wie bei der Arbeit entwickelte sich auch ein Stolz auf das, was wir geschafft haben. Ja, diese Reise sitzt, das geht nicht mehr weg, denn wir haben sie uns erobert. Uns wundert es noch immer: keiner hat je einen Muskelkater gehabt. Das kann man wohl Gnade nennen!


Wander-Arbeits-Alltag  

Denn es gab unendliche Abstiege. Unsere Marokkaner jedoch in ihren Joggingschuhen oder gar nur Gummisandalen, sie haben uns immer leichtfüßig überholt, wenn wir mal den gleichen Weg gingen. Und uns dann zur Mittagszeit das Zelt aufgebaut. Nach dem Mahl haben wir uns immer alsbald zusammengerollt – ohne Nickerchen ging nichts.


… satt – staubig – ermattet: Nickerchen gefällig? 

Steine, Steine, Steine! Wunderbare Farben, bläulichviolett-rötlich, brennend rot-orange in der Abendsonne, graurosa, weißlich, elfenbeinfarben, grünlich, gelblich, jede Art von bräunlich, das Gestein mal mehr gebändert, dann wieder geschichtet, aufgebogen oder die einzelnen Lagen scharf voneinander abgetrennt. Das mit den Farben, der Tageszeit und Witterung ist ja so eine Sache für sich. Und wir hatten zumeist die Bläue des afrikanischen Himmels über uns, ein sanftes, warmes und dennoch absolutes Blau, ganz anders als bei uns in den Alpen. Sehnsucht wird geweckt, einfach die Arme auszustrecken und mit diesem Blau zu verschmelzen, hinein zu träumen, sich zu wiegen, zu fliegen, immer weiter durch Raum und Zeit.
Nüchtern betrachtet: es kann sehr karg dort sein oder - du wirst betrunken und rauschhaft in den Strudel von Licht, Farben und Formen gerissen.
Endlose Bergketten, ein ungetrübter Himmel; ich glaube, es flog nur ein Flugzeug über uns hinweg in jenen Tagen, so wie auch nur eine geteerte Strasse überquert wurde. Und hinter dem Hohen Atlas waren, gen Süden und im Dunst gelegen, andere geheimnisvolle Bergketten zu erahnen. Auch lauerten dort zwei weiteren Verheißungen: die Sahara und Schwarzafrika. Sie lauern übrigens noch immer.

Die Wüste hat uns aber auch in den Bergen besucht, uns einen Boten geschickt Und das ging so: wir waren wunderbar am Wandern, es war der zweite richtige Tag unserer Tour, du bist auf ca. 2.500 Höhenmetern und denkst an nichts weiter als an Steine und Aufpassen, Schatten und hoffentlich bald den nächsten Tee – da kommen Dromedare den Berg herab gezogen. Im Hochgebirge! Sie gehören den Nomaden, die im Sommer aus den südlich gelegenen Gebieten zur Sommerweide in den Hohen Atlas ziehen. Später am Abend sahen wir noch weitere Dromedare, auf ungefähr 3.000 Metern, über einen sehr steilen Berghang gemächlich trödeln. Das ist für unsere Gemüter einfach grotesk und grandios.


Bote der Wüste, unweit des M’Goun, auf bald 3.000 Höhenmetern  

Und, wenn ich nun schon bei den Tieren bin, genau an eben diesem Tag entdeckte ich - nahe meinem rechten Wanderschuh - das kleine feine Schlänglein. Wirklich winzig und wunderhübsch mit Zacken zurecht gemacht. So klein, dass du sie eigentlich gar nicht ernst nehmen kannst, aber diese Zackenlinie … mir kamen da, trotz der Beschwichtigungen der Marokkaner, meine leisen Zweifel. Jedenfalls, Totschlag kam nicht in Frage!
Zuhause machte ich mich dann auf die Recherche und fand, amtlich bestätigt, heraus: Vipera monticola oder Atlas Bergzwergotter, auch montane Atlas Stülpnasenotter genannt und recht selten.


Atlas Bergzwergotter, lat. Vipera monticola, wird maximal nur 35cm lang  

Ansonsten gab es immer wieder viele gemischte Schaf- und Ziegenherden, vereinzelt Esel, viele Maultiere, auch Pferde und sehr nette Kühe. Außer Störchen sahen wir leider keine großen Vögel. Der Traum vom Adler oder Geier blieb uns also unerfüllt. Aber Frösche: siehe oben! Egal, wie steinern wir hausten, des Nachts ging das Gequake los. Und dann haben wir sie auch mal gesehen, ganz süße kleine Laubfröschchen, viele kleiner als bei uns und natürlich sehr, sehr grün und wie gelackt. Nacht war: "son et lumière" = Sternenhimmel mit Froschkonzert.


Wacholder  

Der Pflanzenwuchs in den Bergen ist spärlich, an manchen Stellen gibt es jedoch vermehrt knorrig-majestätische Wacholderarten, die teils balsamisch nach Weihrauch duften. Die Täler gleichen grünstrotzenden Bändern, in das meist Rötliche des Gebirges hineingeschmiegt.


Blick ins Ait Bou Guemez oder Zufrieden-Tal, wie es uns unser Führer übersetzte  

Walnuss-, Apfel- und Mandelbäume, Felder mit Gerste, Roggen, Hafer, Bewässerungsgräben, Flüsse, blühende Heckenrosen, alles mit einer Sorgfalt betrieben, dass es mir sehr ans Herz rührt, denke ich daran zurück. Einen der tiefsten Eindrücke auf dieser Reise haben die Felder auf mich gemacht. Sie sind klein und, wie gesagt, sorgsam angelegt. Aber das Korn dort hat eine solche Kraft und Leuchten – dagegen sind unsere Felder hier grau und verstaubt, abgegriffen. Wenn wir es nur hören könnten – die Felder im Hohen Atlas müssen wunderschöne Lieder singen. Und hoch oben, bis auf eine Höhe von bald 3000 Metern, gibt es noch Felder, von der Abendsonne beschienen leuchteten sie zu uns herab.
Teilweise wurde das Korn bereits geerntet, alles mit der Sichel. Dann gingen die Berberinnen, beladen mit riesigen Getreidebündeln auf dem Rücken, tief gebeugt vom Feld nach Hause. Oft standen Garben, fein säuberlich zu kleinen Bündeln geschnürt, zum Trocknen an den Hauswänden. Die Dreschplätze wurden hergerichtet, ganz eben und glatt müssen sie sein – eine Arbeit der Männer - und in der Mitte ist der Pflock eingeschlagen, an welchem das Maultier zum Dreschen angebunden wird.



Wir haben uns alle prächtig miteinander verstanden. Es war herzlich, verbindlich und nicht zu nah. Jeder konnte seine Schritte machen, so wie er es brauchte und auch seine kleinen Eigenheiten voll zum Ausdruck bringen.


Festliches Abendessen am Vorabend des eigentlichen Trekkings, zusammen mit
Khali Moh und Abdellah – einer von uns hatte just seinen 50. Geburtstag  

So hat es z.B. ein Mitglied unserer deutschen Abteilung nie versäumt der Haarpflege konsequent nachzugehen: alle 3 Tage wurden die Haare gewaschen, egal wo! Mit der Zeit wurde auch unser Koch miteinbezogen und lieferte das gewünschte Schüsselchen voll warmen Wassers. Das Programm wurde aber auch in bergfrischem Bachwasser durchgezogen, da gab’s nichts. Und dann das Haar fein eingedreht und das bordeauxrote Tuch drumherum geschlungen - schon war ein weiterer Schritt in Richtung marokkanischem Outfit zurück gelegt. Endresultat: an der besagten Pass-Straße entfaltete sich, wohl berechnet, ein duftig-lockeres Haar, gerade recht zum triumphalen Einzug in die Königsstadt Marrakesch. Wir anderen standen dumm da mit unserem verstaubten und verfilzten Haupthaar, soweit vorhanden und mussten Sorgen tragen, dass es nicht gleich büschelweise ausging, unternahmen wir Kämmversuche.

Ein anderes Mitglied hatte dagegen immer sein kleines Zigarettenpäuschen mit dem Bergführer. Was da so alles geplaudert wurde, das lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, zumal die Konversation auch ins Französische hinüber wechselte. Gelacht haben sie allemal viel.

Und einem strammen deutschen Bursch riss die Wanderhose, knapp unter dem Gesäß - war ebenfalls sehr spaßig für uns alle. Da wir uns bereits den heißeren Niederungen des Gebirges näherten, für ihn zudem eine willkommene Luftzufuhr.
Von diesem Gesell ist auch, als vorbereitende Magenstärkung in Deutschland, dieser Tipp erprobt und überliefert: Quark, vermischt mit Leinöl, ich glaube morgens nüchtern, einzunehmen. Also, das ist sicher ein sehr guter Tipp, nicht nur für Marokko. Der Zwischenfall mit seiner zerrissenen Hose hat ihn jedenfalls nicht erschüttert.
Ach ja, ein Mitglied war der Leserei verfallen und schleppte irgend so einen mordsdicken Bestseller mit sich herum. Da wurde dann gerne drin geschmökert, vor allem nach dem five-o-clock tea, dabei hielt es sich vornehm etwas abseits. Und - ich weiß ja nie, wie man es so akkurat einrichten kann - der Schinken wurde auf dem Rückflug ausgelesen, Reise fertig, Buch aus, Deckel zu, basta. Wirklich ein sehr gutes Zeitmanagement.

Sehr schön war eben, dass es unter uns Touristen zu keiner Grüppchenbildung kam, wir waren einfach sechse, die Marokkaner waren fünfe und zusammen waren wir elfe.


Fluß-Querung  

Tja, ein paar Worte zu den Waschungen. Hände waschen: immer ganz wichtig. Vor jedem Tee - hm, sehr lecker, dieser Tee - und vor jedem Essen, ggf. auch danach. Aber das eigentliche Waschen, das hatte was …Bemerkenswertes an sich.
Kamen wir abends an unserem jeweiligen Plätzchen an, dann wurden flugs die Matten zum Divan arrangiert, und es gab zu allerallererst einmal den besagten Tee, nebst Keksen. Danach war die Reihenfolge nicht immer ganz klar: zuerst zu den Bächen springen und die Säuberung vornehmen, weil sonst gegebenenfalls die Sonne weg ist und man, nach der Anstrengung verständlicherweise, leicht friert oder doch zuerst das Zelt aufbauen? Gut, die Entscheidung ist getroffen und da stehst du also alleine, irgendwo in den hohen Weiten des Atlas, der zu uns gehörende marokkanische Teil ist mit Arbeiten diverser Art beschäftigt und du willst dich waschen. Da kann es dann durchaus passieren, dass da plötzlich Menschen da sind, die die Freude des Sich-Waschens mit dir teilen wollen, allerdings als Zuschauer. Der Hohe Atlas ist ein einsames, weites und schroffes Gebirge. Doch auch hier gilt: du bist nicht allein. Hat doch auch etwas sehr Beruhigendes.

Tipp: ein größeres Tuch, das du als Trennwand benutzen kannst, sofern eine zweite Person bereit ist es dir zu halten. Letztendlich hat dieses Tuch bei mir die Funktion von Duschvorhang, Laken und Rock erfüllt, wollte ich mich mal zum abendlichen Dinner ein bißle nett machen, was ich übrigens immer wollte. Ansprechend und Flecken vertuschend gemustert, knitterfreundlich, leicht und schnell trocknend, eine gute Sache dieses Tuch. So etwas nehme ich nun immer mit. Es lebe die Improvisation. Wer alleine reist und reisen will, der könnte das Tuch auch zunähen und mit Gummizug versehen. Oder aber er bewegt sich so frei, wie es angeblich die Französinnen tun sollen, die als Eva in die Bächlein springen. Von Untertauchen kann aber zumeist nicht die Rede sein, es sei denn, du bist flach wie eine Flunder.

Vieles habe ich nun einfach - nicht erzählt. Das ganze Abenteuer Marrakesch - ein eigenes Märchenbuch.
Doch jeder muss schließlich seine eigene Reise machen.

Aber eines sei versichert: es ist wunderschön, sehr gut organisiert und mit Liebe durchgeführt.


Letztes Pässchen – Abschiedsfoto von unseren helfenden Freunden  

In diesem Sinne verabschiede ich mich und gedenke des großen und schlanken Touareg im Souk von Marrakesch, der mir, mit unübertroffener rafinesse, die Hand küsste und, über den Rand seiner Brille hinweg, sehr tief in die Augen schaute – sodass allein dieser Blick Anlass zu weiteren Geschichten hätte werden können.
Hätte - aber heute ist Aschermittwoch, da wird auch mit Geschichten erfinden gefastet. Nur noch dieses: das Gebäck „cornes des gazelles“ ist unbedingt zu kosten und ähnlich verführerisch wie der verwirrend blauäugige Blick jenes Gentleman aus der Wüste.

Hier noch ein paar wichtig Hinweise:


  • Ausdauer und Durchhaltewillen – die Reise hat durchaus auch in diesem Sinne etwas Meditatives
  • Wirklich optimales Schuhwerk, Stöcke und ggf. Knieschoner
  • Das besagte Tuch zum Mehrzweg-Einsatz
  • Sonnenschutz. Wir haben teils auch eine arabisch-anmutende Tuchversion um den Kopf geschlungen. Persönlich war ich mit meinem echten Seidenchiffontuch + Kappe sehr gut bedient: leicht, luftig, trocknet schnell und schützt überall. Sollte nicht zu klein sein. Abdellah führt einen gerne in die „Wickelkunde“/Tuch ein.
  • Durchfall kann durchaus vorkommen -> entsprechende Medikamente mitnehmen und Allzweckmedikamente dem Führer geben; da gibt es viele Menschen, die so etwas brauchen können. Sie freuen sich auch über kleine Süßigkeiten – verwöhnen sollte man aber nicht, so meine ich. Wir haben ab und zu Riegel ausgeteilt.
  • Nur Mineralwasser trinken und darauf achten, dass die Marokkaner das Wasser in den Kanistern auch desinfizieren/Micropur, denn, wer empfindlich ist, kann sonst Probleme bekommen.
  • Die marokkanischen Kinder haben sehr gerne Kugelschreiber, also eventuell welche mitnehmen

Martina Valentien, 06.02.08

Fotos von Peter und Rainer.
Vielen Dank Euch allen!


Süßes Leben am letzten Abend in Marrakesch    

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