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Reisebericht – Kameltrekking am Fuß des Tassili n’Ajjer, Jahreswende 2006 / 2007
von Ulrike Berndt

Unsere achtköpfige Reisegruppe fand sich am Heiligabend 2006 am Flughafen in Frankfurt zusammen, um gemeinsam mit der Reiseleiterin in den Süden Algeriens zu fliegen.
Bei der Ankunft in Tamanrasset wurden wir schon von Mitarbeitern der Agentur Touareg Voyages erwartet, die uns zu unserer großen Freude ins Stadtzentrum fuhren, um uns kulinarisch zu versorgen. Wir hatten bis zum Anschlussflug nach Djanet etwa fünf Stunden Zeit, die wir nun sehr angenehm mit Abendessen und süßem Tuareg-Tee verbrachten. Dieser Tee, der uns – in kleinen, von Zuckerschaum gekrönten Gläschen – am Lagerfeuer serviert wurde, sollte ein ständiger Begleiter während der nächsten zwei Wochen werden.
Nachdem wir noch in der gleichen Nacht nach Djanet weitergeflogen waren, wo wir am folgenden Tag einige Besorgungen machten, brachten uns zwei Geländewagen in die Wüste.
Dort trafen wir in einem kleinen Tal in den Ausläufern des Tassili n’Ajjer auf die Tuareg-Mannschaft und die Kamele, die uns auf der Tour begleiten würden.


Tal


Nach einer ersten Nacht unter algerischem Sternenhimmel erlebten wir die morgendliche Routine des Beladens der Kamele und machten uns – zu Fuß oder im Sattel – auf den Weg. In den folgenden Tagen durchquerten wir die karge Gegend um den Djebel Timras und das schon viel grünere Assassou-Tal. Weiter ging es nach Tikoubaoine, wo wir den berühmten Felsbogen bestaunten, der einem liegenden Elefanten gleicht.


Elefant


Wir folgten dem Tuareg-Guide Abd al-Qadir in das Tal von Essendilene, wo uns ein dichter Wald von riesigen Oleander-Sträuchern erwartete, der von einigen Gueltas bewässert wird. Unbegreiflich und wunderbar erschien diese üppige Vegetation inmitten der Wüste.


Oleander


Von Essendilene aus erreichten wir schließlich den Rand der Sandwüste Erg Admer, die einen eindrucksvollen Kontrast zu den felsigen Landschaften bildete, die wir bislang gesehen hatten. Die riesigen Sanddünen konnten nur zu Fuß erkundet werden. Fasziniert beobachteten wir, wie unsere Füße kleine Lawinen auslösten, die den Sand langsam den Hang herunterströmen ließen. Von einem Schritt zum nächsten veränderte sich die Beschaffenheit des Untergrunds; war man soeben noch bis zum Knöchel eingesunken, so trat man kurz darauf schon wieder auf festen Sandboden.


Duene


Zwischen Erg Admer und den Felsausläufern des Tassili entlang ging es schließlich zum letzten Lagerplatz, wo uns am nächsten Tag wieder zwei Geländewagen abholten und nach Djanet zurückbrachten.
Nun mussten wir uns von den Tuareg verabschieden, die sich während der Tour um uns gekümmert hatten: Von Bouaza, dem Koch, der die phantastischsten Salate zubereitet. Von Abd al-Qadir, dem Guide, der sich so gut mit der Wüste, ihren Pflanzen und Tieren auskennt. Von seinem Sohn Abdallah, der wunderbar singen kann und am letzten Abend auf einem leeren Wasserkanister Tuareglieder trommelte. Von Ahmad, den man selten ohne seine Sonnenbrille sah und der sich jeden Abend um den geschäumten Tee kümmerte. Und von Moussa, der sich als Kameldoktor entpuppt hatte.


Bouaza   Abd al-Qadir  
Abdallah   Ahmad  

Einige von uns hatten ihre Liebe zu Kamelen entdeckt und waren begeistert im Sattel unterwegs gewesen. Die anfangs so fremden Abläufe des Auf- und Abladens waren inzwischen vertraut und auch das dabei entstehende entrüstete Brüllen einiger besonders unwilliger Packkamele gehörte fest zum Tagesablauf.
Zurück in Djanet konnten wir zumindest den gröbsten Wüstenstaub von uns abspülen und noch einige Einkäufe tätigen. Es mussten zum Beispiel einige Kilos der ungeheuer leckeren Datteln gekauft werden, die man in Djanet anbaut. Eine letzte Nacht in der Wüste stand uns noch bevor, ehe wir am nächsten Morgen vom Flughafen Djanet aus direkt zurück nach Frankfurt flogen.
Die Sonne wird uns fehlen, die mondhellen Nächte und auch das unnachahmliche Geräusch, das weiche Kamelhufe im Sand hervorbringen.


Spuren


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