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Tanzende Tatzen

24 Tatzen tanzen Rock n Roll. Das Dynamit geladene Hunde Sixpack vor dem
Schlitten tobt und macht die Musik selbst dazu: Bellen, Quietschen, Jaulen, Kläffen
und zahllose bislang nie gehörte Geräusche. Alle eingeschirrten Tiere wollen
vorwärtsvorwärts und geben das so laut wie möglich kund. Die im Zwinger
zurückbleibenden Kumpels scheinen auch gleich vor Energie zu platzen. Das macht
insgesamt 50 Stimmen.

Mamma mia! Wenn die loslegen! Soll ich das wirklich wagen? Da gilt nur eins:
Ruhe bewahren, Ruhe ausstrahlen und durch. So wie Markku und Mari das tun
während sie der Gruppe erklären wie das geht mit dem Schlittenhundefahren und
uns beim Anschirren der Huskies helfen.

Und dann, Leinen los! Die Hunde sind zufrieden loslaufen zu dürfen und, oh
Wunder, es ist Ruhe. Ich höre nur noch das Atmen der Vierbeiner, die Schlittenkufen
im Schnee und mein Herzklopfen bis zum Hals. Nach kurzer Zeit merke ich, dass ich
mich NICHT krampfhaft an der Griffstange des Schlittens festhaken muss. Keine
Panik. Meine 2 Leithündinnen sind zierliche schwarzfellige Schwestern, die
gleichmässig und routiniert vor sich hin traben. Schnell vermute ich, sie unterhalten
sich dabei über den letzten Friseurbesuch. Hätten sie bei der Mittagspause einen
Kaffee bestellt oder eine Nagelfeile aus dem Fell gezogen um sich die Krallen zu
feilen - wen hätte das gewundert? Sophisticated Sisters.

Gemischtes Wetter die Woche über. Minus 10 Grad Celsius bei bedecktem Himmel
(die Hunde finden das recht warm). Minus 20 Grad (die Hunde finden es könnte ruhig
noch etwas kälter sein). Dabei Sonnenschein am Horizont. Es ist wie 5 Stunden
ununterbrochener Sonnenauf/untergang. Die schneebedeckten Hügel leuchten
orange. Der Vollmond hängt im blauen Himmel wie ein grosses Käserad. Und am
letzten Tag Wind und Schnee. Trotz der Kälte aussen kommt unterwegs keine Kälte
innen auf. Auf dem Schlitten rumstehen und die Hunde alles machen zu lassen ist
schliesslich nicht drin. Bei lockerem tiefem Schnee und bergauf helfen wir den
Hunden beim Vorwärtskommen. Da wird es in der Winterkleidung so warm, dass ich
die Jacke gelegentlich öffne. Selbst die Füsse bleiben warm.

Alles andere ist für mich in den Hintergrund getreten: die kuscheligen Unterkünfte (für
Mensch und Tier), das typisch finnische Essen mit dem Markku und Mari uns
versorgen (lecker), die typische lauwarme ,,Fleischbrühe", die wir den tierischen
Kraftpaketen füttern und die jedesmal begeistert aus den Näpfen geschlappert wird.
Ja, und das Hundesch .... e weg machen gehört auch dazu. Die Geduld, die Markku
mit uns hat. Die Welpen, für die wir zum Sozialisierungsprogramm gehören (Toll, an
fremden Händen zu knabbern und auf den komischen Zweibeinern herumzuklettern),
und vieles mehr.
Nur eine Sache hat mir nicht gefallen: dass ich nach schon einer Woche wieder ab
nach Hause musste.

Danke an Mari, Markku und die Hunde für die tolle laute stille Schneezeit.


Dr. Margarete Hochhut
Frankfurt am Main, Deutschland
04. 12.2007


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