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Rennbericht über den Yukon Quest™ 2006
von Rolf Schmitt (Mitglied im Vorstand für den Yukon Quest) aus Whitehorse / Yukon



„Das Rennen 2006 wird wohl in die Quest-Geschichte eingehen als eines der spektakulärsten in der 23jährigen Geschichte. Von angemeldeten 33 Musher gingen nur 22 am 11. Februar in Fairbanks an den Start und von diesen kamen nur 11 ins Ziel. 88 Hunde und 6 Musher wurden mit einem US Army Hubschrauber vom Eagle Summit gerettet und das Ziel musste wegen Schneemangels von Whitehorse nach Dawson verlegt werden. Die gesamte Organisation wurde von einem Extrem ins Nächste gestürzt. Die vielen hundert Freiwilligen und Offiziellen hatten in den 12 Tagen und Nächten alle Hände voll zu tun. … Dabei fing alles so gut an. …



Mitte November war der Yukon mit einer 30 – 50 cm dicken Schneeschicht bedeckt und die Temperaturen fielen schon auf – 20°C. Alle waren happy und warteten nur noch darauf, dass die Flüsse zufrieren, damit sie die Trainingstrails erreichen konnten. Eine „Hitzewelle“ von + 10°C und Regen machten dann Ende November alle Hoffnungen auf eine gute Vorbereitungs- und Trainingszeit zunichte. Nach dem Regen kam wieder Frost und alles war mit einer zentimeterdicken Eisschicht überzogen, an Training nicht zu denken. Auch die sonst so beliebte South Canol Road war nicht ideal für die Yukon Musher. Viele von ihnen packten kurzerhand ihre Teams in den Hundetruck und fuhren nach Alaska, dort waren die Schneeverhältnisse zu diesem Zeitpunkt besser, um dort ihr Programm zu bewältigen.

Starttag rückte immer näher und immer mehr Musher mussten einsehen, dass sie dieses lange Rennen wegen des fehlenden Trainings nicht durchstehen würden. Die einzig richtige Entscheidung für sie, auch zum Wohle der Hunde, war das Rennen für dieses Jahr abzusagen.

Am 11. Februar waren es dann nur noch 22 Teams, die Race-Marshall Mike mit den besten Wünschen auf die 1000 Meilen (ca. 1.600 km) schicken konnte. Unter ihnen waren die deutschsprachigen Musher: Gerry Willomitzer, Hans Gatt, Sebastian Schnülle und William Kleedehn. Alle vier gelten als Top-Musher aus dem Yukon und alle waren gut für einen der ersten Plätze. Um es schon jetzt zu sagen, alle kamen an und belegten die Plätze 2,3,5 und 6 - man spricht Deutsch auf dem Trail.

Die ersten Probleme tauchten schon nach 100 Meilen auf. Der Trail über die beiden Pässe Rosebud und Eagle Summit waren durch die hohen Temperaturen alles andere als gut. Zu allem Überfluss kamen auch noch Wetterinformationen dazu, die einen starken Blizzard für die Eagle Summit Area ankündigten.
Die führenden Top-Teams, die dies hörten machten sich sofort wieder auf, um die knapp 45 km (28 Meilen) zum Checkpoint Central über den Pass noch vor dem Blizzard zu schaffen.

Angekommen in Central, berichteten sie über sehr viel Eis und wenig Schnee auf dem Trail. Gerade in den steilen und schräg abfallenden Strecken hatte selbst der dreimalige Yukon Quest Sieger Hans Gatt große Probleme. Gerry Willomitzer hatte sogar Kontakt mit einem Baum und war blau und grün an einem Bein.

Aber noch waren 10 Musher in „101“ Dogtrop (ein weiterer Checkpoint auf dem Trail), darunter 5 „Rookies“ (Musher, die zum ersten Mal den Quest mitfahren) und Veteranen. Außerdem befanden sich auch noch Teams vom Yukon Quest 300 dort - einem Qualifikationsrennen für den großen Quest. Trotz aller Warnungen machten sich 6 Teams auf den Weg. Leider hatten die Wetterfrösche diesmal Recht behalten und der Blizzard kam mit sehr starkem Wind und viel Schnee über den Pass. Zwei Snowmobile-Teams wurden trotz des schlechten Wetters losgeschickt, um die Musher zu suchen. Nach mehreren Versuchen, den Pass zu erreichen, mussten sie einsehen, dass sie es nicht schafften bei diesen Wetterverhältnissen.



In der Zwischenzeit kamen 2 Musher auf einem Dogteam nach Central. Eine der
schlimmsten Situationen für einen Musher ist es, seine Hunde zu verlieren. Ein Rookie-Musher vom Yukon Quest 300 konnte sich nicht auf seinem Schlitten halten und sein Team ging seine eigenen Wege. Es ist eine sehr gefährliche Situation, denn die Hunde können sich sehr leicht in den Bäumen verfangen und keiner würde sie befreien können. Nach diesen Nachrichten war die Stimmung in Central noch mehr angespannt und es wurde sofort eine Suche aus der Luft angeordnet. Jetzt nach 6 Mushern und 7 Hundeteams…
Gute Organisation und Kontakte zur Airbase der US Army ermöglichten Race Marshall Mike, Hilfe von dort anzufordern. Mit Hilfe der Army konnten die Teams auf dem Summit ausgemacht werden und ein Blackhawk Hubschrauber wurde losgeschickt. Mit der technischen Ausstattung dieser Hubschrauber konnten die Gestrandeten sehr schnell gefunden werden und trotz des Wetters gelang es den Piloten zu landen und einen Bericht nach Central zu senden. Es wurde beschlossen die Teams zu evakuieren und nach „101“ zurückzubringen. Es fehlte noch das verloren gegangene Hundeteam, aber der Treibstoff des Hubschraubers ging langsam zur neige. Zum Glück hatte die Army vorsorglich einen Tanker rausgeschickt und so konnte der Hubschrauber in der Luft aufgetankt werden. Auch diese Hunde konnten schnell gefunden werden und sicher zurück nach „101“ gebracht werden.
Fortsetzung folgt. …“



Bilder: Rolf Schmitt

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