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Eine Reise durch Argentinien - Eindrücke vom anderen Ende der Welt
Reisebericht von S. Krebs, Görlitz 2009

Im Februar 2009 nahm ich an der 18-tägigen Erlebnis- und Wanderreise durch Patagonien und Feuerland teil. Die Reise begann und endete allerdings in Buenos Aires. Eine auf den ersten Blick riesige Stadt mit europäischem Charakter.
Trifft man am Wochenende ein und bewegt sich in den Stadtteilen der City, dann kann man entspannt durch die Straßen und Parks wandeln, sich von der Architektur, den Ausblicken oder den Menschen beeindrucken lassen. Und das vollkommen ungefährlich mit einem Gefühl von Sicherheit wie in europäischen Großstädten auch.


Straße des 9. Juli (breiteste Straße der Welt)  Stadtviertel La Boca 

Wochentags hingegen herrscht viel Verkehr und Gedränge. Neben einem Besuch der bekannten Viertel La Boca und San Telmo, die ohnehin auf der Liste der Stadtrundfahrt stehen, empfiehlt sich der Besuch des neu gestalteten Hafenviertels und ein Spaziergang durch die Stadtteile Retiro und Recoleta, z.B. zum Grab von Evita Peron.


neu gestaltetes Hafenviertel   Grab von Evita 

Vergessen sollte man in keinem Fall, auch in eines der von vielen Reiseführern empfohlenen Parrillas (Steakhäuser) einzukehren, wo man preiswert und gut essen kann.
Fazit, wer schon ein oder zwei Tage früher kommen kann, sollte die Möglichkeit nutzen, um Buenos Aires kennen zu lernen. Der größte Teil der Reise erstreckte sich auf Patagonien und Feuerland. Ein Kontrast zur Metropole, rauhe Landschaften, dünn besiedelt und winddurchzogen. Schon der Anflug auf den Flughafen El Calafate ist deshalb ein Erlebnis.


Argentinisches Lendensteak  Patagonische Steppe 

Die Ausflüge in den Nationalpark „Los Glaciares“ hinterlassen bei schönem Wetter einen tiefen Eindruck, den man nicht so schnell vergisst, verlieren aber auch bei Regen nicht viel an Größe. Wenn man vor der Eiswand des mächtigen Perito-Moreno Gletschers steht, ist man von der Naturgewalt überwältigt und ein anschließendes Gletschertrekking untermauert diesen Eindruck.


Perito-Moreno Gletscher  Spegazzini Gletscher 

Eine ganztägige Catamaranfahrt auf dem Lago Argentino bringt traumhafte Ausblicke auf verschiedene Gletscher.
Nun hat man genug Energie für kurze Wanderungen im „Torres del Paine - Nationalpark“ auf chilenischer Seite und die mit Sehnsucht erwarteten Tagestrekkingtouren rund um den Fitz Roy. Die Zeit für längere Touren im chilenischen Nationalpark ist leider zu kurz. (Anm. d. Red.: Der Reiseverlauf beinhaltet inzwischen einen zusätzlichen Tag im Nationalpark Torres del Paine für weitere Wanderungen) Trotzdem sind die Eindrücke von einem der schönsten Nationalparks Südamerikas ganz besonderer Art. Die lange Fahrt durch die Weite der patagonischen Steppe wird auf alle Fälle entschädigt.


Torres del Paine Nationalpark  El Chalten am Fuß des Fitz Roy 

Die Landschaft auf dem Weg zum Fitz Roy ändert sich schlagartig dort, wo die Berge beginnen und dichte Lengawälder die Gletscher umrahmen. Die Tageswanderungen rund um den Fitz Roy sind anspruchsvoll, aber auf keinen Fall schwierig. Hat man Pech mit dem Wetter, wandert man zwar im Blindflug, oftmals durchnässt bis auf die Knochen, aber ohne jemals einen der majestätischen Gipfel zu sehen. Entgegen vielen Reiseführern ist der Ort El Chalten inzwischen voll touristisch erschlossen und es werden alle Anforderungen und Annehmlichkeiten für Trekkingtouristen erfüllt. Dies gilt übrigens für alle Orte, in denen man auf dieser Reise Station macht.
Der südlichste Teil der Reise ist Ushuaia auf Feuerland, von den Einheimischen liebevoll als „Fin del Mundo“ (das Ende der Welt) bezeichnet. Hat man mit dem Wetter Glück und erwischt ein paar schöne, windruhigere Sommertage (Höchsttemperatur um 15°C), wird die Schifffahrt auf dem Beagle-Kanal zu den Seelöwen- und Pinguinkolonien genauso ein Erlebnis werden, wie die Wanderung im „Nationalpark Feuerland“.


Blick auf Ushuaia  Pinguinkolonie im Beagle-Kanal 

Aber am beeindruckendsten war die Trekkingtour durch verschiedene Vegetationsstufen auf Ushuaias Hausberg „Cerro del Medio“, von dem man einen phantastischen Blick auf die Stadt und den Beagle-Kanal hat.
Auch kulinarisch bewegt man sich in der Hafenstadt nicht unbedingt am Ende der Welt. Genießen sollte man unbedingt das Fleisch der Königskrabben und des schwarzen Seehechtes.
Etwas Sehnsucht nach noch entfernteren Zielen verspürt man hingegen, wenn man im Hafen die zahlreichen Antarktis-Dampfer sieht und die dazugehörigen in einheitlichen Jacken herumlaufenden Kreuzfahrer.


Blick von Cerro del Medio auf Ushuaia  Königskrabbe – ein Genuss  

Alles in allem ist die Reise eine Empfehlung für Menschen, die rauhe unberührte Natur, endlose Weite und Wetterumschwünge lieben, aber auch riesige Steaks und Gegrilltes mögen. Einsam ist man selten, da gerade die erwähnten Ziele im Südsommer von vielen Touristen angesteuert werden. Die Wanderaktivitäten halten sich auch von der Anstrengung her in Grenzen und sind für jeden mit normaler Kondition machbar. Problemlos kann man sich überall versorgen und auch ohne Spanischkenntnisse ist ein Aufenthalt ungetrübt. Die Unterkünfte sind angenehm und großzügig, das Personal zuvorkommend. Aufgrund der verschiedenen Klimate und klimatischen Besonderheiten sind kleidungsmäßig sowohl Sommer- als auch Herbst- und Wintersachen empfehlenswert. Auf alle Fälle sollte Regenschutz die Grundausstattung sein.
Und noch ein Tipp: Fliegt man mit Aerolineas Argentinas, dann sollte man unbedingt seine Weiterflüge bestätigen lassen, denn Überbuchungen und Flugzeitänderungen sind nichts Außergewöhnliches.

Allen, die sich für diese Reise entscheiden, stehen großartige Erlebnisse bevor.



Reisebericht von S. Krebs, Görlitz 2009


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