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Foto-Reisebericht von Susanne Mädler

Als langjährige Reiseleiterin und Trekkingguide hat Susanne Mädler bereits unzählige Reisen im wilden Patagonien unternommen. In diesem Foto-Reisebericht beschreibt sie ihre jüngste Tour im Herbst 2013 ...

>> zur Tourbeschreibung


19.11.2013

Alle Gäste und das Gepäck sind wohlbehalten angekommen. Auf dem Weg nach Puerto Natales sehen wir die ersten Magellan-Pinguine. Starker Sturm und Regen, die Nacht zuvor hat es geschneit , alle Berggipfel sind wie mit Puderzucker vom Schnee bedeckt ... alle Teilnehmer frieren und machen sich Sorgen ob sie, den Witterungsbedingungen entsprechend, genügend warme Sachen dabei haben und schenken meinen Worten nicht viel Glauben, dass das Wetter besser werden wird und es sogar sehr wahrscheinlich ist, dass sie am Ende im T-Shirt wandern werden ... und dass sie sich am Ende der Wanderung eventuell beim kurzen Bad in einem der Gletscherseen erfrischen möchten ... das nehmen sie mir nicht ab ... ein paar nehmen nach meiner Empfehlung jedoch mutig ihre Badesachen mit.


Alle Gäste sind wohlbehalten und mitsamt Gepäck angekommen 
Pinguine auf dem Weg nach Puerto Natales 

20.11.2013

Der Tag erwacht mit schönstem Sonnenschein und einem fast wolkenfreien Himmel, der uns die faszinierende Bergwelt, die wir in den nächsten Tagen erkunden werden, bereits vom Ufer von Puerto Natales aus erahnen lässt ... die anfängliche Skepsis und Angst bezüglich des Wetters macht der Begeisterung für das super Wetter und die schöne Landschaftskulisse Platz.

Auf dem Weg zum Nationalpark Torres del Paine haben wir das Glück, zwei Gauchos bei einem Viehtrieb sowie einer großen Schaar der Kondorvögel über einem Tierkadaver neben der Straße zuzuschauen. Am Sarmiento-See halten wir am Aussichtspunkt und können das Paine-Massiv vollkommen wolkenfrei bewundern und uns ein Bild davon machen, wo wir die nächsten Tage daran entlangwandern werden. Ein paar Guanacos machen uns noch die Freude vor dieser einmaligen Kulisse zu grasen, so dass uns die ersten guten Fotografien schon vor Start der Wanderung sicher sind.

Erschöpft, aber überglücklich und voller Begeisterung und Freude über das traumhafte patagonische Sommerwetter gelangen wir zum Aussichtspunkt der Torres, dem Ziel unserer ersten Wanderung im Nationalpark Torres del Paine. Nachdem wir den Ausblick genossen und gefühlte Hunderte von Fotos gemacht haben, geht es wieder hinab ins Tal zur unserer Hütte und Unterkunft für diese Nacht.


Puerto Natales am Fjord der letzten Hoffnung 
Guanacos vor dem Paine-Massiv 
Perfektes Wetter, um das Trekking im Torres del Paine zu starten 
Erschöpft und glücklich am Aussichtspunkt Las Torres 

21.11.2013

Nach einer erholsamen Nacht und einem reichlichen Frühstück genießen wir die schöne Wanderung entlang des Fußes des Almirante Nietos mit Blick auf den mintgrünen Nordenskjöld-Gletschersee in vollen Zügen ... und machen viele Foto- und Verschnaufpausen auf unserem Weg. Bereits unterwegs wird geäußert, dass einige nach Erreichen unseres Zeltplatzes für diese Nacht den Versuch starten möchten, im See zu baden ... Abkühlungsbedarf nach dem warmen Wandertag besteht jedenfalls bei allen.
Gesagt, getan ... die ersten springen mutig ins kühle Nass des Gletschersees. Dazu gibt's Austral, ein heimisches Bier, auf dem die Gipfel der Cuernos abgebildet sind, vor denen wir heute Nacht zelten und deren Anblick wir nun in vollen Zügen genießen.


Am Fuße des Almirante-Nieto-Berges 
Auf dem Weg ins Refugio Cuernos 
Gletscherspuren am Lago Nordenskjöld 
Erfrischungsbad im Nordeskjöldsee 
Am Lago Nordenskjöld 

22.11.2013

Heute ging es zeitig los. Der Wind hat etwas zugenommen und am Himmel haben sich ein paar mehr Wolken eingefunden. Trotzdem scheint die Sonne und wir können die Ausblicke auf die Berggipfel und Gletscher genießen - nur vereinzelt verdeckt die eine oder andere kleine Wolke mal einen Teil der Gipfel.

Nach einem langen Wandertag erreichen wir erschöpft und hungrig, aber zufrieden, unser Camp am Pehoe See. Nach einem leckeren Abendessen, bei welchem wir den Anblick der Bergkulisse genießen können, beenden wir den Abend mit einem guten Glas Rotwein und U2 in der Hüttenbar ... wobei darüber debattiert wird, wie der Name der Reise abgeändert werden müsste ... denn "Reise zum rauen Ende der Welt" findet niemand aufgrund des tollen Wetters mehr für angemessen.


Wanderung bis ins Camp am Pehoe-See 
Verschnaufpausen gibt es genügend auf dem Weg 
Am Eingang zum französischen Tal 

23.11.2013

Voller Vorfreude auf die Aussicht auf die ersten Eisberge und den Greygletscher starten wir unsere Wanderung zu letzterem. Nach einer kurzen Verschnaufpause am Refugio geht‘s weiter zum Gletscheraussichtspunkt ... von wo aus vor allem ein riesiger Eisberg unsere ganze Aufmerksamkeit anzieht. Wir lassen das einmalige Landschaftsszenario auf uns wirken, machen Fotos und beneiden die Kajakfahrer, die plötzlich vor dem Eisberg vor uns auftauchen ... einige halten ihre Füße ins ca. 4 Grad "warme" Wasser und am Ende lassen zwei von uns sich ein kurzes Bad vor dieser einmaligen Kulisse nicht nehmen :-) Wichtiger Hinweis: für Männer besteht hier Badekappenpflicht! ;-)


Wanderer treffen auf Kajakfahrer am Greysee 
Temperaturtest mit Füßen - 4 Grad kaltes Gletscherwasser 
Feuerblume am Eisbergsee 
Aussicht auf den Greygletscher 
Unsere kleine Gruppe und der Greygletscher 
Bad im Greysee 

24.11.2013

Nach einem zeitigen Frühstück, brechen wir auf zur Hütte der Guides, die die Gletscherwanderung mit uns durchführen. Nach dem alles Equipment durchprobiert und angepasst wurde, geht‘s im Zodiak zum Gletscher ... nach einer Stunde Fußmarsch gen Gletschereinstieg gibt‘s eine Einweisung, wie wir unser Equipment anwenden müssen, bevor wir die ersten vorsichtigen Schritte auf dem Gletscher machen. Das Wetter meint es heute auch wieder gut mit uns, was das i-Tüpfelchen für die Erkundungstour dieser magischen Welt aus Gletschereis ist. Wir überqueren kleine Bachläufe mit Schmelzwasser, die den Gletscher hinunterrinnen und Lagunen und Wasserfälle bilden ...die Zeit auf dem Gletscher vergeht wie im Flug ...

Nach Rückkehr zur unserer Landestelle können wir bei unserer Fahrt mit der Grey (Schiff) bei Pisco Sour oder Whiskey mit Gletschereis Abschied nehmen von diesem einmaligen Gletscher und Eisbergpanorama, bevor uns unser Transfer in unsere Unterkunft am Serranofluss bringt.


Gletscherwanderung auf dem Greygletscher 
Dem Gletscher ganz nah 

25.11.2013

Beim Frühstück können wir wieder den schönen Blick auf das Paine-Massiv genießen. Nachdem wir unsere Trekkingsachen gegen Neopren- und Kajakkleidung getauscht haben, laufen wir mit unserem Gepäck in wasserdichten Packsäcken zur Einsatzstelle der Kajaks am Serrano-Fluss … der Wind ist deutlich stärker als in den letzten Tagen, so dass wir schauen müssen, wie weit wir heute kommen.

Nachdem wir unser gesamtes Gepäck auf wundersame Weise tatsächlich in den Kajaks untergebracht haben, gibt Alexis (unser Kajakguide) allen eine generelle Einweisung zum Manövrieren des Kajaks auf dem Serranofluss, in die Benutzung von Paddel und Steuerruder sowie wie man sich bei extremen Windbedingungen und im Notfall beim kentern bzw. bei Rettungsmanövern verhält. Nach und nach lassen wir ein Boot nach dem anderen ins Wasser und machen die ersten vorsichtigen Paddelschläge und Lenkungsmanöver. Der zunehmend böige Wind lässt uns nach kurzer Wegstrecke die Entscheidung treffen unser Camp aufzuschlagen und das angekündigte Windfenster am Morgen des nächsten Tages für die Weiterfahrt zu nutzen. Wir nutzen die Zeit, um entlang des windstilleren Flussufers mit allen einzeln Paddeltechniken und Manöver zu üben, damit wir alle am nächsten Tag von der dazugewonnenen Erfahrung und Sicherheit bei der weiteren Tour profitieren.

Abends verwöhnt uns unser Guideteam mit Lachs vom Grill, Salat und Kartoffeln. Am Lagerfeuer genießen wir unser überraschend delikates Abendessen und chilenischen Rotwein - und gehen zeitig zu Bett, um das morgige "Windfenster" zu nutzen.


Kajaktour auf dem Rio Serrano 

26.11.2013

Nach einem kurzen und zeitigen Frühstück bauen wir das Camp ab, packen die Boote und sind bereits vor 7 Uhr auf dem Fluss unterwegs. Wieder können wir den einmalig schönen Blick auf das Paine-Massiv geniessen … und so von ihm Abschied nehmen.

Das Paddel- und Sicherheitstraining hat sich bewährt: Alle paddeln mit einer deutlich besseren Technik als zu Beginn des Vortages und fühlen sich wesentlich sicherer beim Paddeln mit Wind.
Gegen Mittag erreichen wir unser Camp am Fjord der letzten Hoffnung. Unsere Zeitplanung ist perfekt aufgegangen: ca. 1 Stunde nach Erreichen des Camps nimmt der Wind stark zu und hätte uns das Kajaken deutlich erschwert. Wir bauen unser Camp auf und nehmen einen leckeren Mittagssnack zu uns bevor wir zum Aussichtspunkt des Gletschers laufen. Der starke böige Wind und die mit Eisbergen zugepackte Lagune ermöglichen uns nicht heute hier zu kajaken. Aber wir genießen das sich uns bietende Szenario, die Lagune voller Eisberge, in vollen Zügen und sind fast ganz für uns - außer einem Parkranger, der seinen Dienst hier alleine in einer kleinen Hütte verbringt, ist niemand weiter hier.

Abends sitzen wir wieder gemeinsam am Lagerfeuer trinken Rotwein und essen einen leckeren Teller Pasta und Salat.


Lagerfeuer am Ende eines Kajaktages 

27.11.2013

Wir sind schon am zeitigen Morgen per Funk in Kontakt mit den örtlichen Behörden in Puerto Natales, der Wind ist über Nacht noch stärker geworden und alle Schiffsfahrten wurden für den heutigen Tag gecancelt.

Tito, einer der Zodiakfahrer, will versuchen, ob er durch die windanfälligen Passagen des Serranoflusses zu uns kommen kann, um uns wieder den Serranofluss hinauf zu fahren, so dass wir wie geplant heute nach Puerto Natales zurückkommen können. Falls dies nicht klappt, hätten wir immer noch den nächsten Tag als Reserve und genug zu essen haben wir eh dabei … nur an Weinreserven fehlt es uns. ;-)

Aber wir haben wieder mal Glück: die Bedingungen auf dem Fluss sind besser als erwartet, sodass wir nun vom Zodiak aus noch ein letztes Mal das schöne Panorama von Bergen und Gletschern genießen können. Bevor wir nach Puerto Natales weiterfahren, stärken wir uns noch bei einem typischen Patagonischen Lammasado und kehren dann gesättigt, glücklich und voll von neuen Eindrücken und reich an den erlebten Abenteuern nach Puerto Natales zurück.

Abends stoßen wir bei hiesigem Bier aus der örtlichen Brauerei auf den äußerst erfolg- und erlebnisreich absolvierten ersten Abschnitt unserer Reise an!


28.11.2013

Ruhetag in Puerto Natales.


29.11.2013

Unsere Fahrt nach Calafate im hiesigen Bus startet später als geplant, da die Grenze heute nur zwischen 12 und 13 Uhr geöffnet werden soll, da sich die Grenzbeamten im Streik befinden … wir setzen uns in ein schönes Kaffee an der Küste von Pt. Natales und genießen den Ausblick auf Fjord und Berge, die gute Musik und den guten Kaffee bis wir letztendlich den Bus nehmen können. An der Grenze müssen wir warten und kommen erst gegen 18 Uhr in Calafate an, den optionalen Ausflug zum Perito Moreno schaffen wir heute nun leider nicht mehr … können aber dank unserer guten Kontakte alles so regeln, dass wir am nächsten Morgen die Tour zum Gletscher machen und erst den Mittagsbus nach el Chalten nehmen. Zum Abendessen lassen wir uns natürlich ein gutes argentinisches Steak schmecken.


Morgens in Puerto Natales 
Ein gutes argentinisches Steak am Abend 

30.11.2013

Die Sonne scheint und wir haben wieder eine unglaublich schöne Sicht auf die Berge und den vor uns liegenden Lago Argentino, in dem in der Ferne schon ein riesiger Eisberg schwimmt, den wir von El Calafate aus sehen können.

Fünf von uns verleben ein paar schöne Stunden am Morgen am Perito-Moreno-Gletscher, insbesondere da um die Zeit noch nicht soviel Touristentrubel herrscht.
Ich schaue mir mit voller Begeisterung das 2011 eröffnete Gletschermuseum mit einem der Gäste an, um zu wissen, ob es sich lohnt dies zu empfehlen bzw. hier mit Reisegruppen vorbeizukommen ... neben dem Museum kann eine Bar aus Eis besucht werden ... welcher wir auch noch eine kurze Stippvisite abstatten, bevor wir zurück nach Calafate müssen, um unseren Bus nach El Chalten zu nehmen.

Liebe Grüße aus Calafate! Konnten bereits auf der Herfahrt und bei unserer Ankunft vor Ort den Ausblick auf den Fitz Roy geniessen.


In der Eisbar am Perito-Moreno-Gletscher 

01.12.2013

Wandertag 1 in El Chalten: Wanderung zur Laguna Torre, warten darauf, dass sich Cerro Torre sich zeigt und genießen den Blick auf den Gletscher ... warten wird am Ende belohnt - 1. Advent am Nachmittag genießen wir den Blick auf Cerro Torre :-)

1. Advent ... nach dem wir den Ausblick auf den fast wolkenfreien Cerro Torre genossen haben, gibt’s Kaffee und Christstollen im Camp. Wir sind die einzigen im ganzen Camp und genießen die Stille, abgesehen vom Schreien eines Fuches, der, das Essen witternd, um unser Küchen- und Essenszelt patroulliert ... 


An der Lagune Torre 
Warten auf Cerro Torre 
Das Warten hat sich gelohnt-Cerro Torre 
Kaffee und Stollen am 1. Advent 

02.12.2013

Über Nacht gibt es Neuschnee, so dass am nächsten Morgen das Camp wie von Puderzucker überzogen ist ... was die Landschaft noch friedlicher wirken lässt und uns auf unserer Wanderung das Glück beschert, die frischen Abdrücke eines jungen Pumas in der dünnen Schneeschicht zu entdecken.

2. Wandertag in El Chalten: nur wenige Wanderer kreuzen unseren Weg bis zum Campamento Poicennot, nachdem wir einen märchenhaften Buchenwald durchquert haben, eröffnen sich uns bald die ersten Blicke auf die Granitspitzen um den Fitz Roy, dieser selbst jedoch lässt uns ein wenig zappeln und zeigt sich nur teilweise, am Aussichtspunkt zur Laguna de los Tres sehen wir ihn jedoch fast wolkenfrei und beginnen den Abstieg zum Camp zufrieden.


Neuschnee über Nacht 
Pumaspuren 
Der erste Blick zum Fitz Roy 
Noch läßt uns der Fitz Roy zappeln 
Kurz zeigt er sich 

03.12.2013

Wir genießen den letzten Wandertag und somit die Tour aus dem Nationalpark nach El Chalten. Der Abschied von El Chalten fällt schwer, aber wir freuen uns über den Anblick des gesamten Massivs auf der Busfahrt nach El Calafate.

Gute Heimreise!


Wanderung aus dem Nationalpark 
Die letzten Ausblicke auf Gletscher und Fels 
Abendbrot in El Chalten 
Vor der Kulisse des Fitz Roy 

Foto-Reisebericht von Susanne Mädler

>> zur Tourbeschreibung


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