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Bolivien-Trekking: zwischen Dschungel und Salzwüste in herrlicher Bergeinsamkeit
Ein Reisebericht von Sophie Kelly
Reisezeitraum: September 2018

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Heftig peitschen Wind und Hagel gegen die Zelte, das große Gemeinschaftszelt ist bereits zu Boden gerissen, in der Ferne schreit ein Esel. Was für ein Glück, dass wir rechtzeitig Unterschlupf gefunden haben! Und das nach einem so wundervollen Trekkingtag bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel. Ja, Bolivien bietet so einige Überraschungen!


Trekking im Torotoro-Nationalpark 

Los geht unsere 22-tägige-Tour mit Wanderungen im Amboro-Nationalpark durch üppig grüne Nebelwälder und beeindruckende Sandsteinformationen. Unser Hotel liegt dabei prachtvoll auf einer Lichtung inmitten spektakulärer Bergformationen, Urwald und extremer Artenvielfalt. Von der Hängematte aus lauschen wir den Papageien und genießen das paradiesische Flair. Und schon hier werden Stimmen laut: „Wenn eine Reise schon so fantastisch beginnt, wie soll diese dann erst noch enden?“



Vom Tiefland aus führen teils abenteuerliche Pisten ins Mittelgebirge, wo das erste dreitägige Trekking im Torotoro-Nationalpark startet. Hier, im kleinsten Nationalpark des Landes, zeigt sich die faszinierende Geschichte der Erdentstehung dem Besucher wie ein offenes Buch: Dinosaurierspuren, Felsmalereien, Fossilien, aufgeschichtete Felsplateaus … Die Bergwelt wirkt wie ein unvergleichbares, durch einen Künstler erschaffenes Werk, unterbrochen durch tiefe Canyons und Höhlensysteme. Dazu die Farbenpracht der Natur und pure Einsamkeit – fantastisch!




„RENN!!! RENN!!! So schnell du kannst!!!“ Mit klopfenden Herz ziehe ich durch und strampel vor Aufregung noch heftig weiter, als die Füße schon längst in der Luft baumeln. Über uns hat sich der breite Schirm voll entfaltet und gleitet leicht der Sonne entgegen. Was ein Ausblick! Was ein Gefühl! Vogelfrei kreisen wir über üppige Felder, bewaldete Berge und entlang der weißen 5000er-Spitzen in Cochabamba, dem Paradies für Gleitschirmflieger in Bolivien.




Zurück auf festen Boden sorgt das malerisch gelegene und geschmackvoll eingerichtete Berghotel Carolina für Erholung und Lebensgenuss. Bastian Müller, Besitzer des Hotels und gleichzeitig unsere Agentur vor Ort sowie Reiseleiter, hat hier in liebevoller Kleinstarbeit eine wahre Oase der Gemütlichkeit geschaffen. Panoramafenster, eine Weltbibliothek, Sofas zum Versinken und ein Kochteam der Extraklasse. Einfach himmlisch.



Ein Meer aus Salz – so weit das Auge reicht. Die Sonne strahlt und der Himmel schimmert blau über glitzernden Kristallen. Hier, in die Zauberwelt des Salar de Uyuni, scheinen Himmel und Erde miteinander zu verschmelzen. Ein fesselndes Naturspektakel! Auf der Insel Incuahuasi beeindrucken die Jahrtausende alten Kakteen und auf der weiten weißen Ebene kann man herrlich mit perspektivischen Täuschungen spielen (siehe Fotogalerie). Selbst unser Hotel wurde komplett aus Salz errichtet und liegt am Fuß des bunt schillernden Vulkans Tunupa. Die Besteigung des 5000ers ist nach vorhergehender Akklimatisation gut zu bewältigen, zumal der Ausblick auf das weiße Meer und die bunten Vulkanflanken die nötige Motivation schaffen. Hier scheint die Welt auf dem Kopf zu stehen – unten der Schnee und oben die Farben!



Strahlendes Weiß wird zu Tiefblau: Vor uns liegt der Titicacasee, der größte See des Kontinents. 13 mal größer als der Bodensee gleicht er eher einem Meer, als einem See! Mit einem kleinen Boot setzten wir auf die Sonneninsel über, genießen die schmackhaften Forellen und die Gastfreundschaft der Inselbewohner. Kleine Wanderpfade führen über die malerische Insel, wo auf über 4000 m die Möwen kreisen und die Gärten in voller Blüte stehen.



Ins Herz der Königskordillere führt eine weitere dreitägige Trekkingtour. Hier, unterhalb der Gletscherriesen, bezaubern farbige Lagunen, liebliche Lamas und Wanderwege mitten durch die unvergleichbare Naturpracht. Gleich drei 5000er Pässe liegen vor uns und das, was wir am Anfang noch für unmöglich gehalten hätten, tritt nun ein: Die gesamte Gruppe ist optimal akklimatisiert, so dass alle Pässe problemlos gemeistert werden.
Die Sonne strahlt hier so stark, dass man meinen könnte, in der Wüste zu sein. Doch schon am Folgetag werden wir im Camp von einem Schneesturm überrascht, der innerhalb weniger Minuten alles weiß färbt. Was für ein Kontrast!



Zurück in La Paz pocht die quirlige Großstadt. Wir tauchen tief ein in die farbigen Märkte, besuchen den Hexenmarkt und lassen uns treiben vom vielfältigen Spektakel. Insbesondere die „Cholas“ – Damen in lokaler Pracht mit ihren vielen Röcken und dem bezeichnenden Hut– haben das Sagen. Mit der Seilbahn, dem wohl größten öffentlichen Seilbahn-Verkehrsnetz unserer Erde, schweben wir eingebettet zwischen Bergen über das endlos scheinende Häusermeer, und am Horizont thronen die Eisriesen. Schweren Herzens nehmen wir Abschied.



Mein Fazit: Wenn gemütlich ausgebaute Wanderwege, gute Straßenverhältnisse und Besuchergewimmel aus aller Welt Ihr Herz höher schlagen lässt, dann sind Sie in Bolivien am falschen Fleck. Wenn Sie hingegen Extremwelten, Einsamkeit und wahres Abenteuer suchen, werden Sie hier Ihr Paradies finden! Überzeugen Sie sich selbst.




Ein Reisebericht von Sophie Kelly
Reisezeitraum: September 2018

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