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Madeira das immergrüne Wanderparadies

Madeira 17.04.08 – 01.05.08 mit Reiseleiter Ray Hartung

„Tierische“ Ansichten der Blumeninsel Madeira


Der geführte Teil unserer Wanderreise begann in den Bergen, in Encumeada. Wir waren enttäuscht, als gleich der erste Tag nebelverhangen begann. Die geplante Wanderung in die Hochebene konnte deshalb nicht stattfinden. Kurz entschlossen organisierte Ray einen Shuttle vom Hotel ins Nachbartal bei Ribeira Brava. Dort erwartete uns strahlende Sonne. Ray klärte uns über die Wetterkapriolen in Madeira auf: „Vergesst den Wetterbericht und nehmt immer Regenschutz und etwas Warmes zum Anziehen mit“ (wir hatten Glück: die Regenjacken kamen während des ganzen Urlaubs nur in den Tunnel zum Einsatz).
An diesem ersten Tag gewannen wir schon einen guten Eindruck von der Insel, den engen und steilen Pfaden, Straßen und Bergen. Um die Ortschaften gibt es viele kleine Gärten zur Selbstversorgung der Bewohner, wegen der Steilhanglage oft terrassenförmig angelegt und sehr mühsam zu bearbeiten. In den Gemüsegärten knabbern Zicklein am frischen Grün. Die Mütter sind angebunden und ihre Kleinen entdecken die nähere Umgebung auf eigene Faust. Wir sind immer wieder solch kecken kleinen Gesellen begegnet.


Ziegen im Gemüsegarten 

Von Encumeada aus machten wir auch einen Tagesausflug nach Funchal. Ray führte uns durch die Altstadt und über uns hinweg flog leise surrend ein stählerner „Vogel.


Der stählerne "Vogel"  

Beeindruckend war die Markthalle. Es gab eine Fülle von exotischen Früchten zu probieren und zu kaufen, u.a. Variationen von Maracujas. Auf dem Fischmarkt gab es den schwarzen Tiefsee-Degenfisch ( Espada) zu sehen mit seinen riesigen Augen.Verkäuferinnen in bunter Tracht standen zwischen einer noch farbenfroheren Blumenvielfalt auf dem Blumenmarkt. Vom Botanischen Garten in Funchal hatten wir eine herrliche Sicht auf die Stadt. Sie erstreckt sich über viele Hänge, an sehr steilen Strassen entlang, viele Straßentunnel unterhöhlen die Stadt und ermöglichen schnelle Transportwege. Im Botanischen Garten entdeckten wir das Rotkehlchen im imposanten Stamm eines Jahrhundertalten Baumes. Eine sehr seltene stachelige „Schlange“ lag unbeweglich hoch oben über der Stadt.


Rotkehlchen am alten Baum 
Die stachelige "Schlange" 

In Funchal gibt es viel Grün. Außerhalb des Zentrums sind die Häuser von Gärten umgeben, in denen Bananen, Avocados und Maracujas wachsen. Von den Balkonen und an den Terrassen, sehr oft mit grandioser Aussicht, hängen riesige Orchideenblüten. Sogar bunte „Paradiesvögel“ konnten wir bewundern. Im Zentrum gibt es viele kleine Parks und inmitten des Blumenmeers ragen Baumriesen in den Himmel. Im Park, oberhalb des Hafens gelegen, nahm die Taube vor der Fotosession Reißaus. Vielleicht wollte sie auch noch ein auslaufendes Schiff erreichen?


"Paradiesvogel" 
Die startende Taube 

Wir erwanderten die Insel abseits der üblichen Pfade und Touristenströme, wir kletterten heftig auf und ab, auf engen, selten auf breiten Pfaden. Trittsicherheit war immer gefordert, an den steilen Stellen kamen Steine unter uns ins Rollen. Es ging an Abgründen vorbei und immer wieder waren wir überwältigt von der grandiosen Aussicht. Auch beim Wandern entlang der Levadas musste man immer auf den Weg achten (Ray: „Stehen bleiben beim Fotografieren!“). Einigen Levadas folgten wir durch Tunnel, die eng, rutschig und von allen Seiten nass waren und trotz der Beleuchtung mit Taschenlampen dunkel blieben. Warnungen der Vorausgehenden („Vorsicht oben“, „Vorsicht eng“, „Vorsicht Pfütze“, „Wasserfall von rechts“) waren nicht immer erfolgreich... Manche Levadas waren so schmal und wanden sich wie eine Schlange am Berg entlang, dass man nicht aneinander vorbeigehen konnte. Glücklicherweise hatten wir auf unseren Wegen fast nie Gegenverkehr.


"Orang Utan" 

Auf der Wanderung nach Porto Moniz, unserem 2. Standort, im Norden der Insel gelegen, trafen wir im grünen Dschungel auf den in drohender Haltung hochaufgerichteten "Orang Utan". Porto Moniz ist ein beschaulicher kleiner Ort am Meer. Vulkanische Schlackenbänder haben Naturmeerschwimmbecken geformt, in denen man sich nach einer Wanderung herrlich erfrischen kann. An der Uferpromenade tummeln sich Eidechsen in der warmen Sonne. Mitten im Ort entdeckten wir diese Ente auf ihrem Nachtspaziergang.


Ente auf Nachtspaziergang 

Auf der Hochebene vor unserem Einstieg in die Levada Janela krochen steinalte „Schildkröten“ inmitten einer grünen Armada von „Igeln“. Fast verdeckt von einem Baumriesen trat ein „Saurier“ aus dem Wald in die Sonne. Ein bunter Hahn, schritt stolz und wichtigtuerisch vor einem Tunneleingang der Levada Janela auf und ab. Bei unserer Vesperpause hatten wir Besuch von vorwitzigen Buchfinken, die bis auf Armeslänge an uns herankamen.


grüne "Igel"  Der "Saurier" 
Ein bunter Hahn  Buchfink 

Alle Wanderungen boten unterschiedliche Eindrücke und Highlights. Die absolute Königsetappe war die Kammwanderung über die 3 Picos – Pico Ruivo, Pico das Torres und Pico do Arieiro. Der monströse „Hund“ vertrieb die Wolken und so blieben sie über dem Meer hängen. Wir wanderten in herrlichem Sonnenschein und genossen traumhafte Panoramen.


Monströser "Hund" 

Unsere 3. Unterkunft war wieder im Landesinnern im westlichen Teil der Insel gelegen, in Santo da Serra. Das Hotel ist von einem schönen Park umgeben. Wem dieser nicht genügte, konnte gleich nebenan im öffentlichen Park spazieren gehen. Auch hier gab es wieder allerlei Baumriesen zu bestaunen. Farne groß wie Bäume streckten ihre filigranen Blätter in den wolkenlosen blauen Himmel.


In Santo da Serra endeten nach 10 Tagen die geführten Wanderungen. Ray verließ uns um wenige Tage später eine Trekkingtour in Nepal zu beginnen. Wir erkundeten die wüstenhafte Halbinsel Sao Lourenzo auf eigene Faust. Dort dösten Eidechsen in der Sonne, unbeeindruckt von schönen Blicken auf Felsen und die Gischt des Atlantiks. Von der Spitze der aufgetürmten Felsblöcke beobachtete der kleine Corre Caminhos, der madeirensische Kanarenpieper, sein Revier. Ein wilder, flechtenbewachsener „Panther“ hielt nach Beute Ausschau.


Dösende Eidechsen 
Madeirensischer Kanarenpieper 
ein "Panther" hält Ausschau  

Die Teilnehmer der 15-tägigen Reise zogen ein letztes Mal um nach Prazeres im Osten. Im Hotel Jardim Atlantico konnte man einfach nur entspannen und die ausgezeichnete Küche genießen. Ausgestattet mit vom Hotel empfohlenen Wanderrouten konnte man die Umgebung auf eigene Faust erkunden. Oder man konnte einmal die Wanderstiefel stehen lassen und auf dem hoteleigenen Barfußpfad unterwegs sein.


Auf der von Blumen umgebenen Terrasse unseres Hotelzimmers in Prazeres hatten wir täglich Besuch von munteren Eidechsen, immer auf der Suche nach etwas Essbarem. Genüsslich leckten sie mit ihrer roten Zunge an den Resten der von uns verspeisten köstlichen Maracujas. Interessant zu beobachten war die Rangordnung, das Heranpirschen und die verschiedenen Techniken des Wiederaufstiegs, wenn mal wieder eine im Eifer des Gefechts von der Balustrade auf den Terrassenboden gefallen war.


Eidechsen zu Besuch 

Mit dem Hotelshuttle ließen wir uns nach Jardim del Mar bringen. Dort trafen wir an der Strandpromenade die hübschen Silberhalstauben, auch Madeiratauben genannt. Nach einem äußerst anstrengenden Aufstieg von Jardim del Mar hinauf zum Hotel in Prazeres grüßte uns ein zu Ton „erstarrter Artgenosse“ der Tauben vom Dach eines hoch oben gelegenen Hauses mit traumhaftem Ausblick auf den Atlantik und Jardim del Mar.


Silberhalstauben, auch Madeiratauben 
...und ein "zu Ton erstarrter Artgenosse" 

Besondere Erinnerungen hinterließ die Teilnahme an dem vom Hotel seit 2 Jahren erfolgreich durchgeführten Aufforstungsprogramm in der Hochebene Paul da Serra. Gäste, Angestellte und Direktion, sowie die Forstbehörde arbeiten zusammen. Lorbeer, Heidelbeere und Erika werden gepflanzt, mehrere Male im Jahr bewässert und vor Wildfraß geschützt. Gemeinsam kämpften wir mit einer „Riesenschlange“, die im Verlauf des Tages immer länger wurde. Belohnt für unseren Einsatz wurden wir mit einem Picnic mit landestypischem Essen. Es gab Espetada, Lorbeerspieße mit gigantischen Fleischstücken über offenem Feuer gegrillt und an diesem Tag durch die traditionelle Zubereitung besonders köstlich.


die "Riesenschlange" 

Nach getaner Arbeit ging es wieder mit dem Hotelshuttle von der Hochebene Paul da Serra zurück zum Hotel. Es war unser letzter Tag auf Madeira und wir fühlten uns fast schon wieder wie zu Hause als wir an Kühen vorbeifuhren, die friedlich grasten und unbeeindruckt von den Wolken waren, die vom Meer heraufzogen.

Ursula Eberle

24. November 2008


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