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Kolumbien/Ecuador – Echtes Abenteuer

"Meine Reise nach Kolumbien und Ecuador"
Ein Reisebericht von Monika Löhn
Reisezeitraum: Juli 2018

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Mein ursprünglicher Plan war, nach Ecuador zu reisen, da die Reise aber nicht zustande kam, wurde mir die Reise „Aktiv von Südkolumbien nach Nordecuador“ angeboten und was soll ich sagen: es war aktiv, abenteuerlich, erlebnisreich und außergewöhnlich.

Nach langem Flug konnten wir uns in einem gemütlichen Hotel in Bogota im Stadtteil La Candelaria akklimatisieren um am nächsten Morgen gleich in die Serrania La Macarena zu fliegen. Dort umfing uns die tropische Hitze des Regenwaldes und es ging nach kurzem Stopp im Hotel auch gleich per Boot und zu Fuß weiter zu kleinen Kaskaden des Cano Cristales mit den Wasserpflanzenteppichen und wir nahmen ein erfrischendes Bad. Abends gab es leckeren Fisch aus dem Fluss und am Morgen gutes Frühstück mit Fischsuppe, Ei und Obst. Unterwegs waren wir mit dem Reiseleiter Eckhard Fella und einer bunt zusammengewürfelten Reisegruppe.

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Auch am nächsten Tag starteten wir per Boot, off-road mit Geländewagen zum Ausgangspunkt der Wanderung im Cano Cristales mit seinen spektakulären Wasserpflanzen, Cascaden und Fauna und Flora des Regenwaldes, mit erfrischenden Bademöglichkeiten. Man sieht auch die Stellen, wo Rohöl aus dem Boden tritt, bleibt zu hoffen, dass man die Naturschönheiten bewahren kann und sie nicht durch Profitgier zerstört werden.

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La Macarena ist ein kleines Dorf im Regenwald mit kleinen Bars, Lädchen und wir konnten abends noch an der dort beheimateten Tanzkultur teilhaben.
Dann ging es verspätet zurück nach Bogota, es langte für eine kurze Stadtbesichtigung, ein gutes Abendessen und noch den Besuch einer Bar im hippen Stadtteil La Candelaria zum Chicha-Trinken.
Am nächsten Morgen startete die Tour weiter Richtung Tatacoa-Wüste, wir kürzten die Fahrstrecke durch eine Flussüberquerung und kurze Fußstrecke nach Villavieja ab und besuchten noch das örtliche Museum mit Ausgrabungsstücken, die man in der Tatacoa-Wüste fand. In der Unterkunft zum Tor der Wüste konnte man zwischen Übernachtung im Zelt oder in kleinen Holzhüttchen wählen. Am Abend gab es schon einen Einblick in die Abendstimmung der Wüste und einen Vortrag im Observatorium über den Sternenhimmel.

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Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Wüstenwanderung mit den verschiedenen Gesteinsschichten.

Am Nachmittag fuhren wir nach Riveria, wo uns die Casa Constantino mit einem wunderschönen Patio und Garten und vielen architektonischen und künstlerischen Elementen empfing. Den Abend verbrachten wir in den Bergen im heißen Thermalbad inmitten von fröhlichen Kolumbianern und Gelegenheit zum guten Essen und Trinken, was auch ein besonderes Erlebnis war.

Nächste Station – Tierradentro, ein Gebiet in dem viele Indigenas leben – Wanderungen zur prekolumbianischen Zeugnissen, wie Grabkammern einer noch unbekannten Kultur und am nächsten Tag noch eine kleine Trekkingtour zum Gipfel des Cerro Aguacate.

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Am Abend nah bei San Augustin trafen wir als erste Gäste in der neuen Ecolodge „Masaya“ ein, die sehr modern, stylisch und großzügig mit den Gästechalets und herrlichen Ausblick gebaut sind. Am Abendessen müssen sie noch arbeiten, aber das Frühstück war umwerfend.
9. Tag:Kultur. Wanderung im archäologischen Park mit vielen Skulpturen aus Begräbnisstätten und interessanten Erläuterungen dazu

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Leider war die Wanderung zum „Fin del Mundo“ am nächsten Tag nicht möglich. Die Kolumbianer entdecken auch die Vorzüge des Tourismus und man muss jetzt einen Guide haben und der Weg war an diesem Tag aus „technischen Gründen geschlossen“, so dass es eine Ausweichroute zu einem anderen Wasserfall gab mit einheimischen Führer, na ja ich sag mal so, der Eckhard weiß mehr über die Flora und Fauna des Regenwaldes als die Guides zusammen und ein schönes Bad unterm Wasserfall hätten wir auch so nehmen können, aber was will man machen.

Am Ende gab es ein typisches Mittagessen bei einer Familie – Tilapia Fisch, der dort sehr verbreitet ist und auch sehr schmackhaft. Das Centro Experimentacion Amazonico am Nachmittag war ein „entspannter Zoobesuch“, wo man keinen Schritt abseits machen durfte. Aber man sah ein paar Wildtiere, die uns sicher bei unserem Regenwaldabendteuer nur gesehen haben, aber wir sie nicht.

Am nächsten Morgen war der „Fin del Mundo“ zwar geplant, fiel aber aus regentechnischen Gründen „ins Wasser“, sodass wir „off-Road“ im Regen Richtung ecuadorianische Grenze fuhren. Leider wurde unser Abenteuer kurz vor der Grenze durch den Diebstahl von Eckhards Rucksack mit seinem Laptop und Kamera aus dem verschlossenen Auto getrübt.

An der Grenze mussten wir uns von unserem sicheren und guten Fahrer Luis verabschieden und die Grenzformalitäten der dortigen Bediensteten erinnern sehr an afrikanische Verhältnisse, wo man den Einheimischen ein Amt gegeben hat und sie dieses auch „ausleben“. 2,5 Stunden Wartezeit und fast den letzten Bus nach Lago Agrio war angesagt. Das Hotel Marques Amazonico ist großzügig, steril, sauber und völlig in Ordnung für eine Nacht. Die Stadt an sich gibt nichts her.

Am nächsten Morgen begann unser Dschungelabenteuer im Cuyabeno: Nach ca. 2 Stunden Busfahrt kamen wir am Fluss Agua Negras an, nach einem Mittagessen, verteilen von Gummistiefeln und Regenponcho ging es bei schon tropischen Regen in 2 Boote, wo Menschen und Ausrüstung verteilt wurden. 3 Guides begleiteten uns. Leider hatten die Guides den Wasserstand unterschätzt und wir kamen aufgrund der Hindernisse wie im Wasser liegende Bäume und überhängende Bäume und Äste kaum voran. Mit nur einer Machete war das auch schlecht zu schaffen und mit Körpereinsatz mussten die Boote über die Hindernisse gezogen werden. Begleitet immer wieder durch starke Regenfälle. Am ersten Tag kamen wir nicht weit. Die erste Nacht im Zelt war aufregend, spannend und wir dachten gar nicht darüber nach, welche Tiere uns wohl begegnen und eventuell kontaktieren würden. Die Guides gaben sich große Mühe, uns gutes Essen zu bereiten. Am nächsten Tag war der Weg auf dem Wasser leider nicht besser und es war wieder voller Körpereinsatz und schnelle Reaktion bei überhängenden Ästen gefragt. Den Ruf “Rama“ höre ich heute noch. Man sollte auch wissen, wann es ein Ameisenbaum mit Feuerameisen oder eine Palme mit Stacheln war. Dicht am Ufer zeigt sich auch mal eine Schlange, die man nicht unbedingt im Boot haben wollte. Was sich im Wasser tummelte, haben wir positiv verdrängt, gegen Stachelrochen gab Gummistiefel, Zitteraale sind nur im Flachwasser und die Anacondas hoffentlich satt. An die großen und kleinen Spinnen, Skorpione und Moskitos hatten wir uns gewöhnt.

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Leider waren durch die starken Regenfälle wenig größere Tiere zu sehen. Die zweite geplante Nacht im Zelt verlief ähnlich feucht, wir hatten uns an die nassen Sachen irgendwie gewöhnt und stanken schon langsam modrig.

Der 3. Tag sollte mittags am Treffpunkt mit den Leuten von der Lodge enden, die uns mit dem Motorboot abholen wollten. Fast ohne Pausen, nur die unfreiwilligen mit Hindernissen, paddelten wir 10 Stunden bis in die Dunkelheit, in der Hoffnung es zu schaffen, und dann ein riesiger Baum im Wasser! Wir mussten wieder campieren. Schnell einen einigermaßen geeigneten Lagerplatz finden, Zelt aufbauen und dann goss es wieder, die ganze Nacht, diesmal unter lautem Froschkonzert. Die Guides versuchten noch ein doch recht gutes Essen aus den Vorhandenen zu zaubern und Regenwasser schmeckte besser als aufbereitetes Flusswasser. Nach einer schlaflosen Nacht sah ich aus dem Zelt: ein Boot gesunken, der Wasserstand ein Meter höher und, bevor wir nachdachten, wie es weitergeht, kam die Hilfe von der anderen Seite, die Männer der Lodge hatten nach uns gesucht und auch einen Weg schon freigeschnitten. Schnell zusammenpacken und nass, stinkend nach Modder und vor Kälte schlotternd fuhren wir noch 2 Stunden mit dem Motorboot in unsere Lamulodge, wo es heißes Duschwasser und warme Getränke gab.

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Ich muss abschließend sagen, unsere Gruppe war schmerzfrei, belastbar und die Stimmung ist nicht gekippt. Die Guides haben unter den Umständen gegeben was sie konnten, Eckhard hat sowieso die Ruhe weg und wir haben uns gesagt: wir haben Abenteuer gebucht, hatten Abenteuer und für mich war es wieder eine Erfahrung mehr, die ganz nach meinem Geschmack war.

Das restliche Regenwaldabenteuer ist schnell erzählt. Nach einer kurzen Regeneration ging es zum Schamanen, der uns einen Einblick in seine Rituale und Lebensweise gab, nach dem Abendessen noch eine Bootstour zu den nachtaktiven Tieren und am nächsten Morgen noch ein erfrischendes Bad in der Laguna Grande, und nach dem Frühstück mit dem Boot zur Brücke am Aguarico Fluss, wir sahen unterwegs aber doch noch Dschungelbewohner, wie Faultiere, Wollaffen, Anaconda und Vögel, da die kleine Regenzeit ja vorbei war.

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Die Rettung am Morgen

Von der Brücke ging es mit einem neuen Bus und Fahrer auf recht abenteuerlichen Straßen, vom Regen ausgespült, 10 Stunden in die Anden, wo wir nachts in der herrlichen Hosteria Pantavi Nähe Ibarra ankamen. Die Lodge ist ein Traum, mit vielen künstlerischen Aspekten, Nebengebäuden aus längst vergangener Zeit, liebevoll hergerichtet und einen großen Garten, hier würde man gern mehr Zeit verbringen. Aber die Piste ruft. Durch kleine Andendörfer ging zur „Casa de las Abuelos“ in der wir die Gelegenheit hatten, ein Meerschweinchen zu grillen und in der Küche mit zu kochen. Nach leckerem Essen stiegen wir in 3300 m Höhe auf die mit sehr guten Bremsen ausgestatteten Mountainbikes, um ca. 2 Stunden auf unbefahrenen Wegen unsere Tour durch herrliche Landschaften mit Blick auf den Vulkan Imbarra zu machen.

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Ein schöner Abend mit einem kleinen Empfang durch den Hausherrn und sehr gutem Essen ging zu schnell zu Ende.

Am nächsten Morgen Abschiednehmen und kurze Fahrt nach Otavalo, um den Markt zu besuchen, zum Glück noch fast touristenfrei, um dann am Nachmittag die Lagune Cuicocha auf 3560 m in einer 5 stündigen Trekkingtour zu umrunden.

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Die Ankunft in der Hacienda Pinsaqui war überwältigend, ein spanisches Herrenhaus, wo schon Simon Bolivar genächtigt hatte, der Manager empfing uns in der Bar mit Getränken, Empanadas und einer Einführung in die Geschichte der Hacienda und eine Musikgruppe sang für uns. Nach dem Essen im edlen Rahmen zog es uns in die großen Zimmer mit warmen Kamin und einer Wärmflasche im Bett.

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19. Tag: Die Wanderung zum Fuya Fuya musste wegen durch den Regen blockierter Straßen ausfallen, was nicht schlimm war, fand ich, so konnten wir mit Stopp am Äquator zum Vulkan Antisana fahren, um dort auf 4200 eine Wanderung von ca. 3 Stunden, zu machen. Hier wird die Luft schon dünn, es war kälter, aber wir sahen auch Kondore.

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Kurze Fahrt am frühen Abend zur Hosteria Guatyra, wo man die Kälte aufgrund der Höhe schon spürte, aber im Bett gab es genug Decken und zum Abend richtig gute Forellen aus eigener Zucht.

Am Morgen ging es nach einer kleinen Wanderung Richtung Quito, unserem letzten Ziel. Nach einem typischen Mittagessen in einer der Parriladas, wie es die Einheimischen mögen mit viel Fleisch, hatten wir am Nachmittag Zeit für die Altstadt von Quito, am Abend führte uns Eckhard noch in ein ganz spezielles Restaurant , eher eine schöne Wohnung mit Gemälden, antiken Möbeln und einem Weinkeller, für unser Abschiedsessen.

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Das Hotel Plaza Sucre liegt sehr zentral, sodass wir am Vormittag noch einen Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten machen konnten – und dann hieß es Abschied nehmen von zwei interessanten Ländern, Begegnungen mit freundlichen und außergewöhnlichen Menschen, ganz abseits der Touristenpfade, mit großen und kleinen Abenteuern, guten Gesprächen, sehr guten und reichlichen Essen, wir hatten auch viel Spaß zusammen, und natürlich unserem Reiseleiter, der mit ganz viel Herzblut, Engagement, Wissen und Erfahrung und seiner liebenswerten Art die Reise für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht hat.

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Danke Eckhard!

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