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Ägypten – Von Oase zu Oase

Autor: Silvio Holler
Reisezeitraum: 03.04.-21.04.2009

Wo soll man bloß bei so einer Reise beginnen, … ich fang mal am Ende an: Es war gigantisch! Mein Kopf ist überfüllt mit Eindrücken, Erfahrungen und fantastischen Erlebnissen. Ägypten, ein Traum von mir seit vielen Jahren wurde schneller Realität als gedacht. Aber nun der Reihe nach. Es war von Anfang an perfekt organisiert durch schulz aktiv-reisen. Ich hatte gerade eine Tour durch den Sinai hinter mir mit schulz-aktiv und da diese mir super gefiel wollte ich gleich auch noch den „Rest“ von Ägypten kennenlernen.

Ich wurde also nicht wie alle anderen Gäste am Flughafen abgeholt, sondern an einem Busterminal in Kairo. Es ging direkt ins Hotel und ich hatte noch einen Augenblick um den Sonnenuntergang von der Dachterrasse zu genießen. Zur Einstimmung mit Blick auf die Pyramiden. Ein super Start, fand ich. Am nächsten Morgen traf sich unsere komplette Gruppe an der Rezeption und es ging mit unserer Reiseleiterin ins Gewühl von Kairo. Auf dem Programm stand das Ägyptische Museum, der berühmte Khan el Khalili Bazar und natürlich die Pyramiden von Giseh samt Sphinx. Das Ägyptische Museum ist ein Traum, vollgestopft bis in den kleinsten Winkel mit Ausstellungsstücken und Touris. In einem Ameisenhaufen kann kaum mehr los sein. Ich war begeistert.


Der Bazar mit seinen engen und verwinkelten Gassen ist in Kairo ein absoluter Publikumsmagnet. Es gibt nichts was es dort nicht gibt. Man sollte sich auch die Zeit nehmen und ein Cafe suchen, um dort einen Tee zu trinken und ganz entspannt dem bunten Treiben zu zuschauen. Man wird überschüttet mit den vielfältigsten Eindrücken. 


Weiter ging’s mit meinen persönlichen Highlight, den Pyramiden. Ich glaub, „gewaltig“ ist ein Wort, was meinen Eindruck ganz gut beschreibt. Uns bot sich auch die Gelegenheit eine Pyramide von Innen zu sehen. Klar nutzte ich diese Chance und kletterte rein. Es war heiß, extrem schwül, dunkel, eng, niedrig, beklemmend, stickig, … um es mit einem Wort zu sagen: super! Genau so hab ich mir das vorgestellt!



Am nächsten Morgen ging’s nach einem leckeren Frühstück los Richtung Siwa. Unser Reiseleiter, ein wahrer Safarispezialist, hieß Ahsraf und unsere beiden Fahrer Yassir und Sharif. Während der Fahrt lernte sich die Gruppe schon näher kennen. Man sprach über dies und das und stellte nach kürzester Zeit fest, dass es mehr Gemeinsamkeiten als das Interesse an Ägypten gab. Die Landschaften die an uns vorbeizogen waren sehr abwechslungsreich, vom Großstadttrubel bis zur schier endlosen Wüste war schon am ersten Tag alles dabei. Den Sonnenuntergang erlebten wir in Siwa. Diese Oase bot eine fantastische Kulisse für dieses Naturschauspiel, welches sich in den nächsten Tagen in der Wüste immer wieder zu steigern versuchte. Wir übernachteten in einem kleinen gemütlichen Hotel mit wirklich leckerem Essen. Überhäuft mit Eindrücken gingen wir schlafen und freuten uns schon auf die nächsten Tage.



Der Gebel al-Mauta, der Totenberg, war unser erster Stopp. Der Berg ist komplett durchlöchert worden von Grabräubern, es sieht auf wie auf einem gigantischen Schweizer Käse. Trotzdem, oder besser gesagt, zum Glück, sind einige Gräber ganz gut erhalten. Weiter ging’s zum Tempel von Aghurmi, welcher inmitten eines gewaltigen Palmenhains liegt und zur Ruine des Tempels von Umm Ubayd. Für Abkühlung sollte das Bad der Kleopatra sorgen, es traute sich aber keiner reinzuspringen. Nicht ganz so feige waren die Einheimischen die das kühle Nass sehr genossen.
Den Sonnenuntergang genossen wir diesmal auf den Resten der Altstadt mit der gewaltigen Festung.



Unsere nächste Oase erreichten wir nach einer abenteuerlichen Fahrt, bei der auch das Freischaufeln festgefahrener Jeeps und platte Reifen nicht fehlen durfte:



Hier übernachteten wir das erste Mal in freier Natur inmitten der schwarzen Wüste. Ahsraf wählte uns einen perfekten Nachtlagerplatz aus, wieder inklusive eines fantastischen Sonnenuntergangs. Yassir stellte sich nicht nur als guter Fahrer und Alleinunterhalter heraus, sondern auch als spitzen Koch.



Das Museum der goldenen Mumien, sowie die Gräber von Qarat Qasr Salim standen am folgenden Tag auf dem Programm. Während der heißen Mittagszeit lagen wir entspannt unter einem großen schattenspendenden Baum bei einer Familie die für uns zusammen mit Yassir ein fantastisches Mittagsmahl zubereitete. Was nie fehlen durfte, war das Fladenbrot.
Ahsraf hatte selbstgebackenes Brot dabei, so eine Art Zwieback würde man bei uns sagen, knochentrocken aber superlecker. Zum Abend ging’s wieder zurück in die Wüste, an den Gebel Maghrafa. Am „Dinoberg“ fand man 2001 gewaltige Überreste eines Dinosauriers der mit dem T-Rex verwandt gewesen sein soll.



Richtung „Weiße Wüste“ ging’s nachdem wir nochmal bei der netten Familie von gestern waren. Auch diesmal gab es ein super leckeres Essen. Am Kristallberg vorbei, ging es ins Aqabat, oder auch wie ich so sagte, ins „Tal der Weißen Knubbel“. Eine traumhafte Landschaft bot sich hier, etwas Vergleichbares hatte ich noch nie zuvor gesehen. Auch der Sonnenuntergang wurde von mal zu mal fantastischer.



Genauso atemberaubend der Mond, der sich fast zu einer kompletten Kugel geschlossen hatte. Wir saßen alle am Lagerfeuer und genossen die unglaubliche Stille der Wüste, den Mond und natürlich das fantastische Essen von Yassir und Ahsraf. Angelockt durch den wunderbaren Duft des Essens, sahen wir unsere ersten Wüstenfüchse. Nur Andreas hatte die Geduld und versuchte sie immer wieder zu fotografieren. Das brachte ihn einen besonderen Spitznamen ein, den Yassir ihm gab: Dr. Foto.



Nach einer Wanderung durch diese fantastische Landschaft ging’s weiter zu einer alten, fast ausgetrockneten Römischen Oase. Das Highlight des Tages bildete aber das berühmte „Wadi Mushroom“ mit seinen abstrakten Gebilden und Formen, die aussehen wie Pilze, Tiere oder magische Landschaften.  

Impressionen: "Magic Mushrooms" in der Weißen Wüste. 

Unsere Kameras hörten gar nicht wieder auf zu arbeiten, sie glühten förmlich bei der Menge an Fotos die gemacht wurden. Wir suchten uns einen schönen Lagerplatz und genossen einen spektakulären Sonnenuntergang.



Am nächsten Morgen verließen wir leider die Weiße Wüste mit dem Ziel einer heißen Quelle, die wirklich sehr entspannend war und besuchten danach das berühmte „Badrs Museum“. Badr ist ein einheimischer Künstler der nur mit Produkten die ihm die Natur zur Verfügung stellt, arbeitet.

Weiter ging’s bei gefühlten 82,3°C und tatsächlichen 45°C Richtung Oase Dachla. Mein persönliches Highlight des Tages war der Mittagsstop in einem Cafe. Es gab wieder ein fantastisches Mittagessen. Das besondere an diesem Cafe war aber die EISTRUHE mit leckerem Schokoladeneis. Zum dahin schmelzen! 

Heute suchte uns Ahsraf einen Lagerplatz mit Blick auf die Oase. Er hatte ein besonderes Talent wirklich traumhafte Lagerplätze zu finden.
Nach unserem morgendlichen Ritual der „Minikatzenwäsche“ folgte unser Frühstück mit Fladenbrot, Marmelade, Frischkäse, Honig und nicht zu vergessen dem Tee. Danach wurde das Lager abgebaut und alles auf den Jeeps verstaut. Jetzt kann der Tag losgehen.



Al-Qasr schauten wir uns heute an. Wahrscheinlich das interessanteste Monument der Oase. Enge verwinkelte Gassen reihen sich um das Nasr al-Din Minarett. Über den Eingängen der Häuser finden sich sehr oft Balken aus wertvollem Akazienholz in welchem der Name des Besitzers und das Datum des Hausbaus eingraviert wurden. Der gesamte Ort steht unter dem Schutz der Unesco und zählt zum Weltkulturerbe.


Nach einer Tee-Pause ging es Richtung Kharga Oase. Aufgrund eines heraufziehenden Sandsturmes fiel unsere Wüstenübernachtung diesmal aus Sicherheitsgründen aus. Da Yassirs Familie ganz in der Nähe wohnte bekamen wir eine Einladung seiner Schwester in ihr Haus. So lernten wir noch das typische ägyptische Familienleben kennen und lieben. Es gab ein gewaltiges Festmahl mit allen erdenklichen Speisen und Spezialitäten der Region. Es war etwas ganz besonderes so etwas miterleben zu dürfen.  

Als erstes wartete heute eine alte römische Festungsanlage mitten in der Wüste auf uns. Archäologen fanden dort erst vor kurzem einen „Schatz“, u.a. alte Münzen, Statuen und wohl auch kleine Schmuckstücke aus Gold.
Unser Jagdfieber war wieder neu ausgebrochen so fragte Kerstin als erste nach einer Schaufel ;-) für die gröberen Sucharbeiten. Ich machte einen für mich bedeutenden Fund, obwohl die Archäologen so etwas vollkommen kalt lässt, da das hier „wächst wie Unkraut“.



Weiter ging’s zur Nekropole von Bagawat, einer der ältesten christlichen Friedhöfe der Welt. Sehr schön und vor allem gut erhalten sind einige Malereien in den Kapellen. Den Sonnenuntergang erlebten wir auf den Tempelresten von Qasr al-Ghweita.



Die gestrige Einladung blieb kein Einzelerlebnis, wir bekamen eine Einladung von Yassir´s Frau zum Abendessen. Als Highlight des Abends kam noch der Barbier und sorgte für Babyglatte Haut bei Ahsraf und Andreas.



Von der Oase ging’s am nächsten Tag Richtung Abu Simbel. Streckenweise gab es keinerlei Straßensystem, so dass wir querfeldein durch eine fantastische Landschaft fuhren. Hier und da tauchten die berühmten Fata Morganas auf und schimmerten wie große Seen am Horizont. Ein unglaubliches Bild!



Am späten Nachmittag erreichten wir unser Ziel und nach einer kurzen Verschnaufpause ging es zu dieser berühmtesten aller Tempelanlagen! Der gewaltige Tempel von Abu Simbel und der kleinere von Nefertari die Ramses II. hier in Nubien errichten ließ sind das fantastischste was ich bisher auf dieser Rundreise gesehen habe. Es ist eine unglaubliche Leistung die Ramses hier vollbracht hat und über die man selbst 3.000 Jahre später immer noch total faszinierend spricht. Wir ließen uns die Chance natürlich nicht entgehen die Sound & Light Show zu sehen. Es war ein fantastisches Erlebnis. 


Am nächsten Morgen ging´s weiter Richtung Assuan, zum Staudamm und zum unvollendeten Obelisken. Jetzt kam auch ein sehr trauriger Moment, denn wir mussten uns von unseren Fahrern verabschieden. Sie waren uns während dieser Abenteuertour durch die ägyptischen Oasen sehr ans Herz gewachsen. Es war ein sehr herzlicher Abschied, mit vielen Tränen.


Nachdem wir unser ganzes Gepäck auf die Feluken umgeladen hatten, winkten wir unseren Fahrern noch einmal zu und unser Abenteuer auf dem Nil begann. Wir schipperten ganz gemächlich, nur vom Wind getrieben, den Nil entlang Richtung Luxor. Auch unsere Bootsmanschaft stellte sich als ausgezeichnete Kochcrew vor. Es ist immer wieder erstaunlich mit welchen einfachen Mitteln solche leckeren Gerichte gezaubert wurden. 

Langsam holten wir die Schlafsäcke raus und machten es uns auf Deck gemütlich. Der Sonnenuntergang auf den Nil zählte mit zu den schönsten der ganzen Reise.



Unsere Reise führte uns an palmengesäumten Ufern entlang, hier und da tauchten einzelne kleine Hütten auf, man sah Bauern bei ihrer täglichen Arbeit. Hier vergas man die Hektik unserer Zeit sofort und genoss diese Atmosphäre der ägyptischen Ruhe und Gelassenheit.

Kurz vor Kom Ombo verließen wir die Feluke und stiegen in einen Minibus der uns zur Tempelanlage von Kom Ombo brachte, welche direkt am Nil gelegen ist.


Kurz vor Kom Ombo verließen wir die Feluke und stiegen in einen Minibus der uns zur Tempelanlage von Kom Ombo brachte, welche direkt am Nil gelegen ist.  
Von dort aus ging es weiter Richtung Luxor. Nachdem wir unser Hotel bezogen hatten, besuchten wir die Anlagen von Luxor und Karnak.
Mit seinen hohen Kolonnaden ist der Luxor Tempel einer der beeindruckendsten Denkmäler in ganz Ägypten. Gigantisch sind die beiden Sitzstatuen von Ramses II. sowie ein 25 Meter hoher Obelisk. 

Das Herzstück des Karnak-Tempelkomplexes ist der Amun Tempel und natürlich der große Säulensaal mit seinen 134 riesigen Säulen. Imposant war auch die gewaltige Granitstatue von Ramses II. 

Nach einer geruhsamen Nacht und einem leckerem Frühstück ging’s ins Tal der Könige. Schon der Besucherkomplex ist beeindruckend, er gibt einen sehr genauen Überblick über die ganze Anlage.



Drei Grabkammern sind mit der Eintrittskarte zugänglich. Eine gewaltiger als die andere. Die Malereien sehen aus als hätte man es erst gestern entworfen, so frisch und kräftig sind die Farben. Auch wenn ich es schon tausendmal gesagt habe, das ist gewaltig, beeindruckend und kaum vorstellbar was die Pharaonen damals geleistet haben, was für Kulturschätze sie uns hinterlassen haben die uns selbst heute nach tausenden von Jahren immer noch in Staunen versetzen!


Zum Abschluss dieser Reise ging es noch zum Hatschepsut-Tempel, einer gewaltigen Tempelanlage am Fuße einer steilen Kalksteinfelswand. 

Unser letztes Transportmittel auf dieser Reise war der Nachtexpress nach Kairo. Nach einem Abendessen im Zug schliefen alle sehr schnell ein und je näher wir Kairo kamen, desto mehr näherte sich unsere Reise leider dem Ende.

Ich möchte nicht eine Sekunde dieser Traumreise durch Ägypten missen. Sie war ein fantastisches Erlebnis welches ich sicherlich noch meinen Enkelkindern erzählen werde. Schon diese unglaubliche Stille der Wüste machen diese Reise erlebenswert, dazu kommt unser Safarispezialist Ahsraf und natürlich Yassir und Sharif die uns jeden Wunsch von den Augen abgelesen haben und sofort erfüllten. Auch wenn mein Bild einer Oase nicht ganz mit dem der Realität übereinstimmt, war es wirklich unglaublich was wir alles gesehen, erlebt, erfühlt und genossen haben.

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